Tigermücke im Garten: was tun?
Durch weltweiten Handel und steigende Temperaturen breiten sich immer mehr neue Tierarten auch in Deutschland aus. Besonders auffällig ist aktuell die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), die sich in vielen Regionen zunehmend etabliert. Wir verraten, was ihr im Garten schonend dagegen tun könnt.

"Schade, unseren Garten konnten wir in diesem Sommer mit den kleinen Kindern eigentlich kaum nutzen." Solche Aussagen, wie von einer Familie aus Freiburg, höre ich in letzter Zeit immer häufiger. Zwar wurde in den vergangenen Jahren viel über die Ausbreitung der Tigermücke berichtet, doch nun werden die Auswirkungen für viele Menschen erstmals im Alltag deutlich spürbar.
Tigermücke: Warum breitet sie sich in Deutschland aus?
Die Tigermücke ist eine sehr kleine, aber auffällig schwarz-weiß gestreifte Stechmücke, die ursprünglich aus Südostasien stammt. Durch den internationalen Warenverkehr - etwa über Transporte von Pflanzen, Containern oder Autoreifen - wurde sie weltweit verschleppt. Inzwischen gibt es auch in Deutschland stabile Tigermücken-Populationen, vor allem in klimatisch begünstigten Regionen.
Die Tigermücke gilt als potenzielle Überträgerin verschiedener Krankheiten wie:
Dengue-Fieber
Zika-Virus
Chikungunya-Fieber
Wichtig: Das Infektionsrisiko in Deutschland ist derzeit noch sehr gering, da entsprechende Virusketten hier bisher kaum etabliert sind. Trotzdem wird die Tigermücke von Behörden und Wissenschaftlern sehr genau beobachtet.
Warum ist die Asiatische Tigermücke im Garten so problematisch?
Ein großes Problem ist ihre dauerhafte und aggressive Präsenz. Während heimische Stechmücken meist dämmerungsaktiv sind (morgens, abends und in schattigen Bereichen), ist die Tigermücke deutlich unangenehmer:
sie ist ganztägig aktiv
sie sticht sehr häufig
sie ist extrem hartnäckig
sie tritt oft in großer Zahl auf
Viele Betroffene berichten, dass Aufenthalte im Garten oder auf der Terrasse dadurch massiv eingeschränkt werden.
Tigermücken sind äußerst anpassungsfähig. Ihre Eier können austrocknen, ohne abzusterben. Dadurch überstehen sie auch längere Trockenphasen problemlos. Selbst kurze Frostperioden können viele Eier überdauern, was eine dauerhafte Ansiedlung in milden Regionen zusätzlich begünstigt.
Besonders kritisch: Für die Eiablage reichen bereits kleinste Wasserstellen, zum Beispiel: Wassertonnen, Untersetzer, Vogeltränken, Gießkannen, Dachrinnen mit Wasserresten, Hofabläufe, Poolabdeckungen.
Die Weibchen legen ihre Eier knapp oberhalb des Wasserspiegels ab. Steigt der Wasserstand später an, schlüpfen die Larven. Im Wasser entwickeln sich diese - abhängig von Temperatur und Bedingungen - innerhalb von 7 bis 20 Tagen. Danach beginnt der Kreislauf erneut: Die Weibchen suchen eine Blutmahlzeit, um weitere Eier zu bilden. Ein einziges Weibchen kann in seinem Leben über 300 Eier ablegen.
Tigermücke bekämpfen: 5 Tipps für Gartenfans
Die gute Nachricht: Die Tigermücke ist ein schlechter Flieger und hat meist nur einen Aktionsradius von etwa 100 bis 200 Metern. Das bedeutet: Die Brutstätten befinden sich fast immer in der direkten Nachbarschaft. In Regionen mit Tigermücken-Vorkommen sollten deshalb möglichst alle Anwohner aktiv werden.
1. Brutstätten konsequent vermeiden
Vermeiden Sie stehendes Wasser. Auch Dachrinnen sollten regelmäßig gereinigt werden, da sich dort oft unbemerkt Wasser sammelt.
2. Wassertonnen unbedingt abdecken
Wassertonnen sind eine der häufigsten Brutstätten. Nutzen Sie ein mückensicheres Gitter oder noch besser: einen fest schließenden Deckel. Besonders empfehlenswert (und kindersicher) sind geschlossene Tonnen mit Auslasshahn.
3. Vogeltränken: Wasser regelmäßig wechseln
Wasserstellen für Vögel, Insekten und Kleinsäuger sind ökologisch sinnvoll und sollten nicht verschwinden. Wichtig ist jedoch, das Wasser mindestens einmal pro Woche komplett zu erneuern.
4. Untersetzer und Vasen reinigen
Kontrollieren Sie regelmäßig: Blumentopf-Untersetzer, Vasen und Pflanzgefäße mit Wasseransammlungen. Leeren und reinigen Sie diese gründlich. Die Eier, die oft am Innenrand kleben, können mit heißem Wasser abgetötet oder abgebürstet werden.
5. Reicht das nicht aus?
Sind Gartenteiche Brutstätten für Tigermücken?
Naturnahe Teiche sind meist keine typischen Brutstätten, da dort ausreichend Fressfeinde wie Libellenlarven oder Wasserinsekten vorkommen. Anders sieht es bei kleinen Zierbecken oder Miniteichen aus: Diese sollten regelmäßig kontrolliert werden, besonders wenn das Wasser ruhig steht und kaum natürliche Feinde vorhanden sind.
Tigermücke melden: Wann ist das sinnvoll?
Wenn die Tigermücke bei Ihnen zum ersten Mal auftaucht, ist eine Meldung sinnvoll. Regionale und überregionale Meldestellen finden sich online. Dort gibt es meist auch:
Bestimmungshilfen
Fotos zur Erkennung
Bekämpfungstipps
Hinweise für betroffene Gemeinden
Gerade bei starkem Auftreten gilt: Nur wenn viele mitmachen, lässt sich eine Mückenplage effektiv eindämmen. Aktivieren Sie daher Nachbarn, Vereine und sprechen Sie auch Ihre Gemeinde an.
Sven Görlitz