Gemüsegarten im Juli
Erntezeit im Juli! Jetzt könnt ihr viele Gemüsesorten frisch genießen und gleichzeitig die Grundlage für eine erfolgreiche Herbst- und Winterernte schaffen. Einige Kulturen schmecken bereits als junges "Baby-Gemüse", andere entfalten ihr volles Aroma erst bei der Reife. Wer jetzt clever erntet und pflegt, sichert sich reiche Erträge.

Erntezeit im Juli
Im Juli herrscht Hochsaison im Gemüsegarten. Viele Kulturen sind jetzt erntereif oder können fortlaufend beerntet werden.
Gurken und Zucchini sollten regelmäßig im jungen Stadium geerntet werden. Das fördert die Bildung neuer Früchte und steigert den Gesamtertrag deutlich.
Bei Auberginen, Tomaten, Gemüsepaprika, Peperoni und Chili ist Geduld gefragt: Diese Fruchtgemüse entwickeln ihr volles Aroma erst bei vollständiger Reife. Einige Sorten können jedoch auch grün geerntet werden.
Kohlrabi, Radies und Rettich müssen bei Hitze und Trockenheit rechtzeitig geerntet werden, da sie sonst verholzen und an Qualität verlieren.
Rote Bete ist besonders vielseitig: Sie kann bereits jung als Blatt- oder Salatgemüse genutzt werden, als "Baby Beets" geerntet oder voll ausgereift als nährstoffreiches Knollengemüse mit viel Vitamin B, Eisen und Folsäure.
Küchenzwiebeln sind erntereif, wenn das Laub vollständig eingetrocknet ist. Das Niederdrücken des Laubes sollte vermieden werden, da es die Lagerfähigkeit und Qualität beeinträchtigt.
Achtet bei allen Kulturen darauf, die Pflanzen möglichst schonend zu behandeln - insbesondere bei mehrfacher Ernte. Pflanze festhalten und Früchte vorsichtig pflücken, um Schäden zu vermeiden.
Tomaten & Saatgutgewinnung
Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, um bei samenfesten Tomatensorten Saatgut für das kommende Gartenjahr zu gewinnen. F1-Hybriden sind dafür nicht geeignet, da sie keine sortenechten Nachkommen bilden.
Wählt eine gesunde, voll ausgereifte Frucht mit den gewünschten Eigenschaften. Die Samen werden 1-2 Tage in Wasser fermentiert, anschließend gründlich abgespült, getrocknet und beschriftet gelagert.
Pflanzen schützen
Bei Kohlgewächsen können Welken und Wachstumsstörungen auf Kohlhernie hindeuten - einen hartnäckigen Bodenpilz, der Knollen an den Wurzeln verursacht und lange im Boden überdauern kann. Befallene Pflanzen sollten vollständig entfernt und im Hausmüll entsorgt werden. Vorbeugend hilft eine Anbaupause von mindestens vier Jahren sowie ein leicht erhöhter pH-Wert durch Kalkung.
Gegen Kraut- und Braunfäule an Tomaten helfen vor allem vorbeugende Maßnahmen: nur im Wurzelbereich wässern, Blätter trocken halten, ausreichend Pflanzabstand einhalten und für gute Luftzirkulation sorgen. Im Gewächshaus ist regelmäßiges Lüften besonders wichtig. Tomaten und Kartoffeln sollten nicht nebeneinander stehen, da sich Krankheiten übertragen können.
Kräuter im Sommer nutzen
Küchenkräuter lassen sich im Sommer kontinuierlich frisch ernten. Für die Haltbarmachung eignet sich das Trocknen im luftigen Schatten. Dazu werden Kräuter locker gebündelt und aufgehängt, beispielsweise an einer Leine oder einem Hosenbügel.
Der optimale Erntezeitpunkt für Trocknungskräuter liegt kurz vor der Blüte, da dann das Aroma am intensivsten ist. Die Schattentrocknung erhält die grüne Farbe und verbessert die Qualität gegenüber sonnengetrockneten Kräutern.
Viele Kräuter treiben nach der Ernte erneut aus, sofern ausreichend Wasser und Nährstoffe vorhanden sind. Gelb werdendes Knoblauchkraut sollte rechtzeitig geerntet und wie Zwiebeln zum Trocknen aufgehängt werden.
Aussaaten und Nachkultur
Im Juli ist noch Zeit für zahlreiche Aussaaten, darunter Herbst- und Winterrettich, Spinat, Feldsalat sowie verschiedene Buschbohnen. Auch viele Salate wie Kopf-, Schnitt- und Römersalat, Endivien, Radicchio und Rucola können noch ausgesät werden.
Nach der Ernte sollten Beete nicht unbedeckt bleiben. Eine schnelle Nachkultur oder das Mulchen schützt den Boden vor Austrocknung und verbessert die Bodenfruchtbarkeit. Besonders geeignet ist angetrockneter Rasenschnitt oder eine gezielte Gründüngung.
Pflege und Bodenschutz
Nach der Ernte werden Beete idealerweise nur flach gelockert statt tief umgegraben. So bleiben Bodenstruktur und Wurzelkanäle erhalten, was das Anwachsen neuer Kulturen erleichtert und die Bodenfeuchte schützt.
Auf Erbsen- und Bohnenbeeten sollten die Wurzeln im Boden verbleiben. Die Knöllchenbakterien der Leguminosen binden Stickstoff aus der Luft und verbessern damit die Nährstoffversorgung für nachfolgende Kulturen.
Eine Untersaat bei höher wachsenden Gemüsearten hilft zusätzlich, den Boden zu bedecken und vor Austrocknung, Erosion und Nährstoffverlust zu schützen.
Schädlinge und Pflanzenschutz
Mit der Reife von Beeren kann die Kirschessigfliege auftreten und innerhalb kurzer Zeit große Schäden verursachen. Schutz bieten engmaschige Netze oder das Einhüllen einzelner Früchte mit feinem Organza-Stoff. Die Maßnahmen sollten frühzeitig umgesetzt werden, um Ernteverluste zu vermeiden.
Roswitha Koch