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Unkraut oder Wildkraut?

Was bekämpfen, was tolerieren?

Vogelmiere cerastium-glomeratum-855367 pixabay CC0 Bild1
Die Vogelmiere gehört zu den duldbaren Wildkräutern.
© pixabay

Sind es Unkräuter? Oder doch eher Wildkräuter? Aus Sicht eines Gärtners oder einer Gärtnerin geht es nur um eine Frage: Welche wildwachsenden Pflanzen können wir im Garten tolerieren und welche nicht?

Definitionen: ein bisschen Theorie
Selbstverständlich: Krautige, wildwachsende Pflanzen sind Wildkräuter. Ob das ein oder andere Wildkraut im Garten für uns zum Unkraut wird, hängt davon ab, ob und wieviele Pflanzen dieser Arten wir dulden möchten. So kann man die in unseren Gärten vorkommenden Wildpflanzen in duldbare und nicht duldbare Arten einteilen. Hier ein paar Beispiele:
Duldbare Wildkräuter: Acker- Hellerkraut, Einjähriges Bingelkraut, Gemeiner Erdrauch, Gemeines Greiskraut, Glänzender Ehrenpreis, Hirtentäschelkraut und Vogelmiere .
Nicht duldbare Wildkräuter: Weißer Gänsefuß, Wilde Sumpfkresse, Zaunwinde, Pfeilkresse, Quecke, Giersch, Acker- Schachtelhalm, Acker- Winde und Behaartes Schaumkraut.

Wildkräuter dulden?

„Unkraut“ im Garten, ein Greuel für ordentliche Gartenbesitzer! Doch es kann Sinn machen, in bestimmten Bereichen Wildkräuter zu dulden. Lassen Sie sich überzeugen:

  • Artenvielfalt: Wenn wir in bestimmten Bereichen unserer Gärten Wildkrautbewuchs akzeptieren, bedeutet das nicht, dass wir damit bedrohte Pflanzenarten vor dem Aussterben bewahren, denn diese sind längst schon durch Arten mit größerem Durchsetzungsvermögen verdrängt worden. Dennoch leisten wir damit einen  großen Beitrag zum Erhalt vieler Insekten und Kleintierarten, die von Quecke, Distel und Co. leben und sichern so deren Existenzgrundlage.

  • Auswirkungen auf die Bodenqualität: Wildkräuter können, wie Gründüngungspflanzen, die Bodengare und den Gehalt an organischen Bodensubstanzen positiv beeinflussen. Diese Tatsache wurde in der Vergangenheit bei der Drei-Felder-Wirtschaft erfolgreich genutzt.

  • Einfluss der Wildkräuter auf den Integrierten Pflanzenschutz: Das Dulden eines vertretbaren Wildkrautbewuchses auf unseren Kulturflächen schützt auch die Kulturpflanzen. Da die Wildpflanzen von Schädlingen und Krankheitserregern gleichermaßen heimgesucht werden wie unsere Kulturpflanzen, reduziert sich der Befallsdruck auf die Kulturen, denn es entsteht ein gewisser Ablenkungseffekt. Außerdem locken blühende Wildkräuter Insektenarten wie Flor- und Schwebfliegen an, deren Larven eifrige Lausvertilger sind.

  • Pflanzenjauchen oder -auszüge: Aus vielen Wildkräutern ( z.B. Ackerschachtelhalm, Brennessel, Rainfarn u.a.) lassen sich Präparate herstellen, die als Pflanzenstärkungsmittel, Pflanzenschutzmittel oder Dünger eingesetzt werden können.

  • Kulinarische Köstlichkeiten: Nicht zuletzt sollte man daran denken, dass viele Wildkräuter essbar sind und die Küche fantasievoll bereichern können. So schmecken Arten wie Giersch, Gänseblümchen, Löwenzahn als Pesto oder im Salat.

    Sven Görlitz


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