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Regenwasser

Splittfugenpflaster_Breidbach_Bild1
Splittfugenpflaster
© Verband Wohneigentum / Breidbach

Dachbegrünung_Breidbach_Bild1
Dachbegrünung
© Verband Wohneigentum / Breidbach

Regentonne
Die einfachste Möglichkeit Regenwasser zu sammeln: die Regentonne

Regenwasser: es ist kostbar und kostenlos. Längst überfällig, den Umgang mit dem Regenwasser sinnvoll zu gestalten. Daher spricht man heute eher von Regenwasser-Management als von Regenwasser-Entsorgung. Das spart dabei nicht nur Frischwasser- und Abwassergebühren, sondern trägt auch zum Erhalt der natürlichen Wasserkreisläufe bei. Unsere Gartenberater erklären, wie jeder Hausbesitzer auf einfache Weise zu einem nachhaltigen und umweltgerechten Umgang mit Wasser beitragen kann.

Entsiegelung von Flächen

Das Regenwasser sollte möglichst ungehindert auf der Fläche um das Haus versickern können. So bleibt der natürliche Wasserkreislauf erhalten (Regnen, Verdunsten, ins Grundwasser versickern) und die Gefahr von Überschwemmungen in Siedlungen wird minimiert. Doch die Realität sieht oft anders aus: Hausbesitzer versiegeln große Teile ihres Grundstücks häufig, indem sie Wege, Stellplätze und Garageneinfahrten wasserdicht pflastern oder betonieren. Das geht aber auch anders – umweltfreundlicher: Mit Hilfe von von RasengittersteinenPorensteinen und Splittfugenpflaster können auch diese Flächen wasserdurchlässig gestaltet werden, man spricht dann von Entsiegelung. Eine kostengünstige Variante stellen zum Beispiel Wege mit Kies- oder Splittbelägen dar, wobei wabenförmige Einsätze diese Beläge stabilisieren und damit auch befahrbar machen.
Wichtige Voraussetzungen für die Versickerung bei diesen Flächen sind vor allem eine gute Planung und ein durchlässiger Untergrund.

Rückhaltung

Einen positiven Effekt haben auch Begrünungen auf Garagendächern, Gartenlauben oder Carports. Sie sind pflegeleicht, schützen die Dächer und halten bis zu 60 Prozent des Regenwassers zurück. Zudem bereichern sie die Artenvielfalt, denn sie stellen einen speziellen Lebensraum für Insekten und andere Lebewesen dar. Auch tragen sie positiv zu einer Verbesserung des Kleinklimas in der Siedlung bei.

Gezielte Versickerung

Je nach vorhandener Fläche und Versickerungsleistung des Bodens – Wasser versickert je nach Bodenart unterschiedlich stark – bieten sich Mulden-, Rohr-, Rigolen- oder Schachtversickerung an. In manchen Fällen ist auch eine Kombination zweier Systemen (z.B. Rohr-Rigolen-Versickerung) sinnvoll. Bei schlecht wasserdurchlässigen Bodenschichten wie Lehm oder Ton oder verdichteten Böden nach Baumaßnahmen werden meist Rigolen- oder Schachtsysteme genutzt. Allerdings versickert bei beiden Varianten das Wasser nicht durch die obere belebte Bodenschicht, wodurch naturgemäße Reinigungsleistung des Oberbodens sehr eingeschränkt wird. In Wohngebieten, die in Wasserschutzzonen liegen, sind diese Varianten daher meist verboten. Welche Variante im eigenen Wohngebiet zulässig ist, sollten Sie bei der örtlichen Kommune erfragen.

Regenwasser speichern und verwenden

Wassertonnen sind die einfachste Lösung, Regenwasser zu speichern und nach und nach im Garten zu verwenden.
WICHTIG: Es muss hier unbedingt darauf geachtet werden, die Wassertonnen kindersicher zu verschließen. Das hat auch den Vorteil, dass die Regentonnenfrei von Stechmückenlarven bleiben – sie oft leeren ist auch wichtig.

Zisternen, die in den Boden eingegraben werden, können größere Wassermengen speichern. Sie sind besonders dann interessant, wenn sie neben der Gartenbewässerung auch die Waschmaschine (Pluspunkt kalkfreies Wasser!) und die Toilettenspülung versorgen. Dadurch lässt sich der Trinkwasserverbrauch oft um gut die Hälfte reduzieren. Mittlerweile gibt es viele unterschiedliche Varianten am Markt, auch sogenannte Flachwassertanks, die gut in Eigenleistung eingebaut werden können.

Abwassergebühren klein halten

Wasser, das von Haus- und Hofflächen in die Kanalisation läuft, vermischt sich mit dem Schmutzwasser. In den meisten Kommunen muss es aufwändig und kostenintensiv gereinigt werden. Es schlägt somit in den Abwassergebühren zu Buche.

Erkundigen Sie sich bei Ihrer Kommune, ob sie die Abwassergebühr splittet. Das bedeutet, dass die Abwasserkosten in eine Schmutzwassergebühr und eine Niederschlagswassergebühr aufgeteilt werden. Dazu werden neben dem Wasserverbrauch auch alle versiegelten und an die Kanalisation angeschlossenen Flächen am Haus mitberechnet. Entsiegelte Hofflächen, begrünte Dächer und Sickerungen werden in der Regel bei der gesplitteten Gebührenregelung nicht mitberechnet. Somit ist es Hausbesitzern überlassen, durch entsprechende Maßnahmen Kosten einzusparen und zu einem sinnvolleren Umgang mit Regenwasser beizutragen.


Martin Breidbach & Sven Görlitz


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