Ziergarten

Wenn Ziersträucher regelmäßig in jedem Winter geschnitten werden, ist die Arbeit schnell erledigt. Neu gepflanzte Waldreben können jetzt einen Rückschnitt vertragen. In geschützten Lagen kann bereits gepflanzt werden. Wie wäre es, mit Gräsern neue Akzente in Ihrem Garten zu setzen?

Strauchschnitt
An Sträuchen, die seit Jahren nicht ausgelichtet wurden und total zugewachsenen sind, ist ein kräftiger Rückschnitt zur Verjüngung fällig.   © Görlitz/VWE

Ziersträucher

Wenn Ziersträucher regelmäßig in jedem Winter geschnitten werden, ist die Arbeit schnell erledigt. An Büschen, die seit Jahren nicht ausgelichtet wurden und total zugewachsenen sind, ist ein kräftiger Rückschnitt zur Verjüngung fällig. Dabei werden die alten und kranken Äste, sowie die dünnen, aus Lichtmangel aufgeschossenen Triebe dicht über dem Boden abgeschnitten. Ferner werden die zu lang gewordenen Zweige eingekürzt. Setzen Sie dabei die Baumschere immer an der Basis einer Zweiggabelung an, damit die natürliche Wuchsform des Gehölzes erhalten bleibt. Der Einsatz einer Heckenschere würde die Arbeit stark beschleunigen, aber zu einem einheitlichen "Heckenschnitt" führen. Dabei ginge das typische Aussehen der verschiedenen Gehölzarten verloren.
Die radikalste Art des Rückschnitts ist das Absägen aller Äste in ca. 20 cm Höhe. Die Folge ist eine vollständige Verjüngung. Bei Hecken und anderen starkwachsenden Gehölzen ist das eine durchaus gängige Methode.

Wichtig: Schonzeit beachten!
Die Schnittmaßnahmen müssen Sie bis zum 28. Februar erledigt haben. Denn aus Gründen des Vogelschutzes besteht vom 1. März bis 30. September grundsätzlich ein Schnitt- und Rodeverbot für Gehölze. Das gilt aber nicht für den Formschnitt von Hecken sowie den Pflegeschnitt bei Gartensträuchern und Obstbäumen.

Stauden & Gräser

Dort wo der Winter dem Vorfrühling Platz macht, können Sie mit dem Rückschnittvon Stauden und Gräsern beginnen. Das geht mit einer Rasenkantenschere, oder auf größeren Flächen mit einer Motorsense, flott von der Hand. Legtdas Schnittgut vorerst unzerkleinert auf einen gesonderten Haufen, damit die darin überwinternden Spinnen und Insekten ungestört ihre Winterruhe beenden können. Die abgeschnittenen Stauden sind dann später ein wertvoller Rohstoff für den Kompost.

Kübelpflanzen

Viele mediterrane Kübelpflanzen fristen ein leidvolles Dasein in oft zu warmen und lichtarmen Winterquartieren. Ende Februar können Sie mit dem Aufpäppelnbeginnen. Zuerst entfernen Sie die trockenen Blätter, denen oft Pilzsporen anhaften. Danach werden die abgestorbenen und die im Winter entstandenen dünnen Triebe weggeschnitten und die intakten Zweige gekürzt. Das Umtopfen in neues Kübelpflanzen-Substrat ist ein weiterer Schritt zur Regeneration. Vor dem Topfen müssen verfilzte Wurzelballen oder Wurzeln mit Ringelwuchs gelockert werden. Wenn es mit den Händen nicht geht, nehmen Sie ein Messer zu Hilfe. Abschließend bringen Sie die Pflanzen an einen möglichst hellen Ort mit Temperaturen um die 15 °C. Noch ist der Wasserbedarf gering. Er steigt nur langsam mit zunehmendem Wachstum.

Schon Pflanzzeit?

In geschützten Lagen kann Ende Februar der Boden frostfrei und soweit abgetrocknet sein, dass bereits Stauden und Gehölze gepflanzt werden können. Der Trend, mit Gräsern im Garten neue Akzente zu setzen, hält unvermindert an. In Staudengärtnereien wird das derzeit schon große Gräsersortiment laufend um Neuheiten ergänzt, so dass Sie für alle Gartensituationen die passenden Gräser finden können.

Maulwürfe

Die Tiere sind effizient und können etliche Hügel nacheinander aufwerfen, bevorzugt auf Rasenflächen. Und das auch in der kalten Jahreszeit, denn sie machen keinen Winterschlaf. Maulwürfe sind geschützte Tiere und dürfen nicht ohne Genehmigung, zuständig ist die Untere Naturschutzbehörde, verfolgt und getötet werden. Vergrämen ist allerdings erlaubt. Übrigens, diese Tiere lieben die Ruhe und vermeiden häufig begangene und bespielte Flächen.

Clematis/Waldreben

Die Waldrebe (Clematis spp.) gilt vielen Gärtnerinnen und Gärtner als Königin der Kletterpflanzen. Die optimale Zeit für den Rückschnitt ist je nach Art und Sorte unterschiedlich:
Waldreben (Blütezeit Juli - Oktober), die nur an neuen Trieben Blüten bilden, sollten jedes Jahr auf 30 bis 50 cm Höhe zurückgeschnitten werden. Dadurch entwickeln sich viele neue Triebe mit vollem Blütenansatz.

Früh blühende Clematis (Blütezeit April - Ende Juni) legen die Blütenknospen bereits im Vorjahr an. Diese Gruppe benötigt keinen Schnitt zur Steigerung des Blütenflors. Wenn Sie aber aus ästhetischen Gründen einen Rückschnitt wollen, dann ist nicht jetzt, sondern unmittelbar nach der Blüte die optimale Zeit.

Die dritte Gruppe der spät blühenden Clematis blüht sowohl an alten, als auch an neuen Trieben (Blütezeit Ende Mai - Herbst). Hier genügt das Entfernen trockener Triebe im Februar.

Faustregeln für den Schnitt:

Kürzen Sie neu gepflanzten Waldreben im Frühjahr auf 20 cm Höhe, damit sie sich zu gut verzweigen Pflanzen entwickeln. Bei älteren, vergreisten Clematis wirkt ein radikaler Rückschnitt wie ein Jungbrunnen.

Wolfgang Roth