Ansetzen eines Komposts Erste Schritte

Wer einen eigenen Kompost anlegen möchte, um aus den Gartenabfällen eigenen Dünger und Bodenverbesserer herzustellen, braucht ein bisschen Sachverstand. In Teil 3 der Kompost-Serie erklärt unser Gartenberater Sven Görlitz was noch zu tun ist, damit es endlich losgehen kann.

Rottebox
Bei der Kaltrotte wird nach und nach anfallendes Material aufgeschichtet, das Mikroorganismen und Würmer verarbeiten. Dies geschieht so in den meisten Hausgärten.   © Görlitz/VWE

Bei der Kompostierung werden Kaltrotte und Heißrotte unterschieden. Wer einen Kompost aufbauen möchte, sollte sich zuvor entscheiden:

Kaltrotte oder Heißrotte?

Engerlinge im Kompost
Hilfreich im Kompost: Engerlinge des Rosenkäfers   © Görlitz/VWE
Bei der Kaltrotte wird nach und nach anfallendes Material aufgeschichtet, das Mikroorganismen und Würmer verarbeiten. Dies geschieht so in den meisten Hausgärten. Unliebsame Beikraut-Samen und Pilzsporen werden bei dieser Art des Kompostierens aber kaum oder gar nicht zerstört.

Bei der Heißrotte sammelt man die Materialien getrennt, um sie anschließend zu vermischen und mit einem Mal als Komposthaufen aufzusetzen. Durch die Tätigkeit der Mikroorganismen entstehen hier Temperaturen von über 50° C. Diese Rotte verläuft sehr schnell, Samen und Pilzsporen werden zerstört - das zukünftige Kompostmaterial wird so "gereinigt".. Würmer sind an diesem Prozess nicht beteiligt, da es für sie bei über 25°C zu heiß wird.

Jetzt geht es los

Beim Anlegen eines klassischen Komposthaufen gibt es Folgendes zu beachten:

Sauerstoff ist wichtig!

Die Rotte ist immer ein Prozess, bei dem viel Sauerstoff benötigt wird (aerob). Eine gute Durchlüftung und das gelegentliche Umsetzen des Komposthaufens fördert die Rotte. Setzen Sie den Komposthaufen mit der Mistforke auf eine benachbarte Stelle (s.u.). Denn: Unter Sauerstoffabschluss kommt es zur Fäulnis (anaerob) was sich am schlechten Geruch bemerkbar macht.

Hilfsstoffe

Im Handel finden sich viele Hilfs- und Zusatzstoffe für die Kompostierung. Bei einer guten Mischung der Materialien sind in der Regel keine weiteren Zusatzstoffe notwendig. Zur sogenannten Impfung des Komposts mit Mikroorganismen können ein paar Schaufeln fertiger Kompost untergemischt werden.

Die Gabe von Gesteinsmehlen in den Kompost kann die Bildung von Ton-Humus-Komplexen fördern und damit die Speicherung von Nährstoffen verbessern.

Umsetzen des Komposts

Wer den Rotteprozess beschleunigen und verbessern möchte, kann seinen Komposthaufen gelegentlich (optimal: alle 2 Monate) umsetzen. Es reicht, direkt nebenan wieder aufzuschichten. Alle Materialien neu durchmischen und gegebenenfalls nochmals anfeuchten. Beim Umsetzen (wie beim Anlegen) nicht vergessen: die unterste Schicht sollte wegen der Durchlüftung aus gröberen Materialien wie Strauchschnitt bestehen.

Wichtig: Wer sich die Arbeit sparen möchte , muss seinen Haufen nicht umsetzen. Es funktioniert auch so, dauert nur etwas länger.

Erste "Ernte"

Den ersten Frischkompost gibt es nach ca. 6 Monaten.
Jetzt Grobteile mit einem Kompostsieb aussieben. Fertiger, guter Kompost riecht nach frischer Erde und nach Pilzen.

Reifegrad

Kompost wird je nach Dauer der Kompostierung unterschieden in Frischkompost und Reifekompost

Kressetest

Mit dem Kressetest kann man feststellen, ob es sich bereits um Reifekompost handelt:

Keimen innerhalb einer Woche gesunde Pflanzen mit grünen Blättchen, ist der Kompost problemlos für alle Zwecke geeignet. Welken die Blätter, handelt es sich noch um zu nährstoffreichen Frischekompost.

Sven Görlitz