Ziergarten

Richtig wässern ist jetzt das A & O. Wir erklären auch, was ihr unbedingt zur Rosenpflege wissen müsst. Jetzt an den nächsten Hersbst denken und Zwiebelblumen pflanzen. So gehen Pflegeschnitte und Formschnitte. Das ist wichtig beim Rasen düngen. So könnt ihr jetzt Insekten fördern.

Eine Schönheit aus Südafrika, die Großblumige Montbretie
Eine Schönheit aus Südafrika, die Großblumige Montbretie (Crocosmia masoniorum).   © Wolfgang Roth

Richtig wässern im Garten

In Zeiten des Klimawandels und zunehmend längerer Trockenperioden wird die richtige Bewässerung im Garten immer wichtiger - insbesondere in Regionen mit geringeren Niederschlägen. Entscheidend ist dabei nicht die Häufigkeit, sondern die richtige Gießtechnik.

Wichtig ist ein gründliches Wässern, damit das Wasser den Wurzelbereich erreicht. Nur so werden die Pflanzen dazu angeregt, tiefere Wurzeln auszubilden und sich besser mit Wasser zu versorgen. Pro Gießvorgang sollten deshalb mindestens 20 Liter Wasser pro Quadratmeter ausgebracht werden.

Pflanzen mit einer großen Blattmasse haben aufgrund ihrer hohen Verdunstungsfläche einen deutlich erhöhten Wasserbedarf. Dazu zählen verschiedene Staudenarten ebenso wie Kürbis, Zucchini und Rhabarber, aber auch Obstbäume. Sie benötigen entsprechend mehr Wasser, um gesund und vital zu wachsen.

Rasen richtig düngen

Eine ausgewogene Pflanzenernährung ist die Voraussetzung für gesundes Wachstum, kräftige Pflanzen und einen dichten, grünen Rasen. Deshalb gehören regelmäßiges Wässern und bedarfsgerechtes Düngen zu den wichtigsten Maßnahmen der Garten- und Rasenpflege.

Besonders Rasenflächen benötigen eine kontinuierliche Nährstoffversorgung. Wird das Schnittgut beim Mähen aufgefangen und entfernt, gehen dem Boden mit jedem Mähvorgang wertvolle Nährstoffe verloren. In diesem Fall ist ein regelmäßiges Nachdüngen sinnvoll. Wer hingegen einen Mulchmäher verwendet, führt einen Teil der Nährstoffe über das zerkleinerte Mähgut wieder dem Boden zu.

Vor allem auf leichten, sandigen Böden empfiehlt sich häufiges Düngen in kleinen Mengen. Diese Vorgehensweise versorgt die Pflanzen gleichmäßig mit Nährstoffen und ist deutlich effektiver als seltene, hohe Düngergaben. Für Boden, Umwelt und Pflanzen eignen sich insbesondere organische Düngemittel wie Hornmehl. Sie fördern das Bodenleben und setzen Nährstoffe langsam und nachhaltig frei. Ebenfalls bewährt haben sich organisch-mineralische Mehrnährstoffdünger. Sie kombinieren eine schnelle Sofortwirkung mit einer langfristigen Nährstoffversorgung und unterstützen so ein gesundes Pflanzenwachstum über einen längeren Zeitraum.

Heckenschnitt: Formpflege für dichte und gesunde Hecken

Der Juli ist der ideale Zeitpunkt für einen sommerlichen Heckenschnitt. Dabei steht nicht ein starker Rückschnitt im Vordergrund, sondern ein schonender Korrekturschnitt, mit dem die Hecke in Form gehalten wird. Entfernt wird lediglich der diesjährige Neuaustrieb, um ein gepflegtes Erscheinungsbild zu erhalten. Vor Beginn der Arbeiten sollte jedoch sorgfältig kontrolliert werden, ob sich noch brütende Vögel oder besetzte Nester in der Hecke befinden. Erst wenn keine Brutaktivitäten mehr stattfinden, kann der Formschnitt durchgeführt werden.

Für eine dauerhaft dichte und gesunde Hecke ist außerdem die richtige Schnittform wichtig: Der untere Bereich sollte etwas breiter bleiben als die Heckenkrone. Durch diese trapezförmige Form gelangt ausreichend Licht an die Seitenflächen und den unteren Bereich der Hecke. So bleibt die Hecke bis zum Boden gut belaubt, gesund und zuverlässig blickdicht.

Rosen

Fast alle Gartenrosen sind auf eine Wildrosen-Unterlage veredelt. Diese ist von urwüchsiger Vitalität und treibt manchmal mit "wilden" Trieben aus dem Wurzelbereich aus. Wildtriebe unterscheiden sich von der Edelsorte durch meist kleineres und helles Laub sowie eine andere Bestachelung. Legt den Wildling frei und reißt ihn mit einem kräftigen Ruck ab.

Auch beim Formschnitt gilt: Lieber öfter und maßvoll schneiden, damit die Pflanzen kompakt bleiben und ihre ganze Kraft in die Blütenbildung stecken.

