Gemüsegarten

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und ein milder Sonnentag im Februar noch keinen Frühling. Lasst euch nicht verführen und wartet noch ein paar Wochen mit den ersten Aussaaten ins Freiland. Jetzt kann man schon Gemüse auf der Fensterbank oder im Frühbeet oder beheizten Gewächshaus vorziehen.

Mangold
Unübersehbar ist das kraftvolle Rot des Mangolds.   © Wolfgang Roth

Aussaat

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und ein milder Sonnentag im Februar noch keinen Frühling. Lasst euch nicht verführen und wartet noch einige Wochen mit den ersten Aussaaten ins Freiland. Es ist sicherer, Frühgemüse dort erst im März oder April auszusäen. Wer ein Risiko eingehen möchte, kann Ende des Monats Pferde- oder Puffbohnen (Vicia faba) im Freien aussäen. Die Pflanzen vertragen bis - 4 °C. Weniger riskant ist die Anzucht auf der Fensterbank mit dem Ziel, die Jungpflanzen frühzeitig ins Beet zu setzen. Durch den frühen Kulturbeginn kann rechtzeitig geerntet werden, möglichst bevor im Sommer die Schwarze Bohnenlaus die Pflanzen befällt.

Nicht selten werden Fensterbänke als Kinderstube für wärmeliebendes Fruchtgemüse genutzt. Der Vorteil der eigenen Pflanzenanzucht ist die große Auswahl an Sorten, die beim Kauf von Jungpflanzen viel geringer ist. Eine lange Entwicklungszeit brauchen Auberginen, Paprika und Chili. Sie sollten Ende Februar ausgesät werden. Tomaten wachsen zügiger. Ihr frühester Aussaattermin ist Anfang März. Gurken, Kürbissen, Melonen und Zucchini im April ausgesät, werden Mitte Mai die optimale Pflanzgröße erreichen.

Bei günstiger Witterung können ab Monatsende Pflück- und Schnittsalat, Möhren, Radies, Spinat und Stielmus (Brassica rapa var. rapa) sowie die Kräuter Gartenkresse, Petersilie und Kerbel ins Frühbeet oder ungeheizte Gewächshaus gesät werden. Bei stärkeren Temperatureinbrüche sollten Sie die Pflanzen kurzzeitig mit Gartenvlies abdecken.

Saatgut

Prüft älteres Saatgut auf dessen Keimkraft. Dazu legt man feuchtes Fließpapier auf einen Teller, darauf einige zu überprüfende Samenkörner und decken alles mit einer Frischhaltefolie ab. Wenn die Samen nicht austrocknen und nicht im Wasser schwimmen, werden nach einer, für jede Gemüseart charakteristischen Zeit, Keime sichtbar. Geht mehr als 50 % der Saat auf, dann kann sie verwendet werden.

Mulchen

Da sich der Winter in die Länge ziehen kann, ist es noch nicht zu spät, leere Gemüsebeete mit Laub, Häcksel oder anderen pflanzlichen Resten zu bedecken. Diese Mulchschicht schützt die im Boden lebenden Mikroorganismen vor Kälte und kann im März untergegraben werden. Dort wandeln Mikroorganismen die organischen Rückstände in Humus um. In diesem Prozess werden viele Pflanzennährstoffe freigesetzt, die der neuen Gemüsegeneration zugute kommen.

Kartoffeln

Das Vorkeimen von Frühkartoffeln bringt einen Vorsprung von 8 bis 14 Tagen. Damit die Knollen kompakte 10 bis 15 mm kurze Keime bilden, brauchen sie einen hellen Standort mit Tageslicht und Temperaturen zwischen 10 und 15 °C. Wenn Sie Mitte April pflanzen möchten, müssen Sie Ende Februar mit dem Vorkeimen beginnen. Geeignet sind nur frühe Sorten. Eine lohnende Investition ist der Kauf von zertifizierten Saatkartoffeln.

Lagerung

Bei trockener, kühler und dunkler Lagerung beträgt die Haltbarkeit der Samen von Schwarzwurzeln und Wurzelpetersilie ein Jahr. Dill und Schnittlauch können bis zu 2 Jahre; Feldsalat, Petersilie, Tomaten und Zwiebeln bis zu 3 Jahre; Bohnen, Erbsen, Kopfsalat, Möhren und Sellerie bis zu 4 Jahre; Kohlarten, Radies, Rettich, Spinat und Rote Bete bis zu 5 Jahren und Gurken und Kürbisse bis zu 6 Jahre aufbewahrt werden.

Wolfgang Roth