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Checkliste: So fördern Sie Insekten im Garten

Hummel bumble-bee-2361336 1920 pixabay CC0 thumb

  • Bunte, einfach blühende Pflanzen und Wildformen wählen!

Das Sortiment im Baumarkt ist oft nicht sehr insektenfreundlich. Häufig werden Pflanzen mit gefüllten (hier gelangen die Tiere nicht an den Nektar) oder sterilen Blüten angeboten (Forsythien, Hortensien, Geranien). Hochgezüchtete Pflanzenformen produzieren keine oder weniger Pollen und Nektar, die natürliche Futterquellen vieler Insekten. Die einfach blühenden Wildformen dieser Pflanzen sind für die Insekten wesentlich wertvoller. Da Insekten je nach Art von unterschiedlichen Blütenfarben angezogen werden, ist eine vielfältige Mischung aller Farben dringend anzuraten.

  • Pflegeleichter Artenreichtum!

Bepflanzen Sie Ihren Garten pflegeleicht und artenreich. Wildstauden sind die besten Nahrungslieferanten für Larven und Insekten. Wilde Ecken mit Futterpflanzen wie Heckenrosen, Ringelblumen Beinwell und Brennnesseln sollten in keinem Garten fehlen. Auch Rasen muss keine Monokultur sein. Zweikeimblättrige Blütenpflanzen wie Gänseblümchen schaden dem Rasen nicht, sondern geben ihm ein lebendiges Erscheinungsbild.

  • Nutzen Sie spezielle Staudenmischungen für Insekten.

Zum Beispiel vom Bund Deutscher Staudengärtner, erhältlich bei dem Berufsverband oder in Spezialgärtnereien. Darin enthalten sind unzählige Pflanzen, an denen sich Raupen und ausgewachsene Insekten nähren können.

  • Beete im Spätherbst nicht aufräumen.

Vergessen Sie die Routine aus früheren Zeiten. Lassen Sie Staudenbeete und Gräser den Winter über stehen und das Laub unter Bäumen oder auf Beeten (nicht auf dem Rasen!) liegen. Herbstlaub ist im Winterhalbjahr ein wichtiges Überwinterungsquartier für viele nützliche Insekten.

  • Eine möglichst lange Blühzeit im Garten vorbereiten.

Von Vorfrühlingsblühern wie Winterlingen, Schneeglöckchen, Schneesternen, Huflattich, Wildtulpen, Krokussen im Frühjahr bis zum Spätherbst mit Fetthenne, Herbstastern und Stockrosen sollte über die gesamte Vegetationszeit genügend Nahrung für alle Insektenarten zur Verfügung stehen.

  • Eine wilde Ecke im Garten zulassen.

Das ist ein toller Rückzugsort für viele gefährdete Nützlinge. Automatisch siedeln sich hier Klee und Brennnesseln an, die anschließend gern von Raupen verspeist werden. Wildbienen nisten gerne in alten, morschen Apfelbaumstämmen und Totholzhaufen.

  • Blumenwiesen anlegen. 

Zum Beispiel Teilbereiche einer Rasenfläche gezielt „umwandeln“.

  • Nicht nur Schmetterlinge und Falter, auch Larven brauchen Nahrung.

Dazu gehören krautige Brennnesseln, Himbeeren und Brombeeren, Disteln (auch die Ziersorten!) und Doldenblütler wie Fenchel, Dill, Wilde Möhre, aber auch Gehölze wie Faulbaum, Schlehe und Weide.

  • Wasser in den Garten bringen!

Nicht nur die Pflanzen, auch Insekten sind auf eine ausreichende Wasserversorgung angewiesen. Flache Wasserstellen mit Lehm und Sand werden im Garten häufig von Insekten angeflogen, die hier auch ihr Baumaterial finden. Nach langen Trockenperioden im Sommer benötigen Insekten dringend Wasser und besuchen gerne Vogeltränken.

  • Auf synthetische Pflanzenschutzmittel verzichten.

Ihr Einsatz ist im insektenfreundlichen Garten tabu. Pflanzenschutzmittel wirken nicht nur gegen die Schädlinge, sondern auch gegen die Nützlinge. Vorbeugende Maßnahmen, wie zum Beispiel die Verwendung von robusten Pflanzensorten, die Stärkung von Nützlingen und nicht zuletzt eine tolerante Grundhaltung lassen viele Probleme erst gar nicht entstehen. Mit wenig Mühe können Sie Ihren Garten für Nützlinge attraktiv gestalten.

  • Insektenfördernde Pflanzen statt „Schottergarten“.

Insektenfördernde Pflanzlisten in Bebauungsplänen aufnehmen oder dahingehend ändern. Kreise, Städte auffordern, in den Bebauungsplänen bepflanzte Vorgärten als „Pflichtoption“ mit einzubeziehen. Kiesschüttungen und grobe Schotterflächen im Garten vermeiden.

  • Im Garten verschiedene Biotope anlegen.

Neben Insektenhotels auch Wasserplätze sowie Stein- und Totholzhaufen anlegen. Dabei auf Nadelholz verzichten, da es Harz abgibt und damit die Flügel der Insekten verklebt. Auch Komposthaufen sind förderlich, zum Beispiel für Laufkäfer.

  • Magere Areale im Garten bereichern die Vielfalt.

Wer nährstoffarme, magere Flächen im Garten schafft und auf diesen wichtige Wildpflanzen ansiedelt bereichert die Artenvielfalt. Die meisten Gartenböden sind mit Nährstoffen überversorgt, was nicht zur Pflanzenvielfalt beiträgt.

  • Wenn Insektenhotel, dann groß genug.

Insektenhotels müssen groß genug sein, um die Larven und die überwinternden erwachsenen Insekten vor Frost, Feuchtigkeit und Feinden zu schützen. Die Röhren sollten etwa 10 Zentimeter lang sein, der Rahmen des Insektenhotels etwa 12 bis 15 Zentimeter. Wählen Sie unterschiedlichste Materialien wie Lehm und hartes Holz , dass sauber gebohrt sein sollte, um die zarten Flügel der Krabbeltiere nicht zu verletzten.

  • Nicht zuviel und nur jäten, was man kennt.

Etliche Beikräuter stören den Gärtner nicht wirklich, sind aber eine wertvolle Nahrungsquelle für Insekten. Futterpflanzen sind alle Arten von Wildkräuter – also auch „Unkräuter“ im Garten akzeptieren.

  • Begrünen Sie Flachdächer.

Mit extensiver Dachbegrünung bringen Sie wertvolle Magerwiesen in Wohngebiete. Umsetzbar in vorhandenem (Garagen-) Bestand und vor allem bei Neubauten. Kreise und Städte auffordern, begrünte Dächer in den Bebauungsplan einzubeziehen.

Verband Wohneigentum e. V.
Kompetenzteam Ökologie und Garten

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