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Regenwasser im Garten nutzen

Splittfugenpflaster_Breidbach_Bild1
Splittfugenpflaster
© Verband Wohneigentum / Breidbach

Dachbegrünung_Breidbach_Bild1
Dachbegrünung
© Verband Wohneigentum / Breidbach

Regentonne
Die einfachste Möglichkeit Regenwasser zu sammeln: die Regentonne

Regenwasser: es ist kostbar und kostenlos. Längst überfällig, den Umgang mit dem Regenwasser sinnvoll zu gestalten. Daher spricht man heute eher von Regenwasser-Management als von Regenwasser-Entsorgung. Das spart dabei nicht nur Frischwasser- und Abwassergebühren, sondern trägt auch zum Erhalt der natürlichen Wasserkreisläufe bei. Unser Gartenberater Martin Breidbach erklärt, wie jeder Hausbesitzer auf einfache Weise zu einem nachhaltigen und umweltgerechten Umgang mit Wasser beitragen kann.

Entsiegelung von Flächen

Das Regenwasser sollte möglichst ungehindert auf der Fläche um das Haus versickern können. So bleibt der natürliche Wasserkreislauf erhalten (Regnen, Verdunsten, ins Grundwasser versickern) und die Gefahr von Überschwemmungen in Siedlungen wird minimiert. Doch die Realität sieht oft anders aus: Hausbesitzer versiegeln große Teile ihres Grundstücks häufig, indem sie Wege, Stellplätze und Garageneinfahrten wasserdicht pflastern oder betonieren. Das geht aber auch anders – umweltfreundlicher: Mit Hilfe von von RasengittersteinenPorensteinen und Splittfugenpflaster können auch diese Flächen wasserdurchlässig gestaltet werden, man spricht dann von Entsiegelung. Eine kostengünstige Variante stellen zum Beispiel Wege mit Kies- oder Splittbelägen dar, wobei wabenförmige Einsätze diese Beläge stabilisieren und damit auch befahrbar machen.
Wichtige Voraussetzungen für die Versickerung bei diesen Flächen sind vor allem eine gute Planung und ein durchlässiger Untergrund.

Rückhaltung

Einen positiven Effekt haben auch Begrünungen auf Garagendächern, Gartenlauben oder Carports. Sie sind pflegeleicht, schützen die Dächer und halten bis zu 60 Prozent des Regenwassers zurück. Zudem bereichern sie die Artenvielfalt, denn sie stellen einen speziellen Lebensraum für Insekten und andere Lebewesen dar. Auch tragen sie positiv zu einer Verbesserung des Kleinklimas in der Siedlung bei.

Gezielte Versickerung

Je nach vorhandener Fläche und Versickerungsleistung des Bodens – Wasser versickert je nach Bodenart unterschiedlich stark – bieten sich Mulden-, Rohr-, Rigolen- oder Schachtversickerung an. In manchen Fällen ist auch eine Kombination zweier Systemen (z.B. Rohr-Rigolen-Versickerung) sinnvoll. Bei schlecht wasserdurchlässigen Bodenschichten wie Lehm oder Ton oder verdichteten Böden nach Baumaßnahmen werden meist Rigolen- oder Schachtsysteme genutzt. Allerdings versickert bei beiden Varianten das Wasser nicht durch die obere belebte Bodenschicht, wodurch naturgemäße Reinigungsleistung des Oberbodens sehr eingeschränkt wird. In Wohngebieten, die in Wasserschutzzonen liegen, sind diese Varianten daher meist verboten. Welche Variante im eigenen Wohngebiet zulässig ist, sollten Sie bei der örtlichen Kommune erfragen.

Regenwasser speichern und verwenden

Wassertonnen zur Regenwasserspeicherung sind für den direkten Verbrauch im Garten gut geeignet. Wichtig ist ein kühler, schattiger Standplatz und eine Abdeckung, damit sich darin keine Stechmücken vermehren können. Allerdings ist die Sammelmenge hier etwas begrenzt.

Zisternen, die in den Boden eingegraben werden, können größere Wassermengen speichern. Sie sind besonders dann interessant, wenn sie neben der Gartenbewässerung auch die Waschmaschine (Pluspunkt kalkfreies Wasser!) und die Toilettenspülung versorgen. Dadurch lässt sich der Trinkwasserverbrauch oft um gut die Hälfte reduzieren. Mittlerweile gibt es viele unterschiedliche Varianten am Markt, auch sogenannte Flachwassertanks, die gut in Eigenleistung eingebaut werden können.

Um im Rahmen des Abwassergebührensplittings vollständig von den Kosten befreit zu werden, empfiehlt es sich, den Überlauf der Zisterne in eine Versickerungsanlage zu leiten. Auch hier empfiehlt es sich,  Rücksprache mit der Kommune bzgl. einer behördlichen Zustimmung zu halten.
Martin Beidbach


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