Das große Thujahecken-Sterben

Wenn sich die sonst grüne Thujahecke braun verfärbt, sich vertrocknete Äste zeigen und am Ende die ganze Pflanze abstirbt, handelt es sich wahrscheinlich um das sogenannte Thujasterben. Viele Thujahecken - aber auch Fichten - zeigen seit einigen Sommern mit teilweise extremen Trockenphasen deutlich sichtbare Schäden. Gartenberater Sven Görlitz weiß, was die Ursache ist: Lang anhaltende Trockenperioden treffen die Flachwurzler besonders hart. So sind sie anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Mehr zum großen Thujasterben.

Thujahecken-Sterben

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    Geschädigte Hecke Foto: © Görlitz/VWE

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    Geschädigte Hecke Foto: © Breidbach/VWE

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    abknickender Seitentrieb nach Fraß am Astansatz Foto: © Görlitz/VWE

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    Gangsystem der Larven unter der Rinde Foto: © Görlitz/VWE

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    Fraßschäden am Astansatz mit Bohrmehl Foto: © Görlitz/VWE



Thujas kommen ursprünglich aus Gebieten mit wesentlich mehr Niederschlag als bei uns vor. Kommt es dann noch zu einer langanhaltenden Trockenheit, trifft es diese Flachwurzler besonders hart. Die Folge: Die Pflanzen vertrocknen oder werden so geschwächt, dass sie anfälliger für Krankheiten und Schädlinge sind.

Thujasterben: Borkenkäfer haben leichtes Spiel

Besonders Borkenkäferarten haben bei den anfälligen Pflanzen dann leichtes Spiel. Normalerweise wehrt sich die Pflanze gegen einen Befall mit Harzfluss. Kann aufgrund der Trockenheit nicht genügend Harz gebildet werden, schlägt die Stunde des Borkenkäfers. Thuja, Scheinzypressen und Wacholder können von verschiedenen Borkenkäferarten (Phloeosinus aubei und Ph. thujae) befallen werden. Die Käfer beginnen im Sommer mit einem Reifungsfraß an den Astansätzen. Seitentriebe sterben ab und knicken häufig nach unten. Entfernt man die betroffenen Zweige, werden ausgehölte Stellen am Astansatz sichtbar, häufig mit Kotkrümeln gefüllt. Die Weibchen bohren sich anschließend in die Rinde der Pflanzen und legen dort ihre Eier ab. An den befallenen Pflanzen sieht man stecknadelkopfgroße Bohrlöcher, teilweise auch Astverdickungen. Beim Entfernen der Rinde zeigt sich das Gangsystem. Dieser Befall führt zum Absterben der ganzen Pflanze.

Vorbeugende Maßnahmen gegen das Thujasterben


Vorbeugend gegen einen Befall helfen nur eine gute Wasserversorgung und eine ausgewogene Düngung. Allerdings war es den vergangenen Jahren vielen Gartenbesitzern kaum mehr möglich, die Hecken mit ausreichend Wasser zu versorgen. Braun gewordene Thujas sollte man auf einen Befall hin untersuchen und betroffene Pflanzenteile sofort ausschneiden. Finden sich im Stamm schon Bohrlöcher, sollte die ganze Pflanze entfernt und über den Restmüll entsorgt werden.

Die Lösung: alternative Heckenpflanzen wählen

Extremwetterlagen mit lang anhaltender Trockenheit werden in Zukunft voraussichtlich nicht weniger werden. Da an Thuja auch verstärkt Pilzerkrankungen und Miniermotten auftreten, sollte man bei Neupflanzungen zu Alternativen greifen. Vermehrt werden stattdessen inzwischen Kirschlorbeerhecken gepflanzt. Kirschlorbeer stellt aber als invasive Pflanze in den Wäldern vermehrt ein Problem dar. Deshalb sollte auf eine Anpflanzung im Garten verzichtet werden. (In der Schweiz ist der Verkauf von Kirschlorbeer ab Herbst 2024 verboten). Als Alternative für immergrüne Schnitthecken bietet sich die Eibe an, auch mit Efeu berankte Zäune sind eine gute Möglichkeit für einen immergrünen Sichtschutz. Für sommergrüne Hecken sind beispielsweise Hainbuche, Liguster oder Feldahorn besser geeignet. Wesentlich sinnvoller für die Insekten- und Vogelwelt, optisch ansprechend und, je nach Pflanze, auch in der Küche verwendbar, sind freiwachsende Hecken mit verschiedenen Blüh- und Fruchtpflanzen, wie Kornelkirsche, Felsenbirne, Mispel, Holunder, Wildrosen und Apfelbeeren.

Sven Görlitz

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