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Gehölzschnitt besonderer Wuchsformen

Hamamelis vor dem Schnitt
© Philippe Dahlmann

Hamamelis nach dem Schnitt
© Philippe Dahlmann

Dahlmann Schnitt ableitend
Ableitender Schnitt: Philippe Dahlmann zeigt, wie es geht.
© Verband Wohneigentum NRW

Sträucher werden nicht grundsätzlich gleich geschnitten. Neben einer allgemeinen Schnittempfehlung steht bei Besonderheiten die Wuchsform im Vordergrund. Um diese zu erhalten, sollten Pflanzen mit einem besonderen Wuchs-Charakter nur vorsichtig geschnitten werden.

Die meisten Sträucher können in die Wuchstypen basisbetont und mittenbetont eingeteilt werden.

Basisbetont

Diese Sträucher regenerieren sich überwiegend aus der Basis der Pflanze. Bei ihnen findet die Jungtriebbildung überwiegend in Wurzelnähe oder direkt aus dem Wurzelbereich statt. Zu dieser Gruppe gehören z.B. Bauernhortensien, Tellerhortensien und viele Beerenobststräucher.

Mittenbetont

Andere Sträucher bilden ihre Jungtriebe zum Teil aus der Basis, in erster Linie aber in mittlerer Höhe der Pflanze. Das bedeutet, dass die Neutriebe meist in einer Höhe von etwa 20 cm – bei manchen Arten sogar bis 100 cm – über dem Erdboden gebildet werden. In diese Gruppe gehören Sträucher wie die Weigelie. Die Übergänge von basisbetonten und mittenbetonten Pflanzen sind jedoch fließend.

Schnitt für die meisten Sträucher

Für den Schnitt beider Wuchstypen gilt die gleiche Vorgehensweise. Es werden alte, reibende, kreuzende und abgestorbene Triebe, möglichst basisnah, entfernt. Bei regelmäßigen Schnitt verbleiben somit fast nur 1- bis 3-jährige Triebe  an der Pflanze. Ausgenommen sind Pflanzen, die am diesjährigen Holz blühen, wie etwa Beetrosen.

Wenn die Gehölze in der Höhe eingekürzt werden sollen, ist es ratsam, auf einen kürzeren Trieb "abzuleiten". Ableiten bedeutet, dass ein zu lang gewordener Ast über einem tieferstehenden, schwächeren Trieb entfernt wird (siehe Bild).

Pflanzen mit besonderem Wuchs-Charakter

Etliche Gehölze können aber keinem der genannten Wuchstypen eindeutig zugeordnet werden. Pflanzen die von Natur aus eine besonders attraktive Wuchsform ausbilden, bezeichnen wir als  „Pflanzen mit besonderem Wuchs-Charakter“. Dazu zählen etwa die Zaubernuss (Hamamelis), der Etagen-Hartriegel (Cornus controversa) oder der Kriech-Wachholder (Juniperus communis 'Hornbrookii').

Schnitt bei besonderem Wuchs

Ein stärkeres Auslichten und Ableiten, wie es allgemein gemacht wird, würde den besonderen Wuchscharakter zerstören. Die meisten dieser „Charakterburschen“ benötigen so gut wie keinen Schnitt. Sollte geschnitten werden, dann nur reibende und abgestorbene Triebe entfernen.

Will man in der Höhe oder Breite einkürzen, dann ist es ratsam, dies nur über eine ableitende Schnittführung zu tun!

Saubere Schnittführung

Bei allen Schnittarbeiten ist auf eine saubere Schnittführung sowie auf geeignetes scharfes Werkzeug zu achten.

Beispiele: Sträucher mit besonderem Wuchs anzeigen



Philippe Dahlmann

Tipp: Damit später gar nicht unnötig an den Pflanzen herumgeschnitten werden muss, sollte bei der Planung ausreichend Platz für die Pflanzen berücksichtigt werden.


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