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Kinderleicht mit Steckholz

Gehölzvermehrung

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Gehölze mit Steckhölzern zu vermehren ist kinderleicht.
© Dahlmann/Verband Wohneigentum

Sie möchten gern Gehölze selbst vermehren? Mit Steckhölzern ist das ganz einfach. Die Vermehrung mit Stücken der verholzten Triebe ist der Stecklingsvermehrung ähnlich. Der wichtigste Unterschied ist, dass Steckhölzer überwiegend in der kalten Jahreszeit während der Winterruhe geschnitten und gesteckt werden. Wüchsige Arten wurzeln sogar noch, wenn sie bereits ausgetrieben haben.

Was lässt sich so vermehren?

Die meisten einfachen Blühsträucher kann per Steckholz vermehren: Deutzie, Falscher Jasmin, einige Hartriegel, Johannisbeere, Stachelbeere, Spiersträucher, Weigelie, Forsythie, einige Rosen, Pfeifensträucher, Liguster.

Zu den Bäumen, die sich auf diese Weise vermehren lassen, gehören Weiden, Pappeln u.a.

Wie und wann schneiden?

Schneiden Sie Steckhölzer im Gegensatz zu Stecklingen von voll ausgereiften, einjährigen Trieben. Nehmen Sie dafür  eine scharfe, saubere Rosenschere. Die Triebe müssen gesund sein und mindestens bleistiftstark. Wenn die Sorten bekannt sind, achten Sie auf Sortenkennzeichnung.

Der richtige Zeitpunkt sind die Wintermonate bis Anfang März, an frostfreien Tagen. Die Triebe werden auf etwa Scherenlänge geschnitten. Bei Gehölzen mit langen Internodien (Abstand der Knospen zueinander) sollten mindestens zwei Knospen bzw. Knospenpaare am Steckholz sein. Dabei ist darauf zu achten, dass jeweils sauber unter bzw. über den Blattknotenpunkten (Nodien/Knospen) geschnitten wird. Anschließend können die fertigen Steckhölzer sofort ins Freiland gesteckt werden, wobei jeweils nur ein bis zwei Knospen bzw. Knospenpaare aus dem Boden schauen sollten. Im darauf folgenden Herbst sind die Hölzer bereits zu gut bewurzelten Jungpflanzen herangewachsen.

Tipp: Optimal wäre es, wenn Sie sich zwei Kulturbeete im Garten anlegen könnten. Ein Beet nur für die anfängliche Steckholzanzucht und ein weiteres für eine Weiterkultur der bewurzelten Steckhölzer. 

Beet und Boden

Legen Sie sich eine spezielle Fläche an, die Sie nur für die Steckholzanzucht im ersten Jahr verwenden, inklusive einer Einfassung (Abgrenzung). Der Boden darf keine Staunässe aufweisen und nicht überdüngt sein.  Um einen schweren Boden aufzulockern, kann Sand untergemischtwerden.

1. Lockern Sie die obersten 20 cm bereits im Herbst mit der Grabegabel. Dabei kann auch Sand, wenn notwendig, zur Bodenverbesserung eingearbeitet werden. Ziehen Sie die Fläche mit einer Harke gerade.

2. Vor dem Stecken empfiehlt es sich,  die Fläche noch einmal mit einer Harke gerade zu ziehen. Um „auf Linie“ zu stecken, spannen Sie sich am besten Schnüre im Abstand von 25cm. Die erste und die letzte Schnur sollten etwa 20-25 cm von der Umrandung entfernt sein. Entlang dieser Schnüre kann dann gesteckt werden.

Beispiel einer Kultur im Jahresverlauf

1.      JAHR

Februar: Schneiden und Stecken. Reihenabstand der Steckhölzer mindestens 25 cm, Abstand in der Reihe nicht weniger als 10 cm.

