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Praxistipp Gründüngung

So gelingt Aussaat und Anbau

Bild1 Garten Originalgröße Gelbsenf Sinapis alba Verband Wohneigentum NRW e.V
Gelbsenf als Gründüngung auf einem Gemüsebeet. © Dahlmann

Mit Pflanzen düngen? Das geht! Gartenberater Philippe Dahlmann erklärt, wie es geht. Dabei möchte er den Begriff „Gründüngung“ nicht auf spezielle Gründüngungspflanzen wie Lupine und Phacelia begrenzen. Viele Kulturpflanzen, selbst Ernterückstände, erfüllen den gleichen Zweck. Hier unsere Praxistipps zur Gründüngung.

Wann Gründüngung aussäen?

Die Aussaat einer Gründüngung ist je nach Pflanzenart und Klimabereich von Ende Februar bis Anfang Oktober möglich. Bis zum Frost sollten sich die Pflanzen noch ausreichend entwickeln können. Nur bei ausreichender Grün- und Wurzelmasse werden die Vorteile der Gründüngung und die notwendige Bodenbedeckung erreicht.

Der Anbau einer Gründüngung kann als Nachkultur erfolgen. Das verhindert den Bewuchs von nicht erwünschten Kräutern und schützt die Bodenkrume vor Witterungseinflüssen und Erosion, wie im Artikel Gründüngung und Bodenschutz beschrieben.Es ist  sinnvoll, Mischungenaus flach- und tiefwurzelnden Gründüngungs-Pflanzen anzubauen.

Artenreiche Gründüngung

Der Anbau von Mischungen sollte Reinsaaten vorgezogen werden, weil sie viele Vorteile kombinieren. Im Handel werden fertige Mischungen für die unterschiedlichsten Zwecke angeboten. Beim Herstellen eigener Mischungen müssen die Aussaatzeiten der Arten und die Pflanzenfamilien (Fruchtfolge!) berücksichtigt werden.

Fruchtwechsel ist wichtig

Auch bei einer Gründüngung ist der Grundsatz des Fruchtwechsels zu beherzigen. Die Gründüngungs-Pflanzen dürfen nicht zur Pflanzenfamilie der angebauten Kulturpflanzen gehören. Dabei ist es egal, ob sie als Vor- oder Folgekultur angebaut werden. Der Anbau von Senf, Raps oder Ölrettich, in enger Folge mit kreuzblütigen Gemüsen (Brassicaceae), würde eine Ausbreitung des Kohlhernie-Erregers mit sich bringen. Zu den kreuzblütigen Gemüsen zählen z.B. Kresse, Rettich, Radieschen und Kohlarten.
TIPP: Der zeitgleiche Anbau von Gründüngungs-Pflanzen, in Mischkultur mit Nutzpflanzen, wirkt sich positiv aus. So können z.B. Tagetes oder Ringelblumen direkt in die Gemüsereihen gesät oder gepflanzt werden.

Saatgutmengen beachten

Halten Sie sich an die empfohlenen Saatgutmengen pro m² (Herstellerangabe). Wird zu dicht gesät, entwickeln sich die Pflanzen nicht richtig. Einzelne Arten können unter Umständen ganz unterdrückt werden.

TIPP: Fläche ermitteln (m²) – Saatgut abwiegen (Gramm) – gleichmäßig ausbringen. 

Boden begradigen

Die Samen brauchen Kontakt zur Erde (im Gartenbau sprechen wir von Bodenschluss), damit sie gut aufgehen können. Besonders auf größeren Flächen ist es ratsam, den Boden möglichst ähnlich zu ebnen bzw. planieren wie bei der Aussaat von Gebrauchs- und Zierrasenflächen.

Selbstaussaat verhindern

Wenn sich die Gründüngungspflanzen sich nicht ein zweites Mal selbst aussäen sollen, müssen sie rechtzeitig nach der Blüte abgemäht/abgeschnitten werden.

Tagetes vertreiben Nematoden!

Die orange-roten Tagetes sind wahre „Nematoden-Killer. Doch die Wirkung ist abhängig von der Kulturdauer. Je länger Tagetes auf einer Fläche wachsen, desto größer der Erfolg.

Gemüse als Gründüngung

Auch Gemüse-Arten wie Spinat oder Feldsalat lassen sich als Gründüngung nutzen. Auch hier gilt: Niemals Pflanzen der gleichen Pflanzenfamilien öfters zeitlich hintereinander auf einem Beet anbauen!

Philippe Dahlmann

Bekannte Mischungen sind:

Landsberger Gemenge: je zu 1/3 Welsches Weidelgras, Inkarnatklee und Winterwicken

Wickroggen: Winterwicken und Roggen

Rothenburger Gemenge: Futtererbsen, Lupinen, Wicken

Korbblütler-Mischungen: Je nach Saatgut-Firma haben sie spezielle Bezeichnungen, wie Boden-Kur, Boden-Doktor oder Boden-Therapie. Diese Mischungen haben einen hohen Anteil an Tagetes und Ringelblumen. Oft sind auch Gaillardien, Rudbeckien, Sonnenblumen und Kräuter enthalten.

Bild 1 Garten Originalgröße Gründüngung mit Tagetes Thomas Balster
Tagetes wirken gut gegen Nematoden. © Balster


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