Stauden und Gräser

Gartenstauden mit speziellen Pflegeansprüchen

Einige Gartenstauden blühen ein zweites Mal, wenn sie gleich nach der ersten Blüte bis auf eine Handbreit über dem Boden zurückgeschnitten werden. Bei guter Pflege und etwas Dünger treiben die Pflanzen schnell wieder durch und werden nach knapp zwei Monaten erneut blühen. Ein Versuch lohnt z.B. bei Blütensalbei (Salvia nemerosa), Bunten Gartenmargeriten (Tanacetum coccineum), Feinstrahlaster (Erigeron x cultorum), Flockenblume (Centaurea montana), Rittersporn (Delphinium-Arten), Brennender Liebe (Lychnis chalcedonica), Gartenlupine (Lupinus polyphyllus), Katzenminze (Nepeta spp.), Trollblume (Trollius chinensis, T. europaeus) und Sterndolde (Astrantia major).

Margariten
Bei einige Stauden lohnt nach dem Abblühen ein tiefer Rückschnitt, um einen zweiten Blütenflor anzuregen   © pixabay/Isabel Perelló

Zu den Stauden mit hoher Samenproduktion zählen u.a. Akelei (Aquilegia caerulea), Blutweiderich (Lythrum-Arten), Frauenmantel (Alchemilla mollis), Polsterglockenblume (Campanula poscharskyana), Prachtspiere (Astilben-Arten) und Spornblume(Centranthus ruber). Diese Stauden vermehren sich stark und können nach wenigen Jahren ihre Umgebung zu sehr dominieren. Schieben Sie dem einen Riegel vor und entfernen Sie die Samen noch bevor sie reif sind. Infolge der hohen Samenproduktion kann es auch geschehen, dass nach wenigen Generationen das sortentypische Aussehen verloren geht und die Pflanzen zur Wildform mutieren.

Wiederholtes Ausputzen verwelkter Blüten führt bspw. bei Berg- oder Hundskamille (Anthemis marschalliana), Gartenmargarite (Leucanthemum x superbum), Gartensonnenhut (Rudbeckia fulgida), Sonnenauge (Heliopsis scabra), Sonnenbraut (Helenium x cultorum) und Skabiose (Scabiosa columbaria) zu einer deutlichen Verlängerung der Blühdauer.

Rosen sind Starkzehrer und brauchen eine gute Nährstoffversorgung. Die Startdüngung sollte im März oder April und die Nachdüngung gleich nach der ersten Blüte im Frühsommer erfolgen. Geeignet sind mineralische oder organische Düngemittel, die schnell verfügbar sind und alle Pflanzennährstoffe enthalten. In heißen Sommern und bei längerer Trockenheit benötigen Rosen außerdem viel Wasser. Beim Gießen ist nicht die Häufigkeit entscheidend, sondern die verabreichte Menge. Das Wasser sollte den Wurzelbereich immer vollständig durchdringen.

Wenn Sie zweijährige Sommerblumen wie Bartnelken (Dianthus barbatus), Goldlack (Erysimum cheiri), Königskerzen (Verbascum-Arten), Marienglockenblumen (Campanula medium) oder Stockrosen (Alcea rosea) jetzt aussäen, können Sie sich im nächsten Jahr an deren Blüten erfreuen. Wenig Mühe bereitet das direkte Aussäen an Ort und Stelle. Nachteilig ist, dass die heranwachsenden Pflänzchen vielen Gefahren ungeschützt ausgesetzt sind. Sicherer ist die Anzucht von Sämlingen in Saatschalen oder Anzuchtplatten, die Sie dann als kräftige Jungpflanze im Sommer ins Beet setzen.

Wolfgang Roth