Sattgrüne Pflanzen und volle Regenfässer 2021 - unser Rückblick aufs Gartenjahr

Trockene Südfrankreich-Stimmung bereits im Juni - so präsentierten sich viele Gärten in den vergangenen Sommern. Das trübte die Garten-Euphorie gehörig und so konnte man sich dieses Jahr eigentlich über jeden Tropfen Regen freuen, Flutwassergebiete ausgenommen. Hier unser Rückblich auf das Gartenjahr 2021: Sattgrüne Pflanzen und immer volle Regenfässer, dafür jede Menge Pilzkrankheiten und Schnecken.

2021 - unser Rückblick aufs Gartenjahr

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    Gespinstmotte Pfaffenhütchen Foto: © Koch/VWE

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    Grauschimmel Himbeere Foto: © Breidbach/VWE

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    Kartoffelfäule Foto: © Görlitz/VWE

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    Krautfäule Tomaten Foto: © Görlitz/VWE

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    Monilia Fruchtfäule Apfel Foto: © Breidbach/VWE

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    Nacktschnecke macht sich über Salat her Foto: © Görlitz/VWE

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    Stachelbeerwespe Fraßbild Foto: © Koch/VWE




Bei Sven Görlitz in Baden-Württemberg dauerte die Freude über Regen bis zu dem Tag im Juli, an dem seine Tomaten-, Kartoffel- und Gurkenpflanzen schlagartig nicht mehr sattgrün, sondern grau-braun waren. Mehltau, Kraut- und Braunfäule und weitere Blattpilze hatten zugeschlagen und nicht mal die Tomaten unter Dach blieben bei tropischer Luftfeuchte davon verschont. Zum Ausgleich und als schwacher Trost profitierten Bohnen, Kürbisse, Sonnenblumen und der Rasen von dem ständigen Nass.

Und, als hätte es die vergangenen trocken-heißen Jahre nicht gegeben, waren auch die Nacktschnecken plötzlich wieder da. Und nicht nur die - seit diesem Jahr treten auch die argwöhnisch beobachtete gefleckte Weinbergschnecke als Neuankömmling im Garten auf. Mal gespannt, was die Zukunft bringt, bis jetzt kommen die beiden noch gut miteinander aus …

Auch Martin Breidbach aus Hessen war froh über jeden Tropfen Wasser, den er nicht mit der Gießkanne an die Pflanzen bringen musste. Doch nicht allen Pflanzen tat dies gut, viele litten unter verschiedenen Pilzerkrankungen, die sich in den vergangenen trockenen Jahren eher zurückgehalten hatten. Vor allem seine Obstgehölze waren ab dem Spätsommer betroffen.

An den Herbst-Himbeeren bildeten sich an vielen Früchten Grauschimmel und an seinen Apfelbäumen schlug die Natur in Form der Monilia-Fruchtfäule zu. Um das Bohrloch herum, durch das sich die Larve des Apfelwicklers ins Innere des Apfels begibt, entwickelte sich bei feuchter Witterung die ringförmig braunen Faulstellen mit ihrem gelblichen Schimmelpolster. Zum Glück blieben bei beiden Kulturen genügend gesunde Früchte übrig, um sie im Winter als leckeres Beeren-Smoothie oder gesunden Apfelsaft genießen zu können.

Bei Roswitha Koch in Schleswig-Holstein waren tierische Schädlinge aktiv. Während die Pfaffenhütchen mitten im Sommer wieder mal sehr gespenstisch aussahen - die Gespinstmotten hatten ihr mittlerweile alljährliches Fraßfestival hinter sich gebracht - hat auch die Stachelbeerblattwespe ihre Gefräßigkeit in ihrem Garten unter Beweis gestellt. Eine regelrechte Invasion fiel über die Stachelbeeren her und die Larven leisteten dabei ganze Arbeit - so kahl gefressen hat die Gartenberaterin ihre Büsche noch nie gesehen! Trotzdem konnte noch ganz gut geerntet werden, da die Früchte zur Zeit des starken Befalls schon recht groß waren.

Zum Glück stehen die Sträucher bei ihr auf schwerem Boden und an Niederschlägen hat es in diesem Jahr auch nicht gemangelt. Somit konnten sich die Pflanzen recht schnell erholen, zügig sind neue Blätter gewachsen. Und bis die ausgewachsen waren, hatten sich die Stachelbeerblattwespen verpuppt und waren auf und davon.

Martin Breibach, Sven Görlitz und Roswitha Koch