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Das Maiglöckchen – Giftpflanze des Jahres 2014

Maiglöckchen
Maiglöckchen (Convallaria majalis)

Seit mittlerweile 9 Jahren wird vom Botanischen Sondergarten in Hamburg-Wandsbeck die Giftpflanze des Jahres gekürt. An der Abstimmung kann sich jeder Bürger beteiligen. Mit dieser Wahl sollen die Menschen sensibilisiert werden, sich kritisch mit Giftpflanzen auseinanderzusetzen. Giftpflanzen sind keine „bösen Pflanzen“. Sie sollten und können auch nicht völlig aus unseren Gärten verbannt werden. Durch Ihre Gegenwart steigern sie die Artenvielfalt und erfüllen somit wichtige ökologische Funktionen. Eine echte Sicherheit gibt es nur für Menschen, die sich auskennen und somit Gefahren umgehen können. Unsere Kinder können den Umgang mit gefährlichen Pflanzen nur lernen, wenn sie diese auch erkennen.

Die Pflanze

Das Maiglöckchen (Convallaria majalis) gehört zur Familie der Convallariaceae und ist in Europa heimisch. Die Pflanze treibt im Frühjahr aus Wurzelrhizomen aus. Die Blütezeit Mai und die glockenförmigen Blüten gaben ihr den deutschen Namen. Von Juni bis September erscheinen die erbsengroßen roten Früchte. Diese enthalten zwei blaue Samen.

Der botanische Name Convallaria bezieht sich auf das lateinische Wort convallis und bedeutet Talsenke. Bezugnehmend auf die lateinische Übersetzung wird sie im englischsprachigen Raum „Lily of the Valley“ genannt.
Weitere deutsche Namensbezeichnungen sind: Augenkraut, Herrenblümli, Maienlilie, Niesekraut, Schneetropfen, Tallilie. Der deutsche Name Tallilie steht der lateinischen Übersetzung sicher am nächsten.

Geschichtliches

Aufgrund des angenehmen Blütenduftes wurde das Maiglöckchen bereits im Jahr 1765 in einer Londoner Parfümerie als Duftnote verwendet. In alten Kräuterbüchern werden dem Maiglöckchen heilende Kräfte zugesagt. Voraussetzung war jedoch, dass man in die Geheimnisse der komplizierten Zubereitung eingeweiht war.
In den 1930 Jahren gehörte das Maiglöckchen zu den beliebtesten Pflanzen der Deutschen. In der Medizin wird die Pflanze heute gegen verschiedene Herzprobleme eingesetzt.

Achtung keine Selbstmedikation vornehmen!

Der Lebensraum

Der natürliche Standort der beliebten bis ca. 20cm hohen Staude befindet sich in Laubmischwäldern.

Im Garten bevorzugt das Maiglöckchen daher halbschattige, kühle und durchlässige Standorte. Im Staudenreich wird es den Lebensbereichen Gehölz und Gehölzrand zugeordnet. Für das Überleben der Pflanze ist in erster Linie das ausgeprägte Ausläufersystem zuständig. Das Maiglöckchen ist somit in der Lage große Flächen zu besiedeln. Die Wurzeln reichen in eine Tiefe bis ca.50cm.

Das Sortiment

Im Handel sind einige Sorten im Umlauf, die durchaus als Raritäten oder Liebhabersorten bezeichnet werden können.

  • Die "Hitschenberger Riesenperle" verfügt über große, weit geöffnete Blütenglöckchen und erreicht wie die Art eine Höhe von ca.20cm.
  • Die Sorte "Pleniflora" ist der Art sehr ähnlich. Allerdings ist sie eine gefüllt blühende Rarität. Ihre Blütezeit erstreckt sich bis in den Juni.
  • Eine zartrosa blühende Sorte ist "Rosea". Sie gilt als eine Mutante der Art. Auch sie wird ca. 20cm hoch und blüht wie Pleniflora bis in den Juni.
  • Es gibt jedoch auch Sorten, die wegen ihres Blattschmuckes in den Vordergrund treten. Dazu gehören die starkwachsende Sorte "Silberconfolis". Diese besitzt einen silbernen Blattrand. Sie hat daher den deutschen Namen Weißrandiges Maiglöckchen erhalten hat.
  • Eine weitere Rarität ist die Sorte "Striata" deren deutsche Bezeichnung Gestreiftes Maiglöckchen ist. Merkmal der Sorte ist das mit streifenüberzogene Blatt gibt. Striata und Silberconfolis sind sehr stark wachsende und vitale Sorte mit einer Endhöhe von ca. 25cm.

Wer Maiglöckchen pflanzen möchte sollte je nach Sorte eine maximale Pflanzdichte von 12 bis 16 Pflanzen pro m² einhalten.

Die Giftigkeit

Das Maiglöckchen wird aufgrund seines Glykosidgehaltes als sehr stark giftig eingestuft. Alle Pflanzenteile der Pflanze sind giftig. Die giftigsten Pflanzenteile sind jedoch die Blüten und Früchte. Vergiftungserscheinungen können sich bereits bei äußerlichem Kontakt durch Haut- und Augenreizungen zeigen. Werden Teile der Pflanze gegessen (orale Aufnahme) führt das zu Herzklopfen bis Herzrasen, Erbrechen und Durchfall, Ödembildung, Durchblutungsstörungen, Kreislaufkollaps bis hin zum Herzstillstand.

Verwechslungsmöglichkeiten

Bärlauch-Sammler können Maiglöckchen mit dem Bärlauch verwechseln. Zur Unterscheidung der beiden Pflanzenarten sollte man folgendes wissen:
Beim Maiglöckchen sind die Blätter grundständig zu 1 bis 3 zusammenstehend angeordnet. Sie laufen am Ende spitz zu. Die Blätter des Bärlauchs sind elliptisch und grundständig, aber deutlich gestielt. Außerdem haben sie einen deutlichen Knoblauchgeruch.


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