Obstgarten

Brombeerblatt
Brombeerblatt in der Morgensonne   © Wolfgang Roth

Winterschutz

Zur aktuellen Baumpflege gehört u.a. das Weißen der Baumstämme. Weiß angestrichen reflektieren sie das Sonnenlicht und verhindern im Winter das Aufplatzen der Rinde und im Sommer Sonnenbrand. Bei frostigen Temperaturen und intensivem Sonnenschein entstehen große Temperaturunterschiede im Stamm, die zu senkrecht verlaufenden Rissen in der Rinde führen können. Besonders gefährdet sind Aprikosen-, Pfirsich- und Kirschbäume weil bei ihnen der Saftstrom besonders früh einsetzt. Die weiße Farbe wird im Fachhandel angeboten. Das Anstreichen gelingt mühelos, wenn Sie zuvor die losen Rindenteile abbürsten. Die Farbe kann aus 1,5 kg Branntkalk, 0,6 kg Tapetenkleister und 10 l Wasser angerührt werden. Im Handel angebotene Baumweißer haften oft besser als die Eigenmischung und enthalten teilweise nützliche Nährstoffe.

Die Wurzeln der Quitte sind frostempfindlich. Eine dicke Mulchschicht aus Falllaub bietet Schutz vor starker Kälte. Ebenso empfindlich sind Birnenbäume, die auf eine Quitte veredelt wurden. Quitten-Sämlinge werden gerne als Veredlungsunterlage genommen, wenn die Birnenbäume kompakt und nicht allzu groß werden sollen.

Pflegeschnitt

Lassen Sie sich mit dem Pflegeschnitt von Obstgehölzen noch etwas Zeit. Beginnen können Sie bereits mit dem Rückschnitt von Herbsthimbeeren. Schneiden Sie alle Ruten bodennah ab. Der neue Austrieb wird dann im Frühjahr erscheinen und im Herbst Früchte tragen. Gesundes Schnittgut kann geschreddert und gemischt mit Falllaub kompostiert werden.

Wer noch keine Zeit für den Rückschnitt hatte, kann an trockenen und frostfreien Tagen Kernobst und Beerensträucher auslichten. Entfernen Sie bei diesem Arbeitsgang auch alle Fruchtmumien und erkrankten Zweige. Schneiden Sie die Befallsstelle bis etwa 20 cm weit ins gesunde Holz zurück.

Gartenrundgang

Prüfen Sie auch die Funktionsfähigkeit der Stützpfähle und des Spaliergerüstes. Denn Spalierobst sowie kleinwüchsige Baumformen und Säulenobst sind auf einen stabilen Halt angewiesen.
Und achten Sie darauf, dass keine Bänder, Drähte oder Etiketten einwachsen. Einschnürungen wirken wie Sollbruchstellen oder können in ungünstigen Fällen die Gehölze strangulieren.
Bäume, vorzugsweise ihre Stämme, werden hin und wieder von Tieren angenagt. Eine Kunststoffmanschette oder ein Drahtgefecht schützt vor hungrigen Nagern.

Obstlager

Überprüfen Sie eingelagertes Obst und Gemüse möglichst wöchentlich auf Krankheiten. Äpfel und Quitten mit Anzeichen von Stippe und schrumpelndes Obst und Gemüse sollte schnell verbraucht werden. Lüften Sie viel und halten Sie den Raum auf Kühlschrank-Temperatur oder niedriger.

Neupflanzungen

Rodung und Neupflanzung sind zwar beschwerlich, aber manchmal der einzige Weg zu einem bedarfsgerechten Obstgarten. Für eine Neuanlage sprechen kompakt wachsende Baumformen und der Wechsel von anfälligen zu resistenten Sorten. Der Vorteil kleiner Baumformen liegt darin, dass sie weniger Arbeit erfordern, eine Leiter überflüssig machen und bereits in ein bis zwei Jahren Erträge bringen.

Sobald der Boden frostfrei und abgetrocknet ist, können Sie mit dem Pflanzen beginnen. Im Gegensatz zu Pflanzen im Topf, auch genannt Containerware, die beinahe ganzjährig gesetzt werden kann, müssen wurzelnackte Gehölze bis März in die Erde.

Fraßschutz

Nagetiere können Baumstämme, vorzugsweise die der jungen Bäume, gefährlich verletzen. Eine Kunststoffmanschette oder ein Drahtgeflecht hält hungrige Mäuler auf Abstand. Sollten bereits Bissstellen vorhanden sein, dann hilft eine Behandlung mit einem Wundverschluss-Mittel.

Wolfgang Roth