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Wühlmäuse vertreiben

Wenn die kleinen Nager im Garten nerven

Wühlmauskorb
Aus Kaninchendraht gefertigter Wühlmauskorb.
© Breidbach / Verband Wohneigentum

Wühlmausfraß
Wühlmausfraß an Rote Bete. Im Vordergrund der offene Wühlmausgang.
© Breidbach / Verband Wohneigentum

Die Wühlmaus (auch Schermaus genannt) gehört bei Gartenliebhabern mit Sicherheit zu den weniger beliebten Tieren. Dies liegt weniger an ihrer Wühltätigkeit – hier sorgt schon eher der Maulwurf für ein Stirnrunzeln – sondern vielmehr an ihrem Appetit auf Wurzeln von Obstgehölzen, Rosen und Blütenstauden. Auch Blumenzwiebeln und Wurzelgemüse, wie Möhre und Rote Bete, werden nicht verschmäht. Wühlmäuse schieben beim Wühlen kleine Hügel auf, wodurch eine Verwechslung mit dem Maulwurf möglich ist. Da dieser unter Naturschutz steht, ist unbedingt vor einer Bekämpfung zu klären, wer im Garten aktiv ist.

Maulwurf oder Wühlmaus? Unterscheidungsmerkmale

  • Die Wühlmaus schiebt flache und unregelmäßige Hügel neben dem Gang. Dagegen ist der Maulwurfshügel regelmäßig rund und ziemlich exakt in der Mitte über dem Gang aufgeschoben. Sein Gang endet mitten unter dem Hügel.
  • Die Erde der Wühlmaushügel ist meistens mit Pflanzenresten vermischt.
  • Der Gangquerschnitt ist bei der Wühlmaus hochoval und stets über 5 cm breit, während der Gang eines Maulwurfes kreisrund ist.
  • Wühlmäuse fressen die Pflanzenwurzeln ihrer Gangwände fein säuberlich ab.
  • Die Gänge der Wühlmaus sind geschlossen, außer in Wassernähe oder wenn Junge im Bau sind.
  • Die Wühlmaus legt Vorratskammern an, in denen sie Zwiebeln, Knollen, Wurzeln und andere Pflanzenteile lagert.
  • TIPP: Öffnet man den Gang einer Wühlmaus, so wird er von der Wühlmaus innerhalb kurzer Zeit wieder verschlossen (Verwühlprobe).

So vertreiben Sie Wühlmäuse

  • Natürliche Feinde fördern. Wiesel-Arten (besonders das Mauswiesel), Fuchs, Marder, Iltis und Katzen stellen der Wühlmaus nach. Aber auch Greifvögel helfen bei der Reduzierung des Wühlmausbestandes. Steinhaufen als Unterschlupf für Wiesel oder in größeren Gärten auch Sitzstangen und Nistmöglichkeiten für Greifvögel fördern diese natürlichen Feinde.
  • Drahtkörbe halten die Wühlmäuse ab. Sie sind besonders empfehlenswert bei Neuanpflanzungen mit gefährdeten Gehölzen (z.B. Apfelbäume) sowie beim Legen von Zwiebel- und Knollengewächsen. Die Maschenweite der Körbe sollte 15 mm betragen. Beim Eigenbau muss darauf geachtet werden, dass der Draht an den Faltnähten sorgfältig verhakt wird. Im Fachhandel gibt es bereits vorkonfektionierte Körbe aus Kunststoff- oder Drahtgewebe.
  • Vergrämung. Produkte wie Geruchsstoffe zur Vergrämung von Wühlmäusen sind in ihrer Wirkung meistens nicht sehr lange anhaltend. Sobald die Geruchsentwicklung zum Beispiel durch Regen nachlässt, können die Wühlmäuse wieder zuwandern.

Wenn vertreiben nicht hilft – Wühlmausbekämpfung

Der beste Bekämpfungszeitraum ist der Spätherbst bis zum zeitigen Frühjahr, bevor die Wühlmäuse sich vermehren. Eine Bekämpfung im Sommer ist wenig effektiv. Wer gezielt gegen Wühlmäuse vorgehen will, muss immer mittels Verwühlprobe festgestellen, ob es sich tatsächlich Wühlmäuse handelt. So wird außerdem sichergestellt, ob die Gänge noch genutzt werden.

  • Bekämpfung mit Fallen. Der gebräuchlichste Fallentyp ist die „Bayrische Drahtfalle“. Aber auch Röhren- und Kippbügelfallen sind erfolgreich. Fallen müssen fest in den Gang eingepasst bzw. dicht vor die Gangöffnung gestellt werden. Bei Fallen, bei denen man Köder verwenden kann, sind Äpfel, Möhren, Kartoffeln oder Sellerie empfehlenswert. In lockeren Böden sind Fallen zu bevorzugen, die an beide Seiten fangen – sie können nicht gleichzeitig verwühlt werden.

Hinweis: Neue Fallen sollten einige Zeit der Witterung ausgesetzt werden, damit die Eigengerüche der Materialien verloren gehen. Die Wühlmäuse werden sonst sehr leicht durch Fremdwitterung abgeschreckt und meiden die Fallen. Außerdem sollten die Hände vor dem Fallenstellen mit Erde abgerieben werden, ebenfalls um eine Fremdwitterung zu vermeiden. Nach dem Aufstellen sollte man die Falle regelmäßig kontrollieren. Wird innerhalb von 24 Stunden keine Maus gefangen, sollte man den Standort wechseln.

Die chemische Bekämpfung lässt sich in 2 Varianten unterteilen:
1) Das Auslegen von Fraßgiften.
2) Begasung: hierbei wird ein Atemgift in die Gänge geleitet.

Bei beiden Varianten ist eine gezielte Wirkung nicht sicher. Außerdem setzen sich bei unsachgemäßer Anwendung die Anwender einer nicht zu unterschätzenden Gefahr aus. Auch  können andere Tiere (Haustiere, Vögel etc.) den Giftstoff aufnehmen und Schaden nehmen. Bei einigen Varianten der chemischen Bekämpfung muss zudem beim Kauf ein Sachkundenachweis vorliegen.

Aus unserer Sicht ist eine chemische Bekämpfung für den Hausgarten nicht empfehlenswert.

Fragwürdig: Hausmittel zur Wühlmausabwehr

Hobbygärtnerkreise  haben oft ein großes „Sortiment“ an Hausmitteln und Empfehlungen gegen die Wühlmaus. Die einen empfehlen das Pflanzen von Kaiserkronen und Wolfsmilch. Andere schwören auf mit Duftstoffen getränkte Lappen, Hundehaare oder Thujahäcksel, die in die Gänge gelegt werden. Auch das Eingraben von Flaschen, das Aufstellen von klappernden Windrädern oder das Fluten der Gänge mit Wasser wird empfohlen. Im Gartenhandel sind Ultraschallgeräte, die die Wühlmäuse vertreiben sollen – mit oder ohne Solarzellen, erhältlich. Mal funktioniert, mal funktioniert es nicht. Nicht alle Hausmittel sind wirkungsvoll!

Martin Breidbach


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