Obstbäume

Wasserschosse jetzt entfernen!

Nach einem starken Rückschnitt im Winter bilden sich häufig viele krautige Triebe, die oft Wasserreiser genannt werden. Sie sind überflüssig und lassen sich beim Kernobst, wenn sie noch krautig und nicht verholzt sind, mit der Hand ausreißen. Bei dieser, für den Baum gut verträglichen Maßnahme (Juniriss), werden auch die ruhenden, zu einer späteren Zeit austreibenden Knospen mit entfernt. Bei dem empfindlicheren Steinobst müssen Sie vorsichtiger vorgehen und die Baumschere einsetzen.
Wenn Sie nach dem Johannistag, dem 24. Juni, mit dem Sommerschnitt an Obstbäumen beginnen, können Sie sicher sein, dass in diesem Jahr kein Austrieb mehr erfolgt. Dennoch ist es besser, mit dem Auslichten erst im Juli oder August zu beginnen.

Obstbaumschnitt
© VWE/Dahlmann

Mit diesem Monat verbindet sich ein weiterer Begriff, der "Juni-Fruchtfall". Bei übermäßigem Fruchtbehang werfen Obstbäume im Juni einen Teil ihrer Früchte ab, zum Schutz vor Überforderung.

Hängen zu viele Früchte an Apfel- und Birnenbäumen, bleibt das Obst klein und entwickelt weniger Inhaltsstoffe. Außerdem wird die Alternanz, also der jährlich Wechsel von hohem und niedrigem Fruchtansatz, gefördert. Abhilfe schafft die Mengenregulierung durch Verringerung des Ertrages. Optimal bei kleinen, etwa 2,50 m hohen Kernobstbäumen sind 80 bis 100 Früchte. An größere Bäumen, die auf mittelstark wachsenden Unterlagen veredelt sind, können 150 Äpfel oder Birnen reifen.
Der Fruchtabstand bei Pfirsich und Nektarine sollte faustbreit und bei Aprikosen eine Breite von drei Fingern betragen. Bei Zwetschen gelten 20 bis 25 Früchte je laufenden Meter Fruchtholz als optimal.

Wolfgang Roth