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Grauschimmel

GFB-001414
Grauschimmel an Himbeere

GFB-003932
Grauschimmel-Befall an Gurke

Der Grauschimmel ist eine Pilzkrankheit mit sehr großem Wirtspflanzenkreis. Nicht nur unser Beerenobst (Erdbeere, Himbeere usw.), sondern auch Gemüse, Stauden, Zierpflanzen und Gehölze werden befallen. An dieser Stelle werden beispielhaft die Schadbilder und Gegenmaßnahmen einiger Kulturen behandelt.

Entwicklung der Krankheit

Dieser Schimmelpilz ist allgegenwärtig und tritt besonders stark in kühlen, feuchten Jahren auf. Aber auch dichte, ungepflegte oder geschwächte Pflanzenbestände werden besonders stark befallen. Der Pilz überwintert in Fruchtmumien, abgestorbenen Blättern oder infizierten Trieben. Von dort aus erfolgt im Frühjahr die Erstinfektion der gesunden Pflanzenteile oder Blüten. Die dann entstehenden mausgrauen Schimmelrasen (daher der Name Grauschimmel) sorgen mit Millionen von Sporen für die Folgeinfektionen. Häufige Taufeuchte der Pflanzen, das Gießen über den Pflanzenbestand in den Abendstunden, ein feuchtes Kleinklima im Garten, Kleingewächshaus oder Frühbeet fördern den Befall. Eine stickstoffbetonte Düngung bei gleichzeitiger Kali-Unterversorgung erhöht die Anfälligkeit der Pflanzen gegenüber dieser Krankheit.

Schadbild bei Erdbeeren

Bei länger anhaltender Feuchte sind die alternden Blütenorgane und der Blütenboden besonders gefährdet. Die keimenden Sporen dringen mit ihrem Keimschlauch in die Blütenorgane ein. An den Früchten bilden sich zunächst braune Stellen, die später weich und faulig werden. Danach wird die Frucht teilweise oder ganzflächig von einem mausgrauen Pilzrasen überwuchert. Bei starkem Befall werden auch Blätter und Blattstiele infiziert.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Für luftigen, schnell abtrocknenden Standort sorgen.
  • Regelmäßig befallene Pflanzenteile entfernen.
  • Einsatz von Pflanzenstärkungs- und zugelassener Pilzbekämpfungsmittel (Fungizide).
  • Weite Pflanzabstände, besonders bei mehrjähriger Kultur.
  • Für eine ausgewogene Düngung sorgen (Bodenanalyse).
  • Robuste Sorten anbauen.

Schadbild bei Himbeeren / Brombeeren

Von den abgestorbenen Pflanzenteilen (Fruchtmumien, Ruten) ausgehend, infiziert der Pilz die älteren Blütenteile. Erst bei der Reife bricht die Krankheit aus und ist an den verschimmelten Früchten zu erkennen. Infizierte Jungruten kümmern und sterben ab. An den erkrankten Ruten zeigen sich später schwarze Dauerkörper unter der Oberhaut der Rinde.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Für luftigen, schnell abtrocknenden Standort sorgen.
  • Regelmäßig befallene Ruten ebenerdig entfernen.
  • Bei Himbeeren für weiten Stand der Ruten sorgen; maximal 10 bis 12 Ruten pro laufendem Meter stehen lassen. (ca. 6 Jung- und ca. 6 Fruchtruten)
  • Bei Brombeeren maximal 5 bis 7 Ruten pro Pflanze fächerartig an das Spalier binden.
  • Einsatz von Pflanzenstärkungsmitteln und zugelassener Fungizide.
  • Weite Pflanzabstände, besonders bei mehrjähriger Kultur.
  • Für eine ausgewogene Düngung sorgen (Bodenanalyse).
  • Robuste Sorten anbauen.

Schadbild bei Nadelgehölzen:

Die Krankheit befällt nicht nur die Tannen, sondern auch Lärchen, Fichten und Douglasien. Die Infektion geht von den bereits abgestorbenen Nadeln oder Trieben aus; auch von den am Boden liegenden. Der Befall erfolgt während feuchter, kühler Wetterperioden oder danach. Es welken junge Nadeln oder einzelne Triebspitzen. Sie werden braun und vertrocknen. Bei starker Infektion hängen die Triebspitzen wie erfroren herab. Nach länger anhaltender feuchter Witterung bildet sich auf den befallenen Nadeln oder Trieben ein grauer Pilzrasen.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Für luftigen, schnell abtrocknenden Standort sorgen.
  • Befallene Triebe gewissenhaft entfernen und entsorgen.
  • Einsatz von Pflanzenstärkungsmitteln zur Vorbeugung.
  • Fungizid-Einsatz ist nur in potentiellen Befallslagen sinnvoll und muss vor dem Erkennen des Schadbildes erfolgen.
  • Mulden- oder Staulagen an Hängen begünstigen die Infektion.
  • Weite Pflanzabstände sind in jedem Falle sinnvoll.
  • Für eine ausgewogene Düngung sorgen (Bodenanalyse).

Schadbild bei Gurken / Zucchini:

Bei diesen beiden Gemüsekulturen kann die Infektion nicht nur Blatt- oder Triebschäden auslösen, sondern auch zu Fruchtfäule führen. Und das nicht nur im Freiland, sondern auch im Kleingewächshaus. Der Befall geht sehr oft von den abgestorbenen (verblühten) Blüten aus, die an den Früchten hängen bleiben. Auch von den Früchten abgefallene Blüten, die auf den Blättern oder Stielen hängenbleiben, werden von dem Pilz befallen. Von hier aus greift er dann auf das gesunde Pflanzengewebe über.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Für luftigen, schnell abtrocknenden Standort sorgen.
  • Pflanzen nicht über die Blätter wässern.
  • Nicht am Abend gießen, damit der Pflanzenbestand trocken in die Nacht geht.
  • Bei Kleingewächshäusern am Abend nochmals gründlich lüften.
  • Abgestorbene Blüten entfernen.
  • Einsatz von Pflanzenstärkungsmitteln zur Vorbeugung.
  • Weite Pflanzabstände sind in jedem Falle sinnvoll.
  • Für eine ausgewogene Düngung sorgen (Bodenanalyse).

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