Reisig- und Totholzhaufen anlegen Nische voller Leben

Holz ist viel mehr als ein Baumaterial. Es kann zum Beispiel einen wichtigen Beitrag zum Arten- und Naturschutz liefern. Doch wie soll das funktionieren und was könnt ihr in euren Gärten dafür tun? Gartenberaterin Angela Maria Rudolf mit Antworten.

Igelhaufen Nützlinge Schnittguthaufen
Wichtig für viele Nützlinge in unseren Gärten sind Rückzugsquartiere, Nistmöglichkeiten und Nahrungsgrundlagen.   © Görlitz/VWE

Aufgrund der Tatsache, dass Holz ein natürlicher und nachwachsender Rohstoff ist, erfüllt es eine wichtige Funktion im Kreislaufsystem der Natur. Schon lange bevor der Mensch die Vorzüge von Holz für sich entdeckte, gab es viele heimische Tierarten, welche sich vielfältig auf das Leben in, auf und unter Holz eingerichtet hatten. Leider verlieren viele Lebewesen durch sterile und aufgeräumte Gärten auf Dauer jegliche Existenzgrundlage und die Artenvielfalt bedroht. Um dieser Entwicklung im Kleinen entgegenzuwirken, kann jeder und jede im Garten etwas tun!

Lebendiges Totholz

Totholz Buche
Totes Holz (hier Buche) bietet einen optimalen Lebensraum.   © Görlitz/VWE
Wichtig für viele Nützlinge in unseren Gärten sind Rückzugsquartiere, Nistmöglichkeiten und Nahrungsgrundlagen. Holz erfüllt diese drei Bedingungen und bietet einen optimalen Lebensraum. Ein einfach angelegter Totholzhaufen in einer sonnigeren und ruhigeren Ecke des Gartens bietet zum Beispiel einen Unterschlupf für Igel, Blindschleichen und Eidechsen. Zum anderen ist er ein Brutplatz für Vögel und kann, je nach Größe, ebenso als Versteck oder Winterquartier genutzt werden. Häufig finden sich in länger abgelagerten Totholzhäufen eine Vielzahl an unterschiedlichen Käfern, Spinnen und Kleinsäugern.

Reisig- und Totholzhaufen anlegen

Um einen Reisighaufen anzulegen, wird im Garten angefallenes (Tot-)Holz bestehend aus dünneren und dickeren Zweigen locker übereinandergeschichtet und der Zersetzung überlassen. Laub, Wurzeln, Baumstümpfe und größere Aststücke können ebenso eingebaut werden. Sie sorgen zum einen für organische Substanz und zum anderen schafft die unterschiedliche Zusammensetzung geeignete Hohlräume, welche gerne als Versteck angenommen werden.

Bei der Auswahl eines geeigneten Platzes bietet sich eine ruhige und geschützte Stelle an, je nach Lichteinfall und Besonnung siedeln sich unterschiedliche Insekten und Tiere an. Es sollte darauf geachtet werden, dass nicht in tiefen Mulden oder Senken geschichtet wird, da sich dort Stauwasser ansammeln kann.

Die Größe des Totholzhaufens richtet sich in erster Linie nach dem vorhanden Platzangebot, je größer und breiter er aufgebaut werden kann, umso mehr Lebensraum, Rückzugsort und Nahrungsgrundlage bietet er. Wichtig ist es, über die Jahre regelmäßig Holz nachzulegen, da sich der Haufen durch natürliche Prozesse immer weiter zersetzt. Der jährlich anfallende Strauch- oder Baumschnitt kann so somit obenauf gelegt werden, um die gewünschte Größe beizubehalten und viele unterschiedliche Zersetzungsstadien im Totholzhaufen zu fördern und damit ein hohes Maß an Biodiversität zu erhalten.

Angela Maria Rudolf

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