Pflegeschnitt

Lavendel bringt südliches Flair und würzigen Duft in den Garten. Er gedeiht gut in kalkhaltigen und wasserdurchlässigen Böden an sonnigen Standorten. Garten-Lavendel (Lavendula angustifolia) und Provence-Lavendel (L. x intermedia) blühen in vielen Blautönen, in Violett und Weiß. Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Beide Arten sind winterhart und, abgesehen von den Schnittmaßnahmen, pflegeleicht. Gleich nach dem Verblühen schneidet ihr die Blütenstängel so tief zurück, dass sogar etwas Kraut mit entfernt wird. Der Hauptschnitt erfolgt im Frühjahr, wenn der krautige Teil bis wenige Zentimeter oberhalb der verholzten Zweige abgeschnitten wird.

Mehrmals blühende Rosensorten: Ihr Flor wird besonders üppig, wenn ihr das Verblühte laufend herausschneidet. Setzt den Schnitt bei langstieligen Edelrosen etwas tiefer an, damit sich ein kräftiger Neutrieb mit einer schönen Blüte entwickeln kann. Die optimale Schnittstelle ist kurz über dem obersten vollständig gefiederten Laubblatt. Der letzte Termin für eine Düngung ist Anfang Juli.

Wer mit der Blütenfülle seines Chinesischen Blauregens (Wisteria sinensis), auch Glyzinie genannt, unzufrieden ist, sollte jetzt die Seitentriebe auf etwa vier Blätter kürzen. Auch andere Kletterpflanzen profitieren im Juli von einem Formschnitt, um zu starkes Wachstum zu zügeln und die Blütenbildung für das nächste Jahr zu fördern.

Düngen

Wie dauerhaft Sommerblumen in Pflanzgefäßen blühen, hängt u.a. von der Intensität der Pflege ab. Für einen langen Blütenflor brauchen die Pflanzen ausreichend Wasser und Nährstoffe. Oft ist der Nährstoffvorrat schon im Sommer aufgebraucht und es muss dringend nachgedüngt werden. Das passiert sogar, wenn ihr beim Einpflanzen neue und mit Dünger bevorratete Blumenerde verwendet habt. Außerdem ist für die Bildung neuer Blütenknospen das ständige Ausputzen verwelkter Blüten erforderlich.

Auch Rosenpflanzen erhalten im Juli ihre letzte stickstoffhaltige Düngung, damit die Triebe bis zum Wintereintritt gut ausreifen können. Empfehlenswert sind kaliumbetonte Dünger, da Kalium die Holzreife fördert und die Pflanze widerstandsfähiger gegen Frost macht. Ein organischer oder organisch-mineralischer Volldünger ist dabei eine gute Wahl, solange die Dosierung den Empfehlungen auf der Verpackung entspricht.

Blumenzwiebeln

In diesen Wochen beginnt die Pflanzzeit für Zwiebelblumen und Knollengewächse wie Alpenveilchen (Cyclamen spp.), Herbstkrokus (Crocus spp.), Hundszahn oder Forellenlilie (Erythronium spp.), Kaiserkrone (Fritillaria imperialis) und Madonnenlilie (Lilium candidum).

Tulpen, Narzissen und ähnliche Frühjahrsblüher werden etwa sechs Wochen später gepflanzt.

Seit dem Frühjahr nimmt die Blütenfülle täglich zu, nun blühen aber schon etliche Pflanzen ab oder haben sogar schon eingezogen. Die meisten Frühblüher haben jetzt gelbes oder braunes Laub und können aus dem Boden genommen werden, wenn man sie umpflanzen möchte. Lagert die Zwiebeln und Knollen am besten trocken und schattig und pflanzt sie ab Mitte September an ihre neuen Plätze. Niedrige Frühblüher dürfen sich aber jahrelang am selben Ort vermehren - je größer ihre Blütenteppiche, desto schöner die Wirkung im Beet.

Die 2. Julihälfte ist außerdem ein guter Zeitpunkt, um Schwertlilien zu teilen. Hebt die Pflanzen vorsichtig mit der Grabegabel aus dem Boden, teilt die Rhizome mit einem scharfen Messer und kürzt das Laub etwas ein. Pflanzt sie so flach, dass die obere Hälfte der Rhizome sichtbar bleibt. Besonders auf schweren Böden verhindert die flache Pflanzung, dass die Wurzeln bei Staunässe faulen.

Manche Stauden setzen nun zu einem zweiten Flor an. Das Abschneiden der verblühten Blütenstände regt die neue Knospenbildung an. Etwas Dünger und eine gute Wasserversorgung geben ihnen zusätzliche Kraft für den Spätsommerflor.

So fördert ihr Insekten

Wer Insekten im Garten unterstützen möchte, kann im Juli auch noch Seidenmohn aussäen. Im nächsten Sommer wird dieser viele Wildbienen, Schwebfliegen und Honigbienen anlocken. Eine besondere Rarität ist der Kalifornische Scheinmohn (Romneya coulteri), auch Strauch- oder Baummohn genannt. Seine imposanten weißen Blüten mit gelber Mitte erreichen bis zu 12 cm Durchmesser und erscheinen ab dem Hochsommer. Die Pflanze liebt nährstoffreiche, durchlässige Böden an sonnigen, geschützten Standorten und benötigt Winterschutz. Ein Rückschnitt Ende März auf etwa 20 cm fördert die reiche Blüte im Spätsommer. Als imposante Strukturpflanze harmoniert sie perfekt mit mediterranen Stauden, hohen Gräsern und Patagonischem Eisenkraut.

Roswitha Koch

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