Ziersträucher schneiden - wie und wann?

Durch einen regelmäßigen Schnitt bleiben viele Gehölze vital und blühwillig. Vor allem für Ziersträucher und Beerenobstgehölze ist eine Verjüngung wichtig. Bei den meisten Sträuchern ist sie ganzjährig möglich. Die besten Resultate erzielt, wer den Blütezeitpunkt der Gehölze beachtet.

Forsythie
Für Forsythien empfiehlt sich ein Schnitt nach der Blüte.   © Pixabay

Frühblühende Sträucher

Bei diesen Sträuchern findet die Blütenbildung an den Trieben statt, die im Vorjahr (einjähriges Holz) gebildet wurden. Das Wissen um die Blütenbildung ist für den Gehölzschnitt absolut entscheidend.

Gehölzbeispiele Ziersträucher:
Es empfiehlt sich ein Schnitt nach der Blüte.
Deutzie, Falscher Jasmin, Forsythie, Haselnuss, Kolkwitzie, Liebesperlenstrauch, Ranunkelstrauch, Spiersträucher (Frühjahrsblüher), Scheinquitten, Schneeball, Weigelie, Zierapfel, Zierkirsche usw.

Gehölzbeispiele Beerenobst:
Bester Schnittzeitpunkt:
Aronia, Heidelbeere, Johannisbeere, Stachelbeere: direkt nach der Ernte oder im Spätwinter vor dem Austrieb.

Sommerhimbeere: Abgeerntete Ruten unbedingt direkt nach Ernte schneiden!

Brombeere, Loganbeere und Taybeere (beides Kreuzungen aus Brom- und Himbeere): im Spätwinter vor dem Austrieb

Hinweis: Bereits verwilderte oder vergreiste Gehölze können meistens durch "auf Stock setzen" regeneriert werden.

Sommerblühende Ziersträucher

Hibiscus
Der Hibiscus gehört zu den Sommerblühenden Ziersträuchern.   © Pixabay
Bei sommerblühenden Sträuchern entstehen die Blütenknospen bereits im Frühjahr am wachsenden Zweig (diesjähriges Holz). Diese Gehölzarten bilden nach einem starken Rückschnitt kräftige Triebe mit zahlreichen Blütenansätzen.

Gehölzbeispiele Ziersträucher:
Beet-, Bodendecker-, Edel- und Beetrosen, Ball- und Rispenhortensie, Sommerflieder (Buddleja davidii), Besenheide, Lavendel, Bartblume, Fingerstrauch, Johanniskraut, Hibiscus, Schneeheide (nach Blüte im April), Spiersträucher (Sommerblüher) usw.

Gehölzbeispiele Beerenobst:
Herbsthimbeere (alle Triebe ebenerdig nach der Ernte)

Hinweis: Bei regelmäßigem Rückschnitt der Gehölze müssen von Zeit zu Zeit auch die alten, dicken Triebe und Triebstücke aus den Pflanzen entfernt werden. Besenheide, Schneeheide, Lavendel, Rosmarin, Ginster u. ä. niemals bis in kahle Triebbereiche zurückschneiden, da sie dann nicht mehr austreiben.

Gehölze , die keine Schnittmaßnahmen vertragen

Gehölze mit einem besonderen Wuchs-Charakter sollten nicht oder nur wenig geschnitten werden. Das hängt zum einen mit der schlechten Wundheilung dieser Pflanzen zusammen, zum anderen wird durch den Schnitt die malerische Wuchsform zerstört.

Gehölzbeispiele: Magnolien, Zaubernuss, Blumenhartriegel, Eisenholzbaum, Amberbaum, Goldregen, Japanische Fächer- und Schlitzahorne, Judasbaum, Katsurabaum, Samthortensie, Scheinbuche, Strauchpfingstrosen, Stechpalme, Scheinhasel, Seidelbast, Immergrüner Schneeball u. a.

Philippe Dahlmann