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Reif für die Ernte?

Der Zeitpunkt für den perfekten Erntetermin

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An der Pflanze voll ausgefärbte Tomaten schmecken am besten.
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Junge Kohlrabi sind besonders zart.
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Darüber streiten sich die Geister: Wann ist der beste Zeitpunkt für die Ernte? Um ehrlich zu sein, ist die Sache mit dem optimalen Erntezeitpunkt gar nicht so einfach. Die Tücke steckt im Detail. Hier die Tipps unseres Gartenberaters Wolfgang Roth.

Junges Gemüse ist besonders zart

Ernten Sie Blattgemüse, z.B. Feldsalat, Mangold und Spinat, sowie Schnitt- und Pflücksalat, bevor die Blätter vollständig ausgewachsen sind. Auch viele Küchenkräuter wie Kerbel, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer, Schnittlauch und Wilde Rauke schmecken vor der Blüte am besten. Ausgenommen sind Majoran und Rosmarin, die erst während der Blüte das volle Aroma erreichen.

Alle Hülsenfrüchte reifen ungleichmäßig und machen deshalb ein mehrmaliges Durchpflücken notwendig. Bei Markerbsen warten Sie mit der Ernte, bis die Körner voll ausgebildet, aber noch saftig sind. Zuckerbsen werden mit den Hülsen zubereitet und daher vor der Vollreife gepflückt. Bei Bohnen ist der Zeitpunkt optimal, wenn die Hülsen noch saftig sind und beim Zusammenbiegen glatt brechen. Mit der Ernte von Dicken-, Puff- oder Saubohnen sollten Sie nicht zu lange warten. Die Körner müssen noch weich und milchreif sein.

Pflücken Sie Fruchtgemüse behutsam, ohne die Pflanzen zu verletzen, damit noch viele Früchte nachwachsen können. Wenn Sie Gurken und Zucchini bereits im Jugendstadium ernten, führt das zu einem vermehrten Fruchtansatz und zu höheren Erträgen. Bei Auberginen und Tomaten brauchen Sie mehr Geduld, denn die Früchte entwickeln ihr Aroma erst, wenn sie ausgefärbt sind. Das gilt prinzipiell auch für Gemüsepaprika, Peperoni oder Chili. Allerdings gibt es Sorten, die von Grün nach Rot abreifen und bereits im grünen Reifestadium geerntet werden können.

Gemüse für den Vorrat

Küchenkräuter, die getrocknet aufbewahrt werden sollen, ernten Sie am besten kurz vor der Blüte. Den höchsten Gehalt an Wirkstoffen haben die Kräuter während einer Schönwetterperiode. Zum Trocknen eignen sich Bohnenkraut, Estragon, Majoran, Oregano, Salbei sowie Thymian.

Basilikum, Liebstöckel, Petersilie, Rosmarin und Schnittlauch behalten ihr Aroma am besten tiefgefroren.

Das Roden der Frühkartoffeln kann beginnen, sobald die gewünschte Knollengröße erreicht ist. Zum Einlagern eignen sich nur ausgereifte Kartoffeln und Sorten mit fester Schale. Geerntet wird, sobald das Laub vollständig eingetrocknet ist und die Schale sich nicht mehr mit den Fingern abreiben lässt. Roden Sie bei trockenem Wetter und lassen Sie die Knollen vor dem Einlagern abtrocknen.

Küchenzwiebeln & Co. sind erntereif, wenn sich alle Nährstoffe in die Zwiebel verlagert haben und die Schlotten eingetrocknet sind. Es folgt eine sechs- bis zehntägige Nachreife. Zwiebeln unbedingt trocken lagern.

Kürbisse sind ausgereift und für einige Wochen lagerfähig, wenn der Stiel verholzt ist und das Klopfen gegen die Schale einen hohlen Klang erzeugt.

Naschen für die Gesundheit

Der optimale Zeitpunkt für die Ernte von Beeren- und Steinobst ist zum Ende des letzten Reifestadiums. Erst dann erreichen die Früchte den höchsten Vitamingehalt und schmecken am besten. Diese recht kurze Zeitspanne zu bestimmen, ist gar nicht so einfach. Am sichersten ist die Geschmacksprobe, denn die Ausfärbung der Früchte ist nicht immer ein zuverlässiger Hinweis. Ernten Sie die Früchte behutsam und wenn möglich mit Fruchtstiel, um Druckstellen oder gar Verletzungen zu vermeiden.

Bei Äpfeln und anderem Kernobst unterscheiden wir zwischen Genuss- und Pflückreife. Äpfel für den sofortigen Verzehr bleiben bis zur vollständigen Reife am Baum hängen. Wollen Sie die Früchte lagern, dann müssen sie etwa zwei Wochen früher geerntet werden. Mit der „Kippprobe“ finden Sie den richtigen Zeitpunkt. Bei diesem Test wird der noch am Baum hängende Apfel um 90 Grad zur Seite gekippt. Löst sich der Stiel vom Ast, ist die Pflückreife erreicht. Bei lang- und dünnstieligen Sorten muss der Zeigefinger mithelfen, damit sich der Stiel nicht von der Frucht, sondern vom Ast löst.

Wolfgang Roth

Tipp: Wenn der Ertrag Ihre Hoffnungen und den Verbrauch übersteigt, dann ernten Sie Bohnen, Gurken, Kohlrabi, Möhren, Rote Bete, Zucchini und Zuckererbsen vorzeitig als zartes Prinzess- oder Baby-Gemüse.


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