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Neues Haus und draußen nur Erde

Wie legt man einen neuen Garten an?

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Der Garten vorher.
© Blöthe

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Der Garten vorher.
© Blöthe


Der fertige Gartenentwurf.
© Heitzer/Verband Wohneigentum

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Der Garten mit umgesetzter Planung.
© Blöthe

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Der Garten mit umgesetzter Planung nach 1 Jahr.
© Blöthe

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Der Garten mit umgesetzter Planung nach 1 Jahr.
© Blöthe

Das neue Eigenheim ist fertig. Doch was ist eigentlich mit dem Garten? Draußen nichts als braune Erde. Vor allem, wenn das Haus in einem Neubaugebiet steht, ist der Garten wie ein Stück weißes Blatt Papier.
In seiner täglichen Praxis trifft Diplom-Ingenieur Hans-Willi Heitzer viele Häuslebauer, die schon etliche Gartenbücher und Zeitschriften durchgewälzt haben und nun gar nicht mehr wissen, wie Ihr Traumgarten eigentlich aussehen soll In der Beratung entwickelt er gemeinsam mit den Mitgliedern Ideen und erstellt daraus später einen Plan. Lesen Sie hier, wie unser Gartenberater Schritt für Schritt vorgeht, wenn es um die Neuanlage eines Gartens geht.

Planen heißt ordnen
Passionierte Pflanzenliebhaber verbringen jede freie Minute im geliebten Garten. Für andere Menschen ist der Garten eine lästige Pflicht. Gehören Sie zur zweiten Gruppe, dann sollte Ihr Garten in erster Linie ohne zeitintensive Gartenarbeit wirken.

Zunächst werden die einzelnen Nutzungswünsche schriftlich festgehalten. Auf einem maßstabsgerechten eingenordeten Lageplan verorte ich diese dann im sogenannten Funktionsplan in Wolkenform. Ein Garten wird vom Haus aus geplant: Neben dem architektonischen Stil des Hauses sind auch wichtige Ein- und Ausgänge, bevorzugte Ausblicke und ungewollte Einblicke bedeutend.

Beispielsweise befindet sich eine Abendterrasse am besten im östlichen Gartenteil und ein Gemüsebeet sollte im sonnenverwöhnten Süden angelegt werden. Temporäre oder zukünftige Nutzungen wie das Spielen von Kindern erfordern die Wandelbarkeit des Gartens. In diesen Gartenbereichen sollten Sie keinesfalls Bäume oder aufwendigen bauliche Elemente einplanen.

Welcher Gartenstil passt zu mir?
Im nächsten Planungsschritt ist Träumen erlaubt. Es gibt viele Gartenstile wie z.B. den Naturgarten, den Gräsergarten, den mediterranen Garten, oder den modernen Garten. Wälzen Sie Gartenbücher und Zeitschriften wie „Familienheim und Garten“, die Mitgliederzeitschrift des Verbands Wohneigentum. Solche Anregungen können ein Vorbild Ihres idealen Gartenbildes sein, da sie stiltypische Pflanzen und Gestaltungselemente vereinen. Durch sie entstehen atmosphärische Gartenräume. Auch das Sammeln von Ideen und Bildern im Internet, etwa bei Pinterest, hilft Ihnen dabei ein imaginäres Bild Ihres Traumgartens zu entwickeln.

Gartenentwurf hilft beim Planen
Unter einem Gartenentwurf verstehen wir Profis einen farbigen und maßstabsgerechten Grundrissplan, der das zentrale Gartenthema darstellt. Das DIN A3-Format eignet sich für die gängigsten Gartengrößen. Im Maßstab 1:100 oder 1:50 lassen sich Terrassen, Wegeflächen sowie Bäume und Pflanzflächen am besten darstellen.
Tipp: Wenn Sie die Bäume und Ziergehölze in der zu erwartenden Größe im Plan einzeichnen, schätzen Sie den Platzbedarf der Pflanzen richtig ein und die Bäume können sich natürlich entfalten.

Die Pflanzenwahl
Jetzt kommt es auf die Pflanzenauswahl an. Gehölze und Stauden bringen Struktur in Ihren Garten. Die Pflanzenwahl und Ihre Anordnung bestimmen wesentlich die Wirkung der Gesamtkomposition ihres Gartens.

Es gibt eine Menge schöner Gartenbäume, die im Frühjahr bezaubernd blühen, im Sommer Schatten spenden und im Herbst mit prächtiger Herbstfärbung überzeugen.

Überlegen Sie: Lieben Sie es in erster Linie farblich harmonisch oder mögen doch lieber überraschend bunt? Sind Sie eher der Typ für einen Ganzjahresgarten oder lieben Sie eine Jahreszeit ganz besonders?
Eine standortgerechte Pflanzung beachtet  neben dem Klima und Bodenbedingungen auch die Sonneneinstrahlung. Die richtige Einteilung Ihres Gartens nach sogenannten Lebensbereichen ist die Grundlage für gesunde und gestalterisch stimmige Beete.

Wann in die Erde?
Die beste Pflanzzeit für Bäume ist der frühe Herbst. Sie können noch bis zum nächsten Frühjahr/Sommer Wurzeln bilden und erleiden seltener einen Pflanzschock. Ein Mulchabdeckung der Baumscheibe verringert die Verdunstung.
Stauden werden am besten im Frühjahr gepflanzt, da Sie wesentlich frostempfindlicher sind. Achten Sie darauf, in den Beeten vorher die Wurzelunkräuter zu entfernen.

Die Anlage eines neuen Gartens ist sehr komplex. Die hauptamtlichen Gartenberater des Verbands Wohneigentums stehen Ihnen gerne beratend zur Seite. Einige Landesverbände bieten als Serviceleitung eine Gartenplanung an.  

Hans-Willi Heitzer

Der Niederländer Piet Oudolf ist international einer der gefragtesten Landschaftsarchitekten. Er prägte maßgeblich den neuen niederländischen Gestaltungsstil. Sein Stil ist naturalistisch, Pflanzen werden miteinander verwoben, als Farben bevorzugt er erdige und pastellene Töne. Die Karl Förster Stiftung schreibt über Oudolf: „Ganz besonderes Augenmerk richtet er auf die Pflanzenstrukturen und die Blattformen. Die jahreszeitliche Dynamik der Staudenpflanzungen wird durch das Belassen von Samenständen und den bewussten Einsatz der vergilbenden, sich verfärbenden, absterbenden Pflanze unterstrichen.“ Neben seinem Privatgarten im niederländischen Hummelo sind wichtige Werke von ihm im öffentlichen Raum in den Niederlanden, in England (Wisley), in den USA (Chicago) und in Schweden (Enköping) zu sehen. Berühmt wurde sein Konzept für die berühmte Highline in New York.

Quelle: Karl Förster Stiftung


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