Zwergzikaden an Kräutern: Ursache für helle Flecken auf Minze, Basilikum & Co.

Das Wichtigste in Kürze

  • Helle, gesprenkelte Flecken auf Kräuterblättern werden häufig durch Zwergzikaden verursacht.

  • Besonders betroffen sind Minze, Melisse, Basilikum, Thymian, Salbei und Oregano.

  • Die winzigen Insekten saugen Pflanzensaft und hinterlassen typische Saugschäden.

  • Für Menschen sind die Kräuter weiterhin unbedenklich und können problemlos geerntet werden.

  • Eine Bekämpfung ist meist nicht notwendig, da die Pflanzen selten ernsthaft geschädigt werden.

  • Natürliche Feinde und eine naturnahe Gartenpflege helfen, den Befall zu reduzieren.

  • Zwergzikaden - unscheinbare Gäste an Gartenkräutern

Saugschäden der Zwergzikade an einer Bergminze.
Saugschäden der Zwergzikade an einer Bergminze.   © Verband Wohneigentum/Görlitz

Blasse, gesprenkelte oder silbrig aufgehellte Flecken auf den Blättern von Minze, Basilikum, Melisse, Thymian, Salbei oder Oregano sorgen bei vielen Hobbygärtnern für Verunsicherung. Besonders in den Sommermonaten treten diese Blattveränderungen häufig auf. Die Ursache bleibt jedoch oft verborgen, denn die Verursacher sind meist winzig klein: sogenannte Zwergzikaden.

In heimischen Gärten kommen zahlreiche Zikadenarten vor, doch nur wenige verursachen sichtbare Schäden an Pflanzen. Für die typischen Saugschäden an Kräutern sind vor allem Arten der Gattungen Empoasca und Eupteryx verantwortlich. Die nur 2 bis 5 Millimeter großen Insekten halten sich bevorzugt an den Blattunterseiten auf und sind aufgrund ihrer Größe leicht zu übersehen. Mit einer Lupe lassen sich jedoch oft interessante Muster und Zeichnungen erkennen.

Lebensweise der Zwergzikaden

Zwergzikade an Katzenminze
Zwergzikade an Katzenminze   © Verband Wohneigentum/Görlitz

Zwergzikaden sind äußerst beweglich. Sobald sie gestört werden, springen sie blitzschnell davon. Die Insekten bevorzugen warme und trockene Witterungsbedingungen und entwickeln sich innerhalb von etwa drei bis fünf Wochen über mehrere Larvenstadien zum ausgewachsenen Tier.

Erste Saugschäden an Kräutern können bereits ab April sichtbar werden. Ihren Befallshöhepunkt erreichen Zwergzikaden meist im Juli, wenn die Temperaturen besonders hoch sind.

Sind befallene Kräuter noch essbar?

Die gute Nachricht: Trotz der optischen Schäden können befallene Kräuter weiterhin bedenkenlos geerntet und verwendet werden. Zwergzikaden verursachen überwiegend kosmetische Schäden an den Blättern. Zwar kann ein stärkerer Befall das Wachstum der Pflanzen etwas beeinträchtigen, zum Absterben der Kräuter kommt es jedoch nur sehr selten.

Eine direkte Bekämpfung ist daher in den meisten Fällen nicht erforderlich.

Was hilft gegen Zwergzikaden?

- Kulturschutznetze einsetzen: Feinmaschige Kulturschutznetze können einen Befall verhindern, wenn sie frühzeitig angebracht werden. Im Kräuterbeet ist diese Methode allerdings oft nur eingeschränkt praktikabel.

- Nützlinge fördern: Florfliegen, Spinnen und Raubmilben gehören zu den natürlichen Feinden der Zwergzikaden. Ein vielfältiger, naturnaher Garten mit Blühpflanzen und Rückzugsorten unterstützt diese Nützlinge und hilft dabei, die Population auf natürliche Weise zu regulieren.

- Gelbtafeln verwenden: Bei stärkerem Auftreten können Gelbtafeln eingesetzt werden, um die Anzahl der Zwergzikaden zu reduzieren. Dabei sollte jedoch bedacht werden, dass auch andere nützliche Insekten an den Tafeln hängen bleiben können.

- Pflanzen regelmäßig abduschen:Ein kräftiger Wasserstrahl kann die Tiere von den Pflanzen spülen und die Population verringern. Regelmäßiges Abbrausen ist besonders bei kleineren Kräuterbeständen eine einfache und wirksame Maßnahme.

- Herbstpflege nicht vergessen: Ein gründlicher Rückschnitt der Kräuter sowie das Entfernen befallener Pflanzenreste - insbesondere im Gewächshaus - können den Befallsdruck für das kommende Gartenjahr deutlich senken.

Sven Görlitz

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