Gartenboden im Winter Ruhe bitte!

In der kältesten Jahreszeit ruht nicht nur das Pflanzenwachstum, sondern weitgehend auch das Bodenleben. Das heißt, auch wir sollten Störungen vermeiden, damit Lebewesen, die den Gartenboden zahlreich bevölkern, nicht mobilisiert werden und zusätzlich Energie zum Überleben aufwenden müssen.

Boden bedeckt mit Laub
Den Boden im Winter am besten wie in der freien Natur mit einer 5-10 cm starken Schicht aus organischem Material abdecken.   © Görlitz/VWE

Schön warm zudecken

Ein wesentlicher Beitrag zum Schutz des Bodens - und das nicht nur im Winter - ist es, ihn zu bedecken. Genau wie wir beim Schlafen gern unter einer warmen Decke liegen, fühlen sich Bodenbewohner mit einem Luftpolster auf der Bodenoberfläche wohler. Luft ist bekanntlich der beste Isolator.

Gartenboden im Dezember
In der kalten Jahreszeit lasst ihr den Boden am besten ganz in Ruhe, rät Gartenberaterin Roswitha Koch.   © Florenske/VWE
Daher empfehlen wir, wie in der freien Natur, mit einer 5-10 cm starken Schicht aus organischem Material den Boden abzudecken. Geeignet sind Stroh, Stallmist, halbreifer, grob strukturierter Kompost, Herbstlaub oder einfach Pflanzenreste. Werden sie oberflächlich in den Boden eingearbeitet, ergeben sich größere Luftporen. Die hier festgehaltene Luft sorgt für ein Kleinklima an der Bodenoberfläche, das sonst gar nicht entstehen könnte. Außerdem ist dadurch der Boden vor Verschlämmen durch starke Niederschläge sowie vor Unkrautaufwuchs im Frühjahr geschützt.

Ansaat von Gründüngungspflanzen

Gründüngungspflanzen begrünen die Bodenoberfläche und ermöglichen das oben genannte Luftpolster - auch wenn sie durch den Frost später absterben. Die Bedeckung des Bodens bringt trotzdem einen Temperaturunterschied mit sich. Manche Gründüngungspflanzen durchwurzeln die Beete recht tief und lockern so schwere Böden wie Lehm- und Tonböden. Sie brechen sogar verdichtete Bodenschichten auf. Zu ihnen gehören z.B. Luzerne, Senfsaat, Ölrettich, Klee oder als Mischung das ‚Landsberger Gemenge‘. Winterroggen wurzelt nicht so tief, ist aber auch bestens geeignet.

Über Winter möglichst keine Kahlflächen

Alle organischen Materialien sollten im Frühling abgeharkt und kompostiert oder an Ort und Stelle flach eingearbeitet werden. Sie dienen so den Bodenbewohnern als Futter, was wiederum den Kulturpflanzen in der kommenden Vegetationsphase zugutekommt. Außerdem verbessert organisches Material im Boden die Struktur, weil jener besser belüftet wird. Wo man aktives Bodenleben durch viel Humus ermöglicht, wachsen alle Pflanzen besser. Sie sind gesunder, widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Schädlinge und liefern mehr Ertrag.
Dass im Winter nicht gedüngt werden muss, versteht sich von selbst. Denn wo geruht wird, wird nichts verzehrt. Einzige Ausnahme ist das Kalken des Bodens, weil Kalk als Boden-Hilfsstoff Einfluss auf die Bodenqualität und die Nährstoffverfügbarkeit aller anderen Pflanzennährstoffe nimmt.

Umgraben - ja oder nein?

Nur schwere, klebrige Lehm- und Tonböden sollten umgegraben werden und dadurch eine Winterfurche erhalten. Das Umgraben dieser Böden im Spätherbst führt zur Frostgare. Das bedeutet: Die grobscholligen Erd-Klumpen werden durch den Frost "gesprengt" und der Boden zerfällt in kleinere Krümel. Alle anderen Böden sind im Herbst nicht umzugraben.

Roswitha Koch

Tipp:

Bevor Sie kalken, sollten Sie den pH-Wert messen. Ein Test-Set dazu ist im Gartenfachhandel und im Baumarkt zu bekommen. In Abhängigkeit von der Bodenart und den Pflanzen, die darauf wachsen sollen, ist ein pH-Wert zwischen 5,5 und 7,0 anzustreben. Leichte Böden benötigen weniger Kalk als schwere Lehmböden.