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Rasen? Kräuterrasen!

Kräuterrasen Görlitz (2) Bild1
Ein Kräuterrasen ist denkbar pflegeleicht und außerdem ökologisch sinnvoll.
© Görlitz

Ein englischer Rasen ist sicherlich schön, aber enorm pflegeintensiv. Mehr Freude und vor allem Freizeit haben Sie mit einem Kräuterrasen. Wie der im Hausgarten gedeiht, verrät Gartenberater Sven Görlitz.

Natürlich hat ein gepflegter und sattgrüner Rasen seine Berechtigung im Garten. Optisch bietet er eine ruhige Fläche und bringt so angrenzende Staudenpflanzungen besser zur Geltung. Er ist Spielplatz für Kinder und wird als Sitz- und Liegefläche genutzt. Kein Wunder also, dass viele Gartenbesitzer sich einen solchen Rasen wünschen. Allerdings bedeutet ein so makelloses Grün auch einen dauerhaft hohen Pflegeaufwand: Der Rasen muss vertikutiert (das heißt belüftet), gewässert, gedüngt, häufig gemäht und Unkraut muss bekämpft werden. Nur so verschaffen Sie den Gräsern einen Vorteil vor anderen Pflanzen, die hier wachsen wollen.

Pflegeleicht und farbenfroh

Viele Gartenbesitzer wünschen sich statt des Einheitsgrüns lieber eine bunte, lebendige, aber pflegeleichte Fläche und träumen von einer Blumenwiese. Für richtige Blumenwiesen sind unsere Gärten allerdings meist zu klein, unsere Böden zu stark gedüngt und die Flächen dann kaum mehr nutzbar.

Eine gute Alternative für alle wenig genutzten Gartenflächen ist deshalb der Kräuter- oder auch Blumenrasen. Das ist eine Mischung aus Rasengräsern und niedrigen, mäßig trittfesten Blütenpflanzen. Je nachdem, wie oft Sie mähen, hat er eher Rasen- oder Wiesencharakter. Kräuterrasen stellt sich bei wenig Pflege und auf mageren Böden oft von selbst ein, kann aber auch bei Umgestaltungen oder Neuanlagen direkt als Saatgutmischung ausgebracht werden. Diese Mischungen enthalten neben verschiedenen Gräsern auch ca. 20 schnittverträgliche Blumenarten wie Gänseblümchen, Schafgarbe, Thymianarten, Salbei und Wiesen-Margeriten. Wie vom Gebrauchsrasen gibt es auch vom Kräuterrasen eine Regelsaatgutmischung, die „RSM 2.4 Gebrauchsrasen-Kräuterrasen“.

Kräuterrasen mag’s mager

Die Vorbereitungen sind die gleichen wie bei einer Rasenansaat – Sie müssen nur auf den Dünger verzichten. Bei ohnehin gut gedüngten Gartenflächen ist es sinnvoll, sie vorher mit Sand abzumagern. Die Flächen sollten in der Sonne liegen und frei von Wurzelunkräutern wie Giersch und Quecke sein. Bereiten Sie den Boden feinkrümelig vor. Beginnen Sie die Aussaat im Frühjahr oder Herbst und walzen Sie anschließend die Fläche ab. Wichtig: Halten Sie danach das keimende Saatgut immer feucht! Ab einer Höhe von ca. 10 cm können Sie zum ersten Mal mähen (Pflegeschnitt).

Kräuterrasen wird nur etwa  vier- bis achtmal im Jahr gemäht und das Schnittgut von der Fläche entfernt. Auf Dünger sollten Sie ganz verzichten, um den Boden möglichst mager zu halten. Eine Bewässerung ist nach der Anwachsphase nicht mehr nötig. Kräuterrasen ist also denkbar pflegeleicht. Er eignet sich besonders für große Gärten oder wenn Sie nur einen minimalen Pflegeaufwand betreiben möchten.

Ökologisch sinnvoll

Auf einem Kräuterrasen finden viele Insektenarten ihre dringend benötigte Nahrung und einen Lebensraum. Angesichts des akuten Insektensterbens haben Sie als Gartenbesitzer damit die Möglichkeit, einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt zu leisten. Zudem ist ein Kräuterrasen umweltfreundlich und energiesparend, da Düngergaben, häufiges Mähen und Vertikutieren entfallen.

Natürlich ist ein Kräuterrasen nicht vergleichbar mit einer herkömmlichen Rasenfläche, aber eines ist sicher: Ab jetzt werden Sie nicht mehr über das lästige „Unkraut“ im Rasen ärgern, sondern sich darüber freuen – Sie haben es ja selbst ausgesät!
Sven Görlitz


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