Von der Wüste zur OasePraxistipp: In 5 Schritten von der Schotterfläche zu einer artenreichen und pflegeleichten Bepflanzung

In immer mehr Städten und Gemeinden regt sich Widerstand gegen die Verschotterung der (Vor-)gärten. Zwar ist das Anlegen solcher Steinflächen meist durch die jeweiligen Landesbauordnungen verboten, trotzdem werden seit Jahren mehr und mehr Gartenflächen unter Schotter begraben. Und dass, obwohl über die negativen Auswirkungen schon viel berichtet wurde. Um so mehr hofft Gartenberater Sven Görlitz, dass immer mehr Gartenbesitzer/innen verstehen: Gärten, die dem Klimawandel und dem Artensterben etwas entgegenzusetzen haben, müssen anders aussehen: nämlich grün, bunt und vielfältig.

Schotterwüste
Negativbeispiel: Schotterwüsten sehen nicht nur trist aus, sie sind auch schädlich für Klima und Umwelt!   © Görlitz/Verband Wohneigentum e.V.
Was tun, wenn die Schotterfläche bereits da ist?
Eine gute Möglichkeit ist, diese umzubauen in einen blühenden, artenreichen und insektenfreundlichen Stein- und Kiesgarten. Ein Sand-Schottergemisch dient hier als Substrat. In diesem wachsen trockenheitsverträgliche Gehölze, Stauden und heimische Wildpflanzen, die mageren Boden mögen. Der Pflegaufwand ist auf diesen Flächen sehr gering. Für diese Art der Gestaltung sollte die Fläche die meiste Zeit des Tages in der Sonne liegen.

1. Schritt: Das Vlies muss weg

Unter den meisten Schotterflächen findet sich Plastikvlies oder -folie. Diese verhindert einen Austausch zwischen dem Boden und der Oberfläche und sollte deshalb entfernt werden.

2. Schritt: Schotter wiederverwenden, Fläche gestalten

Bei grobem Schotter, ab einem Durchmesser von etwa 5 cm, kann dieser zu Hügeln und Wällen aufgeschüttet werden. Gestalterisch können diese Wälle mit größeren Steinen, Natursteinmauern, Totholz und Wurzeln ergänzt werden. Danach wird auf der restlichen Fläche ein Sand-Kiesgemisch mit einer Korngrößenverteilung von 0-16 mm oder 0-32 mm ungefähr 15-20 cm hoch aufgebracht.
Bereits vorhandener, feinerer Schotter und Splitt kann auf der Fläche verbleiben und wird lediglich mit Sand oder feinem Kies vermischt, auch hier bis zu einer Höhe von 15-20 cm.

Bildergalerie: Von der Wüste zur Oase

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    Kiesfläche für den Präriemorgen Foto: Görlitz/Verband Wohneigentum e.V.

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    Ausstellen der Stauden Foto: Görlitz/Verband Wohneigentum e.V.

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    Präriemorgen: Eingepflanzte Fläche Ende März Foto: Görlitz/Verband Wohneigentum e.V.

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    Präriemorgen im Juni Foto: Görlitz/Verband Wohneigentum e.V.

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    Präriemorgen im August Foto: Görlitz/Verband Wohneigentum e.V.

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    Präriemorgen im Oktober Foto: Görlitz/Verband Wohneigentum e.V.

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    Steine und Stauden Foto: Görlitz/Verband Wohneigentum e.V.

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    Steine und Stauden Foto: Görlitz/Verband Wohneigentum e.V.

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    Steine und Stauden Foto: Görlitz/Verband Wohneigentum e.V.

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    Steine und Stauden Foto: Görlitz/Verband Wohneigentum e.V.

3. Schritt: Nahrung für die Pflanzen

Bringen Sie nun zertifizierten Kompost in 2-3 cm auf die Kiesflächen. Der Kompost sollte von Wildkrautsamen sein und oberflächlich eingearbeitet werden.

4. Schritt: Pflanzen und Aussaat

Jetzt werden passenden Sträucher, Stauden sowie Zwiebel- und Knollenpflanzen gesetzt. Z.B. Bartblume, Hecht-Rose, Wilde Zwerg-Aster, Echte Bergminze, Natternkopf, Steppen-Wolfsmilch, Blauraute, Fetthenne und Weinberg-Tulpe. Pflanzenlisten finden Sie hier .
Es gibt viele pflanzfertige Staudenmischpflanzungen für alle Gartenbereiche. Der Vorteil: Die Pflanzen sind bereits in Kisten passend sortiert und müssen nur ausgelegt und gepflanzt werden. Für Kiesflächen eigenen sich z.B. die "Weinheimer Staudenmischungen". Auch die Aussaat von trockenheitsverträglichen Wildpflanzenmischungen ist auf diesen Flächen gut möglich.

5. Schritt: Ganz ohne Pflege geht es nicht

Bis die Pflanzen eingewachsen sind, benötigen sie regelmäßig Wasser. Eventuell auflaufende Wurzelunkräuter müssen konsequent entfernt werden. Ansonsten wird wenig eingegriffen, viele Wildpflanzen wie Natternkopf, Königs- und Nachtkerze sind zweijährig und "wandern" im Laufe der Jahre in der Fläche. Man jätet also am besten nur das, was man kennt und nicht in der Fläche haben möchte. Alles andere bleibt stehen. Schneiden Sie die Stauden und Gräser im Februar/März zurück und entfernen Sie das Schnittgut von der Fläche.

Zusätzliche Tipps:


Sven Görlitz