Obstgarten

Noch ist Zeit für den Rückschnitt von Obstgehölzen. Milben an Johannisbeerknospen sollten jetzt entfernt werden, auch die Blutlaus-Kolonien an Obstbäumen kann man durch Abbürsten einfach bekämpfen. Und falls ihr bald noch etwas pflanzen wollt: wir helfen beim Überlegen.

Schnitt Obstgehölze

Es wird Zeit für den Rückschnitt von Kern- und Beerenobst. Warten Sie auf trockenes Wetter, um die Übertragung von Pflanzenkrankheiten gering zu halten. Und wählt einen Tag mit einer Temperatur über - 5 °C. Jährliches Auslichten von Baumkronen und Obststräuchern führt zu einer optimalen Durchlüftung und lässt mehr Licht ins Innere dringen. Dadurch trocknen Zweige, Blätter und Früchte gut ab und werden weniger von Mehltau, Schorf oder Monilia-Fruchtfäule befallen. Auch die Fruchtqualität nimmt wegen des höheren Lichteinfalls zu.

Steinobst ist schnittempfindlicher. Damit sich die Wunden noch in der Vegetationszeit schließen können, sollte das Auslichten gleich nach der Ernte erfolgen und nicht im Winter.
Zum festen Bestandteil des Rückschnitts gehört auch das Entfernen aller Fruchtmumien.

An den Herbsthimbeeren werden sämtliche Ruten wenige Zentimeter über der Erde abgeschnitten. Aus den verbleibenden Augen treiben neue Ruten, die bereits im Juli für die Ernte ab September blühen.

Schneidet alle abgetragenen Triebe der Weinreben auf ein bis zwei Augen zurück. Im Frühjahr bleiben dann von dem Neuaustrieb nur die kräftigsten Fruchttriebe stehen. Dieser Schnitt sollte noch vor dem Verholzen der Triebe erfolgen.

Fruchtfeigen (Ficus carica) gewinnen zunehmend an Beliebtheit. Neue weniger frostempfindliche Sorten treiben diesen Trend an. Feigen werden meistens als Büsche gezogen und nur mäßig geschnitten. Dadurch setzen sie mehr Früchte an und wachsen weniger stark. Zur notwendigen Pflege gehört das Entfernen aller durch Frost geschädigten, sich kreuzenden und zu dicht stehenden Zweige. Bei alten Exemplaren führt ein starker Rückschnitt zu neuer Jugend. Sägt die abgetragenen Äste direkt über dem Boden ab und kürzen Sie die verbleibenden ein.

Bald etwas pflanzen?

Bevor die Pflanzzeit im nächsten Monat beginnt, ist im Vorwege einiges zu bedenken: Welche Obstarten sind für den Standort geeignet? Wie viel Platz steht zur Verfügung? Und mit welchen Arten lässt sich eine lange Erntesaison mit haushaltsüblichen Erntemengen erreichen? Mit geschickter Planung kann die Erntesaison von Beerenobst weit ausgedehnt werden.

Sie beginnt im Mai mit Erdbeeren und endet mit der Ernte von Herbsthimbeeren Anfang November. Für ein rückenschonendes Pflücken eignen sich Johannisbeer- und Stachelbeer-Stämmchen, sowie am Spalier gezogene Kiwis, Wein- und Brombeeren. Zum Naschen verführen u.a. Heidel- und Sommerhimbeeren

Die meisten Beerenobst-Arten sind selbst fruchtend und benötigen keinen Partner. Dennoch ist ein paarweises Pflanzen sinnvoll, weil durch Fremdbefruchtung die Erträge deutlich zunehmen.

In vielen Gärten sind Obstbäume gar nicht wegzudenken. Sehr beliebt sind schwachwüchsige Bäume, die schon nach wenigen Jahren gute Erträge bringen. Ein weiterer Vorteil ist, dass beim Rückschnitt nur wenig Astwerk anfällt. Schwachwüchsig und dennoch ertragreich ist die Baumform "Spindelbusch" mit einem durchgehenden Mittelstamm ohne starke Seitenäste und der "Busch" oder "Buschbaum" mit einer Stammhöhe bis 60 cm. Bei der Sortenwahl ist neben dem Geschmack auch auf eine geringe Krankheitsanfälligkeit zu achten. Denn hohe Widerstandsfähigkeit in Kombination mit einer guten Pflege machen den Einsatz von Pestiziden überflüssig.

In normalen Lagen gedeihen Apfel-, Pflaumen und Sauerkirschbäume problemlos. Etwas wärmebedürftiger sind Birne, Pfirsich und Süßkirsche.

Pflanzen schützen

Ballonartig aufgeblähte Knospen an Schwarzer Johannisbeere, seltener an Roter Johannisbeere und Stachelbeere, sind von der Johannisbeergallmilbe befallen. Diese nur 0,2 mm großen Tiere leben zu Tausenden in einer Knospe und verhindern deren Austrieb. Zur Bekämpfung müssen verdächtige Knospen im Winter, bevor die Milben sie im März und April verlassen, ausgebrochen und über die Restmülltonne (nicht Kompost!) vernichtet werden. Bei starkem Befall kann ein radikaler Rückschnitt der Triebe helfen. Chemisch bekämpfbar sind die Milben nur, wenn sie die Knospen verlassen, um neue Lebensräume zu besiedeln. Zugelassen sind rapsölhaltige Pflanzenschutzmittel.

Unter watteartigen Belägen auf der Rinde von Apfel- und anderen Obstbäumen verstecken sich oft Blutlaus-Kolonien. Beim Zerdrücken der Läuse tritt eine, dem Blut ähnelnde, braunrote Flüssigkeit aus. Blutläuse überwintern häufig im unteren Stammbereich und lassen sich dort durch Abbürsten einfach bekämpfen. Bleiben die Tiere ungestört, dann verbreiten sie sich im Mai über die Baumkrone. Der Baum reagiert auf den Befall mit krebsartigen Wucherungen.

Wolfgang Roth