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Ziersträucher schneiden – wie und wann?

ableitender Schnitt Fotos Dahlmann 0806 Bild1
Ableitender Schnitt: ein längerer Trieb wird entnommen, wo ein kürzerer entspringt.
© Dahlmann/Verband Wohneigentum

Durch einen regelmäßigen Schnitt bleiben viele Gehölze vital und blühwillig. Vor allem für Ziersträucher und Beerenobstgehölze ist eine Verjüngung wichtig. Bei den meisten Sträuchern ist sie  ganzjährig möglich. Die besten Resultate erzielt, wer den Blütezeitpunkt der Gehölze beachtet.

Frühblühende Sträucher

Bei diesen Sträuchern findet die Blütenbildung an den Trieben statt, die im Vorjahr (einjähriges Holz) gebildet wurden. Das Wissen um die Blütenbildung ist für den Gehölzschnitt absolut entscheidend.

  • Abgestorbene, alte, starkverzweigte, zu eng stehende und reibende Triebe sind basisnah zu entfernen. So werden die Sträucher gezwungen, sich mit kräftigen und blütenknospenreichen Trieben aus der Basis zu erneuern.
  • Dieser Auslichtungsschnitt sollte mindestens alle zwei Jahre erfolgen.
  • Seiten- und Höhenreduzierung durch ableitenden Schnitt.
  • Bei regelmäßig durchgeführtem Schnitt bleibt der natürliche Habitus der Gehölze erhalten.

Gehölzbeispiele Ziersträucher:
Es empfiehlt sich ein Schnitt nach der Blüte.
Deutzie, Falscher Jasmin, Forsythie, Haselnuss, Kolkwitzie, Liebesperlenstrauch, Ranunkelstrauch, Spiersträucher (Frühjahrsblüher), Scheinquitten, Schneeball, Weigelie, Zierapfel, Zierkirsche usw.

Gehölzbeispiele Beerenobst:
Bester Schnittzeitpunkt: 
Aronia, Heidelbeere, Johannisbeere, Stachelbeere: direkt nach der Ernte oder im Spätwinter vor dem Austrieb.

Sommerhimbeere: Abgeerntete Ruten unbedingt direkt nach Ernte schneiden!

Brombeere, Loganbeere und Taybeere (beides Kreuzungen aus Brom- und Himbeere): im Spätwinter vor dem Austrieb

Hinweis: Bereits verwilderte oder vergreiste Gehölze können meistens durch „auf Stock setzen“ regeneriert werden.

Sommerblühende Ziersträucher

Bei sommerblühenden Sträuchern entstehen die Blütenknospen bereits im Frühjahr am wachsenden Zweig (diesjähriges Holz). Diese Gehölzarten bilden nach einem starken Rückschnitt kräftige Triebe mit zahlreichen Blütenansätzen.

  • Abgestorbene, alte, starkverzweigte, zu eng stehende und reibende Triebe sind basisnah zu entfernen.
  • Anschließend erfolgt ein starker Rückschnitt der verbleibenden Triebe.
  • Beim Rückschnitt wird sauber über einem Auge abgeschnitten.
  • Wie stark der Schnitteingriff erfolgen kann, ist abhängig von der Pflanzenart.
  • Je stärker wachsend die Art, desto weniger stark sollte geschnitten werden.
  • Je schwächer wachsend, desto stärker muss der Rückschnitt erfolgen.
  • Rückschnitt muss vor dem Austrieb der Pflanzen erfolgen.

Gehölzbeispiele Ziersträucher:
Beet-, Bodendecker-, Edel- und Beetrosen, Ball- und Rispenhortensie, Sommerflieder (Buddleja davidii), Besenheide, Lavendel, Bartblume, Fingerstrauch, Johanniskraut, Hibiscus, Schneeheide (nach Blüte im April),  Spiersträucher (Sommerblüher) usw.

Gehölzbeispiele Beerenobst:
Herbsthimbeere (alle Triebe ebenerdig nach der Ernte)

Hinweis: Bei regelmäßigem Rückschnitt der Gehölze müssen von Zeit zu Zeit auch die alten, dicken Triebe und Triebstücke aus den Pflanzen entfernt werden. Besenheide, Schneeheide, Lavendel, Rosmarin, Ginster u. ä. niemals bis in kahle Triebbereiche zurückschneiden, da sie dann nicht mehr austreiben.

Gehölze , die keine Schnittmaßnahmen vertragen

Gehölze mit einem besonderen Wuchscharakter sollten nicht oder nur wenig geschnitten werden. Das hängt zum einen mit der schlechten Wundheilung dieser Pflanzen zusammen, zum anderen wird durch den Schnitt die malerische Wuchsform zerstört.

Gehölzbeispiele: Magnolien, Zaubernuss, Blumenhartriegel, Eisenholzbaum, Amberbaum, Goldregen, Japanische Fächer- und Schlitzahorne, Judasbaum, Katsurabaum, Samthortensie, Scheinbuche, Strauchpfingstrosen, Stechpalme, Scheinhasel, Seidelbast, Immergrüner Schneeball u. a.

Philippe Dahlmann


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