Gartenräume neu gestalten

Terrasse, Rasen und ein Beet. Das war die klassische Aufteilung vieler Gärten. Dabei kann ein Garten noch viel mehr. Hans-Willi Heitzer versteht den Garten als erweiterten Lebensraum, in dem sich viele Ecken und Nischen schaffen lassen, die zum Wohlfühlen einladen. Durch geschickte Gestaltung wird Ihr Garten zu neuem Leben erwachen.

Jeder Garten bietet neue Gestaltungsräume. Neben Mauern und Zäunen gliedern Gehölze, Gräser und Stauden das Areal. Wenn Sie überlegen, mehr Struktur durch Gehölze in den Garten zu bringen, sollten Sie vor der Planung wissen, wie sich Gehölze unterscheiden. Gehölze werden in der Gartengestaltung in erster Linie nach Ihren typischen Wuchsformen ausgewählt, denn diese bestimmen das Raumgefühl und den Charakter eines Gartens.

Hochstämmige Gartenbäume

Bäume gehören in jeden Garten. Sie sind Lebensraum für Insekten und Vögel, sie schenken uns Obst und binden CO2. Trauen Sie sich ruhig einen Gartenbaum als Schattenspender in Terrassennähe zu pflanzen. Neugierige Blicke aus der 2. Etage der Nachbarhäuser lassen sich hervorragend durch geschickt platzierte Bäume vereiteln. Gartenbäume werden nicht höher als maximal acht Meter. Spalierbäume, wie Zierapfelspalier- oder Buchenspalierbäume. Sie werden in der zweiten Reihe, also circa zwei Meter von der Gartengrenze entfernt gepflanzt

Wer kennt nicht das tolle Raumgefühl, wenn man unter einer Baumkrone sitzt.

Solitärgehölze

Sie werden meist einzeln oder in kleinen Gruppen gepflanzt. Durch ihren speziellen Wuchs, besonderen Blüten oder Herbsttracht sind verleihen sie dem Garten das gewisse Extra. Sehr gerne verwende ich die schirmartige Felsenbirne oder den chinesischen Hartriegel. Sie gliedern, bieten in Sitzplatznähe Geborgenheit und durch ihren halbtransparenten Wuchs engen Sie nicht ein. Geben Sie diesen Charakterdarstellern Raum zur vollen Entfaltung. Einen Rückschnitt vertragen die meisten Solitärgehölze nicht. Auch empfehlenswert: Zaubernuss, Tulpenmagnolie, Judasbaum, halbstämmiger Zierapfel, japanische Zierkirsche, Flieder.

Felsenbirnen als Gestaltungselement
Felsenbirnen   © Heitzer/VWE

Ein Solitärgehölz ist immer besonders. Meist ist es mehrstämmig und lässt einen Blick hindurch zu.

Blühsträucher und Hecken

Flache Hecken und halbhohe Sträucher eignen sich sehr gut zur Markierung und Strukturierung einzelner Gartenräume. Der Platzbedarf der Deutzie, dem falschem Jasmin oder echtem Hartriegel wird oft unterschätzt. Zu eng gepflanzt, wirken sie wie eine grüne Wand und lassen so den Garten klein wirken. Wichtig ist ein regelmäßiger Schnitt der Blühsträucher. Sie wachsen dann arttypischer und blühen besser.

Illustration eines Busches mit einem Menschen daneben
Blühsträucher wachsen meist von der Basis aus. Meist wird ihr Platzbedarf unterschätzt.   © Heitzer/VWE

Die Anordnung von Gehölzen

Wie im Haus übernehmen die einzelnen Räume des Gartens unterschiedliche Funktionen. Es gibt die Terrasse (Wohnzimmer), das Gemüsebeet (Speisekammer), den Kompost (Toilette), das Spielzimmer (Spielbereich), den Wellnessbereich (Pool). Erst nachdem Sie die unterschiedlichen Funktionen verortet haben, macht eine räumliche Gliederung mit den Gartenpflanzen Sinn.
Ein Garten wirkt größer, wenn die Grenzen nicht erkennbar sind. Sträucher sollten deswegen nie in eine Gartenecke, sondern immer so gepflanzt werden, dass noch ein Raum dahinter zu erkennen ist.

schön bepflanztes Beet und Terrasse
Blickfang: der Lebkuchenbaum   © Heitzer/VWE

Auch ein Solitärstrauch in Terrassennähe, der bewusst eine Blickachse zum Nachbarn bricht, bietet Sichtschutz. Eine Sichtschutzhecke oder der dichte Zaun ist also nicht immer die erste Wahl.