Bodenproben ziehen und untersuchen lassen

Gartenfans wissen, dass Pflanzen für ein gesundes Wachstum neben Licht und Wasser auch Nährstoffe benötigen. Nährstoffe bekommen Pflanzen naturgemäß durch sich zersetzendes Pflanzenmaterial in ihrer Nähe oder von außen, durch Dünger. Doch Vorsicht: Wer mehr Dünger streut, als die Pflanzen aufnehmen können, belastet die Umwelt. Daher ist es wichtig, ein gutes Maß zu finden: Wie viel Dünger versorgt die Pflanzen optimal, ohne die Umwelt zu strapazieren? Einen Hinweis geben Bodenproben.

Bodenprofil
Wir empfehlen, Gartenboden alle 3-5 Jahre untersuchen zu lassen.   © Breidbach/VWE
Die Bodenproben-Untersuchen der vergangenen Jahren zeigen, dass die Flächen im Garten sehr unterschiedlich versorgt sind: Während der Gemüsegarten oft extrem überversorgt ist, herrscht im Ziergarten und vor allem im Rasen meist Nährstoffmangel. Beides tut den Pflanzen nicht gut - sie wachsen schlecht und sind anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Zudem können überschüssige Nährstoffe ausgewaschen werden und somit das Grundwasser belasten. Auskunft über das, was unter der Bodenoberfläche (siehe Bild 1) an Nährstoffen vorhanden ist, gibt die Untersuchung einer Bodenprobe. Zieht am besten Bodenproben im Herbst und im zeitigen Frühjahr. Wichtig ist, dass vor der Entnahme weder Kompost noch Dünger auf der Fläche verteilt wurden.

Bodenproben ziehen

Wir empfehlen, Gartenboden alle 3-5 Jahre untersuchen zu lassen. Die Entnahme wird am besten mit einem Bohrstock durchgeführt (siehe Bild 2), alternativ kann die Probe auch mit einem Spaten entnommen werden. Auf einer einheitlich genutzten Fläche (Rasen, Ziergarten, Gemüsebeet oder Obstgehölze) werden mindestens zehn Proben entnommen, wobei die Tiefe der Einstiche im Rasen ca. 10-15 cm, bei Beeten 25-30 cm betragen sollte. Dann die Erde der Proben eines Bereiches sorgfältig in einem Eimer mischen, Pflanzen- und Wurzelreste entfernen, ca. 300-400 g in einen Plastikbeutel füllen und von außen beschriften. Mit einem Begleitschreiben oder einem speziellen Formular schicken Sie die Probe anschließend an ein Bodenuntersuchungslabor. In einigen Landesverbänden des Verbands Wohneigentum bestehen Kooperationen mit solchen Labors - fragt eure Gartenberatung danach!

In der Regel werden bei einer solchen Untersuchung der Gehalt der Hauptnährstoffe Phosphor, Kalium und Magnesium sowie der pH-Wert festgestellt. Darüber hinaus könnt ihr auch den Humusgehalt oder Stickstoffgehalt bestimmen lassen. Für Letzteres muss die Probe aber gekühlt ins Labor gelangen - eventuelle Hinweise des Labors bitte beachten. Zwar benötigen Pflanzen auch eine Reihe von Spurenelementen, u. a. Eisen, Mangan Schwefel, die die Standarduntersuchungen nicht erfassen, allerdings ist der Untersuchungsaufwand und damit die Kosten höher und eine regelmäßige Kompostgabe reicht zur Versorgung aus.

Bodenprobe
Bild 2: Bodenprobe   © Breidbach/VWE

Was steckt unter der Oberfläche?

Die Untersuchung gibt Informationen über Bodenart, Nährstoffgehalte und den pH-Wert (je nach Auftrag auch weitere Werte) zusammen mit dem für den Boden/die Anbaufläche gewünschten Sollwert. Diese Angaben sind Grundlage für eine Düngeempfehlung, die meist in g/m² Reinnährstoff angegeben wird. Sinnvoll ist es, wenn zu diesem Ergebnis handelsübliche Dünger mit der entsprechenden Aufwandmenge aufgelistet sind. Ist dies nicht der Fall, können wir weiterhelfen. Danach steht einer bedarfsgerechten Düngung und somit einer gesunden Entwicklung der Pflanzen nichts mehr im Wege.

Martin Breidbach