Die Wuchstypen der Kletterpflanzen

Bei unseren Kletterpflanzen unterscheiden wir einjährige und mehrjährige Arten (Stauden, Gehölze) mit unterschiedlichen Wuchstypen. Wir teilen sie ein in Spreizklimmer, Schlingpflanzen, Rankpflanzen und Wurzelkletterer. Für einen erfolgreichen Einsatz von Kletterpflanzen müssen nicht nur die Standortansprüche beachtet werden, sondern auch der Wuchstyp, damit die passende Rankhilfe Verwendung findet.

Ranke der Passionsblume.
Die Passionsblume zählt zu den Sprossrankern.   © Pixabay

Die Wuchstypen

Spreizklimmer
DieseGruppe der Kletterpflanzen hält sich mit widerhakenähnlichen Seitensprossen, starren Klimmhaaren, Stacheln oder Dornen an der übrigen Vegetation oder an einer Rankhilfe fest. Man findet sie in der freien Natur in Saum- und Mantelpflanzengesellschaften, wo sie sich mehr oder weniger über die andere Vegetation legen. So entsteht oft ein fast undurchdringliches Gestrüpp. Bei der Verwendung im Garten ist zu berücksichtigen, dass die Ruten dieser Pflanzen durch regelmäßiges Einstecken oder Anbinden an der Kletterhilfe arretiert werden müssen. Die wichtigsten Vertreter dieses Wuchstyps sind Kletterosen und Brombeeren.

Schlingpflanzen
Schlingpflanzen bilden die größte Gruppe bei den Kletterpflanzen. Sie schlingen (winden) sich mit dem gesamten Spross oder mit einzelnen Trieben um die Zweige, Äste oder Stämme der Sträucher und Bäume. Die Triebspitzen suchen mit kreisförmigen Bewegungen nach dem Klettergerüst (Rankhilfe). Bis auf wenige Ausnahmen sind die Schlingpflanzen Rechts- oder Linkswinder (z.B. Bittersüßer Nachtschatten kann sich in beide Richtungen winden). Sehr bekannte Vertreter dieses Wuchstyps sind z.B. Blauregen, Hopfen, Klettergeißblatt.

Rankpflanzen
Bei den Rankpflanzen unterscheiden wir Spross- und Blattranker. Die Sprossranker klettern mit Organen, die an Stelle von Blütenständen oder Seitentrieben entstanden sind. Bekannte Vertreter dieses Typs sind der Wein und die Passionsblume. Bei einigen Arten bilden die Sprossranken zusätzliche Haftorgane aus (Wilder Wein). Blattranker halten sich mit Ranken, die wie z.B. bei der Platterbse oder Duftwicke aus dem letzten Fiederblättchen gebildet wurden. Aber auch bei Pflanzen ohne Fiederblätter (z. B. Kürbis) finden wir diese sogenannten Blattranken. Andere wiederum sind Blattstiel-Ranker (z. B. Clematis). Diese wickeln den Blattstiel um die Rankhilfe und halten sich auf diese Weise fest.

Wurzelkletterer
Diese Kletterpflanzen bilden an den Jungtrieben während der Wachstumsphase unverzweigte Haftwurzeln aus. Sie halten die Triebe am Untergrund fest, ohne in diesen Einzudringen. Man unterscheidet Internodienwurzler (Efeu) und Knotenwurzler (Trompetenblume). Internodienwurzler können sich effektiver am Untergrund festhalten, da am kompletten Trieb entlang, zwischen den Blattknotenpunkten, Haftwurzeln vorhanden sind, während sich bei den Knotenwurzlern die Haftwurzeln nur an den Blattknotenpunkten (Nodien) befinden.