Ein kleiner Mauergarten

Der Garten als erweiterter Wohnraum: Dieses Stichwort passt auf den 60 qm großen Mauergarten, den ich Ihnen in diesem kleinen Gartenporträt vorstellen möchte.

Steinmauer im Garten.
Das Hochbeet auf der Sonnenseite ist geprägt von einem Pfirsich- und einem Birnbaum, Beerensträucher und eine rosafarbige Ramblerrose ergänzen die Bepflanzung.   © Heitzer/Verband Wohneigentum e.V.
Die Wunschvorstellung vieler Gartenplaner ist die Gestaltung eines großzügigen parkähnlichen Gartens, mit üppigen Staudenbeeten, spektakulären Solitärgehölzen und ausgeklügelten Farbspielen. Für die meisten Gartenbesitzer jedoch steht als oberstes Gebot. "Der Garten muss pflegeleicht sein" , was oft mit "sich nie wieder drum kümmern" gleichgesetzt wird. Kleine Gärten haben diesen großen Vorteil: sie benötigen weniger Pflege. Die Planung ist hier jedoch meist schwieriger, wie dieses Beispiel zeigt: Auf den 60qm sollte neben Sichtschutz, Wäschespinne, Grillplatz und Kräuterspirale Raum für einen Naschgarten sein - mit verschiedenen Obstgehölzen, Beerensträuchern und Gartenkräutern. Soweit die Vorstellung der Besitzer ...

Der Garten lässt sich in drei Bereiche aufteilen:
1. Die Terrasse wurde bereits vom Bauherrn mit graufarbigen Sandsteinplatten angelegt. Ein kleines Sonnenbeet und eine Kräuterecke umsäumen sie.
2. Die Mitte bildet eine kleine Rasenfläche, auf der eigentlich ein kleiner Gartenbaum vorgesehen war. Er wurde weggelassen, um Platz für einen Tisch frei zu halten.
3. Der Rahmen besteht aus einer Trockenmauer aus Wesersandstein und einem bewachsenen Holzzaun. Das erhöhte Pflanzbeet und das vertikale Grün am Zaun lässt den Garten größer erscheinen. Eine Holzbank auf der Mauer spart Platz. Der kleine Platz ist mit Mosaikpflaster erstellt.

Tipp: Kleine Steinformate und eine feine Textur der Gartenmaterialien im Hintergrund täuscht in kleinen Gärten Weite vor.
Steinmauer im Garten.
Auf der Schattenseite wächst eine Kletterhortensie, eine rosafarbige Clematis und eine Samthortensie. Im Frühjahr blühen blaue Vergissmeinnicht, Elfenblume und Waldsteinien.   © Heitzer/Verband Wohneigentum e.V.
Die Rasenplatten sind wie die Terrassenplatten aus grauen Sandstein. So verbinden sie geschickt die verschiedenen Gartenbereiche miteinander.

In Terrassennähe befindet sich die Kräuterecke und das Sonnenstaudenbeet. Im Hintergrund Obstgehölze sowie die Pflanzpartner Storchenschnabel (Geranium sanguineum 'Striatum') kombiniert mit Seifenkraut und Schleierkraut.
Eine automatische Bewässerung minimiert den Pflegeaufwand im Sommer.


Fazit
Der Garten zeigt, wie sich auf kleinstem Raum verschiedene Materialien und Pflanzen kombinieren lassen. Der Rat eines erfahrenen Gartenplaner macht sich bei der Anlage Ihres Gartens auf jeden Fall langfristig bezahlt.

Hans-Willi Heitzer
Skizze des Gartens
Planung eines kleinen Mauergartens.   © Heitzer/Verband Wohneigentum e.V.