Ziergarten

Tipps zur Pflanzzeit, Vermehrung, Rasenpflege, Schnitt, Gartenteich, Kübelpflanzen und mehr.

Vermehrung

Wenn die Sommerhitze vorüber ist, könnt ihr mit dem Teilen und Umpflanzen von Stauden, die bereits ihre Blütezeit abgeschlossen haben, beginnen. Rosen, Ziersträucher und einige Zwiebelblumen wie Herbstzeitlosen (Colchicum), herbstblühende Krokusse und Lilien können ebenfalls gepflanzt werden.

Eine sehr attraktive und vielfältige Gattung sind Lilien, von denen es etwa 100 Arten gibt, die sich oft noch in zahlreiche Sorten gliedern. Lilien gedeihen in allen humusreichen, mäßig feuchten aber gut dränierten Böden. Je nach Art wollen sie in voller Sonne oder im Halbschatten stehen. Der Wurzelbereich sollte beschattet sein, entweder durch die Nachbarschaft von Stauden oder durch eine Humusauflage.

Rasen

Falls der Rasen ein Opfer der Trockenheit geworden ist und sich noch nicht erholt hat, sollte jetzt mit seiner Wiederbelebung begonnen werden. Die morgendliche Taubildung und die gemäßigten Temperaturen im August, bieten ideale Bedingungen.

Die Regeneration des perfekten Zierrasens erfordert Mühe: Zuerst werden die Unkräuter entfernt, dann der verbliebene Rasen auf kurze Länge gemäht und vertikutiert. Streut anschließend einen speziellen Herbst-Rasendünger, der viel Kalium und wenig Stickstoff enthält, säet die gewünschte Grasmischung ein und haltet die Fläche feucht. Wenn das Gras aufgelaufen und gut eingewurzelt ist, lässt es sich wie gewohnt mähen.

Bei einem Gebrauchsrasen, in dem auch Kräuter wachsen dürfen, geschieht die Erneuerung fast von selbst: Nach einer Regenperiode wird gemäht, zur Stärkung der Gräser gedüngt und dann abgewartet. Der Rasen regeneriert sich aus den Wurzeln und durch die vorhandenen Samen.

Schnitt

Feldahorn, Liguster, Hainbuche und andere starkwüchsige Laubholzhecken können noch einmal in Form geschnitten werden. Es ist gut, wenn das bis September erledigt ist, damit die Schnittstellen vor dem Winter verheilt sind.

Lavendel
Lavendel (Lavendula angustifolia)   © pixabay
Lavendel (Lavandula angustifolia) behält seine buschige, kompakte Form, wenn ihr ihn jedes Jahr gleich nach der Blüte zurückschneidet. Dadurch kann die Pflanze ihre gesamte Kraft in das Wachstum stecken und muss keine Energie für die Samenbildung aufbringen. Schneidet nicht zu tief, sondern lediglich die Blütenstiele und Triebspitzen.

Gartenteich

Während Hitzeperioden trocknen nicht nur die Beete aus: Auch aus dem Gartenteich verdunstet Wasser. Füllt den Teich nicht auf einmal wieder auf, sondern portionsweise. So stört ihr das biologische Gleichgewicht am wenigsten.

In einigen Teichen verdrängen wuchernde Pflanzen ihre schwach wachsenden Nachbar-Arten. Damit diese eine Chance haben, holt am besten Teile der üppig wachsenden Pflanzen heraus. Geht dabei behutsam vor, um die Wasserökologie möglichst wenig durcheinanderzubringen.

Nährstoffe, die in den Teich gelangen, verschlechtern die Wasserqualität und fördern Algen. Dem beugen Sie vor, indem Sie abgestorbene Pflanzenteile aus dem Wasser entfernen, die Fische sparsam füttern und aufpassen, dass Erde nicht in den Teich geschwemmt werden kann, z.B. durch Starkregen.

Strohblumen trocknen

Wenn ihr ein Stück Sommer mit in den Winter nehmen wollt, ist es Zeit zum Schneiden von Trockenblumen. Die Schnittreife ist von der Blütenentwicklung abhängig. Sobald sich die erste Blüte öffnet, sind Kugeldistel (Echinops banaticus), Mannstreu (Eryngium alpinum), Sonnenflügel (Helipterum spec.), Kugelamarant (Gomphrena globosa) und Strohblume (Xerochrysum bracteatum) schnittreif. Das Öffnen aller Blüten sollte bei Garten-Lavendel (Lavendula angustifolia), Lampionstaude (Physalis alkegengi), Meerlavendel (Limonium sinuatum) und Schleierkraut (Gypsophila spec.) abgewartet werden. Die geschnittenen Blumen werden in kleine Bündel aufgeteilt und kopfüber an einem luftigen, schattigen Ort zum Trocknen aufgehängt.

Wolfgang Roth