Kornelkirsche - ein vielseitiger Strauch

Die strauchförmig wachsende Kornelkirsche (Cornus mas) begeistert Gartenberaterin Angela Maria Rudolf schon ihr halbes Leben. aufgrund der vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten: Ob als Nahrungspflanze für Insekten und Vögel, zur Unterstützung erosionsgefährdeter Böden oder als veredelte Gaumenfreude in Form von Marmeladen, Gelees und Bränden - bei der Kornelkirsche ist für jeden etwas dabei.

Kornelkirsche

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    Kornelkirsche blüht Foto: Dahlmann/Verband Wohneigentum

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    Blüte der Kornelkische Foto: Dahlmann/Verband Wohneigentum

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    junge Früchte der Kornelkische Foto: © Breidbach/VWE

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    Detail: Früchte der Kornelkirsche Foto: © Breidbach/VWE

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    Früchte der Kornelkirsche Foto: © Breidbach/VWE

Kornelkirsche: Farbe für das ganze Jahr

Das erste Highlight der Kornelkirsche im Jahresverlauf: Blüten, die im zeitigen März durch ihre gelbe Strahlkraft einen Hauch von Frühling in den Garten bringen und die ersten Hummeln und Bienen an das reichhaltige Pollen- und Nektarbuffet locken. Das danach eher unscheinbar erscheinende Laub, entwickelt sich am richtigen Standort im Herbst zu einer wahren Farbenpracht und bildet einen intensiv leuchtenden Abschluss des Gartenjahres. Einer üppigen Ernte ab Ende August bis Mitte Oktober von häufig dunkelroten Früchten steht nichts im Weg, wenn im Garten mindestens zwei Exemplare von Cornus mas gesetzt werden. Dies hängt damit zusammen, dass Kornelkirschen sich schlecht selbst bestäuben können. Wenn nur eine Kornelkirsche vorhanden ist, kann es passieren, dass nach einer reichen Blüte im Frühjahr kaum Früchte zu ernten sind.

Unkompliziertes Gehölz am passenden Standort

Der optimale Standort für dieses Laub abwerfende, im Alter bis zu 8 Meter hohen Gehölzes, liegt im sonnigen bis halbschattigen Bereich. Der Boden sollte auf keinen Fall staunassgefährdet sein. In der freien Natur setzt die Kornelkirsche sich eher auf trockenen Hängen mit kalkreichen, durchlässigen und lockeren Untergründen durch und vergesellschaftet sich dort vorrangig mit Hainbuchen, Heckenkirschen oder Haselnüssen. Durch ihr intensives und tiefreichendes Wurzelsystem mit starker Ausbildung von oberflächlichen Seitenwurzeln, eignen sich Kornelkirschen besonders zur Bepflanzung und Stabilisierung von erosionsgefährdeten Böden. Sie besitzt ein hohes Ausschlagsvermögen und treibt selbst nach starken Rückschnitten zuverlässig wieder aus.

Viele Verwendungsmöglichkeiten für die Kornelkirsche

Kornelkirschen eignen sich nicht nur hervorragend zum in Hausgärten als prächtiger Solitärstrauch, kleinkroniger Hausbaum, Klimagehölz oder als in Form geschnittene Heckenpflanze. Alle Bestandteile der Pflanze lassen sich verwerten: Die Früchte können roh genossen oder zu Marmeladen, Gelees, Fruchtsäften, Likören oder Bränden weiterverarbeitet werden. Das Holz mit seinem dunklen Kern gilt als das härteste Holz in Mitteleuropa und wurde früher zu Wagenrädern, Hammerstielen, Schusternägeln und dem "Ziegenhainer"- Spazierstock weiterverarbeitet. Die Rinde der Zweige und der Wurzeln, das Holz und die Blätter enthalten Gerbstoffe und wurden häufig als Färbe- und Gerbmittel verwendet.

Kornelkische: Namen und tolle Sorten

Herlitze, Dürlitze, Hirlnuss, Dirndlstrauch oder Gelber Hartriegel sind regional unterschiedliche Namen, die die Kornelkirsche im deutschsprachigen Raum bezeichnen. Neben den ursprünglichen roten und essbaren Früchten der Urform (Cornus mas), die zwischen August und Oktober reifen, gibt es eine Reihe interessanter Züchtungen:

'Flava' - gelbe Früchte
'Jolico' - große Früchte mit geringem Kernanteil und höherem Zuckergehalt
'Kasanlak' - starkwüchsig und ertragreich mit großen Früchten

Darum liebt Angela Maria Rudolf den Cornus mas:

"Ursprünglich stamme ich aus Thüringen, wo Kornelkirschen insbesondere im Bereich rund um die Saale bei Jena und nördlich des Thüringer Waldes im 18. und 19. Jahrhundert eine größere Rolle gespielt haben. Vertraut ist mir auch ein über die Grenzen hinaus bekannter Wanderstock, der "Ziegenhainer", der aus dem Holz der Kornelkirsche hergestellt wird.

Später, als ich in Bayern unweit des Klosters Aldersbach lebte, arbeitete ich im Verkaufsteam einer regional bekannten Baumschule - der Inhaber stellte aus Kornelkirsche geschmacklich hervorragende Obstbrände her und hat zwei Züchtungen "Big Ben" und "Langer Ben" am Markt etabliert.

In meiner heutigen Arbeit als Gartenberaterin im Verband Wohneigentum Niedersachsen empfehle ich die Kornelkirsche besonders deshalb, weil sie sich als hitzebeständig und klimaangepasst erweist und mit viel Pollen- und Nektar eine Nahrungsgrundlage für Bienen und Hummeln ist. Aus meiner Sicht die beste Alternative für die gelbblühende Forsythie, die keine Insekten ernährt, und als kleinkroniger Hausbaum sehr empfehlenswert!

Angela Maria Rudolf

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