Februar bis Mitte Mai: Sollten nach dem Stecken noch starke Fröste aufgetreten sein, müssen die Steckhölzer anschließend nachgedrückt werden. Es ist möglich, dass die Schnittstellen der Steckhölzer durch Hochfrieren den Kontakt zum darunterliegenden Boden verloren haben.

Februar bis Mitte Mai: Insbesondere in diesem Zeitraum brauchen die Hölzer bei Trockenheit Wasser.

Mitte Mai bis Vegetationsende: regelmäßige Kontrolle auf Unkräuter; bei großer Trockenheit wässern.

Herbst: In Baumschulen werden die bewurzelten Steckhölzer meist nach dem Laubfall gerodet. Im Privatgarten reicht es, die jungen Pflänzchen erst im nächsten Februar/März zu verpflanzen.

Beim Roden werden die Pflanzen mit dem Spaten aus dem Boden gestochen. Achtung: Achten Sie darauf, den Spaten nicht zu nah an der Pflanze anzusetzen. Auf eine ausreichende Wurzelmasse ist zu achten.

In der Baumschule gelten die Steckhölzer jetzt als einjährig bewurzelte Steckhölzer (1j.bw.Sth.).

Um kräftige Pflanzen zu bekommen empfiehlt es sich, die Gehölze nicht sofort an den endgültigen Standort zu setzen, sondern ein weiteres Kulturjahr anzuschließen und sie erst danach an den endgültigen Platz zu pflanzen

 2.      JAHR

Februar: Die jungen Pflänzchen werden gerodet und verpflanzt. Die Triebe schneidet man bis auf 2 Knospen oder Knospenpaare zurück. Die Wurzeln werden leicht eingekürzt.

Aufpflanzen der einjährig bewurzelten Steckhölzer:

Reihenabstand etwa 60cm, Abstand in der Reihe etwa 30cm; das gilt für  Pflanzen wie Deutzie, Falscher Jasmin, Hartriegel, Johannisbeere, Stachelbeere, Spiersträucher, Weigelie u.a.

Februar bis Mitte Mai: Insbesondere in diesem Zeitraum muss bei Trockenheit gewässert werden.

Mitte Mai bis Vegetationsende: regelmäßig Kontrolle auf Unkräuter und bei großer Trockenheit wässern.

Herbst: Die Pflanzen werden nach dem Laubfall gerodet. Achten Sie auch hier wieder darauf, dass Sie den Spaten nicht zu nah an der Pflanze ansetzen und ausreichend Wurzelmasse haben. Die Steckhölzer gelten in Baumschulen jetzt als zweijährige Steckhölzer (2j.Sth.). Jetzt kann man sie an ihren angedachten Platz pflanzen. Schneiden sie die Wurzeln vor dem Pflanzen leicht an und die Triebe um etwa ¾ zurück. Es ist wichtig, dass sich die Pflanze gut verzweigt. In den Folgejahren ist in der Regel nur noch ein auslichtender Schnitt notwendig.

Alternative: Steckhölzer ohne Weiterkultur

Februar: Wenn Sie keine Möglichkeit für ein Beet zur Weiterkultur haben, pflanzen sie die einjährigen bewurzelten Steckhölzer im zweiten Jahr direkt an ihren endgültigen Standort.

Die Triebe werden dabei bis auf 2 Knospen oder Knospenpaare zurückgeschnitten, die Wurzeln leicht eingekürzt.

Februar bis Mitte Mai: Insbesondere in diesem Zeitraum muss bei Trockenheit gewässert werden.

Mitte Mai bis Vegetationsende: regelmäßig Kontrolle auf Unkräuter und bei großer Trockenheit wässern.

Februar/März im Folgejahr: Schneiden Sie die Triebe noch einmal um etwa ¾ zurück. Es ist wichtig, dass sich die Pflanze gut verzweigt. In den Folgejahren ist in der Regel nur noch ein auslichtender Schnitt notwendig.

Philippe Dahlmann


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