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Eichenprozessionsspinner

Gefahr in Garten und Wald

Eichenprozessionsspinner PantherMedia Andreas Benölken Bild 1
Eichenprozessionsspinner
© PantherMedia / Andreas Benölken

Quaddeln auf der Haut, Knötchen, Hautentzündungen, allergische Schocks: Die brennenden Haare der Raupe des Eichenprozessionsspinners reizen Oberhaut wie Schleimhäute und lösen Allergien und Asthma aus. Äußerste Vorsicht ist wichtig: Beseitigen Sie die Nester nicht selbst. Fassen Sie die Gespinste nicht an, halten Sie Haustiere fern und melden Sie die Nester bei Ihrer Kommune.

Eichenprozessionsspinner sind unscheinbare Nachtfalter, die sich im warm-trockenen Klima stark vermehren. Im Unterschied zu Gespinstmotten bei Apfelbäumen sind die Raupen des Eichenprozessionsspinners stark behaart. Sie schließen sich nach dem Schlüpfen (siehe Bild) zu den typischen „Prozessionen“ zusammen. Dieses Phänomen beschreibt der deutsche Name.

Vorgehensweise bei Befall

Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) befällt fast ausnahmslos Eichen-Arten. Probleme bewirken in erster Linie die Brennhaare der Raupen. Sie verursachen starken Juckreiz sowie Reizungen der Atemwege und Augen. Das für den Menschen kritische dritte Entwicklungsstadium (Ausbildung der Brennhaare) wird gegen Ende Mai/Anfang Juni erreicht, je nach klimatischer Situation auch eher. Bekannt ist der Eichenprozessionsspinner schon seit dem 18. Jahrhundert. Seit Mitte der 1990er Jahre vermehrt sich die heimische Schmetterlingsart außerordentlich stark.

Maßnahmen

  • Halten Sie sich von den betroffenen Pflanzen fern.
  • Benachrichtigen Sie Ihre Nachbarn über den Befall.
  • Ergreifen Sie keine eigenständigen Bekämpfungsmaßnahmen!
  • Halten Sie bei Wind die Fenster geschlossen.
  • Bei dicht am Haus stehenden Bäumen sollten Sie die Fenster bis zur abgeschlossenen Bekämpfung geschlossen halten.

Bekämpfung

  • Die Bekämpfungsmaßnahmen sind nur von Fachleuten durchzuführen.
  • Fachleute passen die Maßnahmen dem Entwicklungsstadium der Raupen an.
  • Einige Baumpflegebetriebe und Schädlingsbekämpfer nehmen auch die Beseitigung der Eichenprozessionsspinner vor.

Kosten

  • Die Kosten für Bekämpfungsmaßnahmen müssen Eigentümer selbst tragen.
  • Ein Teil der Bekämpfungskosten ist nach Paragraph 35a Einkommensteuergesetz steuerlich absetzbar, sofern sie für den eigenen Haushalt anfallen. (Absetzbar sind Lohn- und Anfahrtskosten.)

Befall melden

WICHTIG: Wer Nester des Eichenprozessionsspinner in Privatgärten entdeckt, sollte sie umgehend bei der Kommune melden. Je nach Region ist das Umwelt-, Grünflächen-, Ordnungsamt oder Gesundheitsamt zuständig. Vorkommen im Wald bitte den Forstämtern melden.

Philippe Dahlmann & Anna Florenske

Weitere Informationen zum Eichenprozessionsspinner (Sucheingabe) finden Sie unter:

www.umweltbundesamt.de

www.julius-kuehn.de (Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen)


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