Vorsicht vor AmbrosiaAmbrosia artemisiifolia (Beifußblättriges Traubenkraut)

Informationen zur Bekämpfung

Das Beifußblättrige Traubenkraut ist eine Pflanze mit hochallergener Wirkung. Pflanzen, die entdeckt werden, sollten beseitigt werden. Die Beifuß-Ambrosie, wie sie auch genannt wird, wurde im 19. Jahrhundert durch verunreinigtes Saatgut aus Nordamerika eingeschleppt.

Derzeit verbreitet sich die Pflanze insbesondere über verunreinigtes Vogelfutter. Besonders Vogelfutter aus Billig-Importen ist davon betroffen. In Deutschland ist sie daher vor allem in der Nähe von Vogelfutterplätzen zu finden. Über wilde Komposthaufen und Erdverfrachtungen, über das Wasser der Bach- und Flussläufe und die Verwirbelung des Fahrtwindes an Verkehrswegen gelangt die Ambrosie in die Natur. Die Keimung der Samen beginnt bereits ab ca. Anfang April.

Gesundheitsgefahren

Durch die extrem hohe Anzahl an Blütenpollen ist das allergene Potenzial um ein Vielfaches höher als bei anderen allergenen Pflanzen. Die Pollen gelten als stark allergieauslösend und lösen oft auch bei Nichtallergikern Reaktionen aus: beispielsweise Asthma, allergischer Heuschnupfen oder Neurodermitis.

Außerdem enthalten die Blätter Sesquiterpenlactone. Personen, die auf diese Kontaktallergene reagieren, sollten auch den Hautkontakt vermeiden, um einer Sensibilisierung vorzubeugen.

Kreuzreaktionen mit Pflanzen aus der Familie der Korbblütler sind möglich. Kreuzreaktion sind Gruppen-Allergien auf ähnliche oder verwandte Proteine. Betroffene reagieren auf mehrere scheinbar unabhängige Substanzen gleichzeitig allergisch. Auch bei Pflanzen aus anderen Pflanzenfamilien, z.B. der Rosengewächse (Rosaceae), sind Kreuzreaktionen bekannt.

Schutzmaßnahmen

Bei allen Bekämpfungsmaßnahmen sollte Schutzkleidung getragen werden. Handschuhe und Staubmasken sind häufig ausreichend. Es empfiehlt sich in bestimmten Fällen jedoch ein Vollschutzanzug. Pollen können an der "normalen Kleidung" haften bleiben!

Das Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (Julius Kühn-Institut) empfiehlt folgende Sicherheitshinweise:

Bekämpfung

Jäten: Einzelpflanzen und auf kleinen Flächen
Einzeln stehende Pflanzen müssen mit der kompletten Wurzel, möglichst vor der Blüte, entfernt werden. Die Arbeiten können gut mit einer Grabegabel durchgeführt werden. Packen Sie ausgegrabene / gejätete Pflanzen vorsorglich in Plastikbeutel, diese luftdicht verschliesen und in den Restmüll gegeben. Über die Biotonne dürfen die Pflanzen nicht entsorgt werden.

Hacken: in Blumen- und Gemüsebeeten des Hausgartens
Am effektivsten bei jungen Pflanzen im sogenannten 2 bis 4-Blatt-Stadium. Diese Bekämpfung sollte nur bei trockenen Witterungs- und Bodenverhältnissen durchgeführt werden, da sonst das Wiederanwachsen der Pflanzen nicht ausgeschlossen werden kann. Im Zweifelsfall sind die Pflanzen aufzusammeln und wie beim Jäten zu entsorgen. Das Hacken auf jeden Fall vor der Blüte durchführen!

Abmähen
Bei großen Beständen, bei denen das Entfernen der Pflanzen mit Wurzel nicht möglich ist, kann das Mähen eine sinnvolle Maßnahme sein. Die Mahd sollte so nah wie möglich über der Bodenoberfläche erfolgen. Die Bodenoberfläche hingegen sollte nicht aufgebrochen werden. So wird das Bodenleben geschont, Erosion verhindert und eine weitere Keimung von Ambrosia-Samen reduziert.

Diese Methode eignet sich als ökologische Alternative zum Herbizideinsatz und in Wasserschutzgebieten. Mähvorgänge müssen kurz vor der Blütenbildung durchgeführt sein. Lücken, die durch die Bekämpfung entstanden sind, sollten durch Ansaaten von Konkurrenzpflanzen geschlossen werden. Eine Kontrolle der Flächen auf Ambrosia-Pflanzen ist nach spätestens 3-4 Wochen dringend erforderlich! Es ist möglich, dass sich ein Neuaustrieb mit neuen Blütenansätzen gebildet hat. Ein weiterer Mähvorgang ist dann notwendig. Im nächsten Jahr müssen weitere Kontrollen der bekämpften Flächen durchgeführt werden!

Mulchen
Durch das Abdecken mit Mulchmaterialien wie Gras, Heu, Rindenmulch in einer Mindeststärke von 10 cm ist es möglich, die Ambrosiasamen an der Keimung zu hindern. Es ist aber zu bedenken, dass Mulchmaterialien durch Bodenlebewesen zersetzt werden. Daher sind diese Flächen regelmäßig mit einer neuen Mulchschicht zu bedecken.
ACHTUNG: Die Samen sind bis zu 40 Jahre keimfähig! Eine regelmäßige Flächenkontrolle ist unbedingt erforderlich!

Thermische Bekämpfung
Eine thermische Bekämpfung durch Heißwasser- / Schaum Verfahren, Infrarot und Abflammen ist möglich. Diese Verfahren sind eine gute Alternative zur chemischen Bekämpfung. Es ist zu beachten, dass sie bis zum 2 bis 4-Blattstadium am erfolgreichsten sind. Aber auch hier sind Kontrollen unabdingbar!

Chemische Bekämpfung
Eine chemische Bekämpfung sollte im Hausgarten nicht stattfinden. Bei größeren Beständen auf Privatgrundstücken ist es ratsam, das zuständige Pflanzenschutzamt zu kontaktieren.

Erfolgskontrollen

Bei allen Bekämpfungsarten ist eine regelmäßige Nachkontrolle und Kennzeichnung der Fundstellen wichtig. Erste Kontrollen müssen spätestens einen Monat nach der Maßnahme erfolgen. Nur so ist es möglich, ein Neuauflaufen der Pflanzen festzustellen und erneute Maßnahmen rechtzeitig einzuleiten. Auch sind regelmäßige Nachkontrollen in den Folgejahren notwendig.

Hier finden Sie Tipps zur Bestimmung von Ambrosia .

Philippe Dahlmann