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Befruchtungsverhältnisse unserer Obstarten

 

Für viele Gartenfreunde ist das Wissen um die Befruchtungsverhältnisse ein „Buch mit sieben Siegeln“. Oft herrscht hier der Glaube vor, dass es ausreicht, einen zweiten Baum oder Strauch der gleichen Art zu pflanzen, ohne die Sorte zu berücksichtigen. Das Befruchtungsproblem stellt sich aber in der Praxis wesentlich vielschichtiger dar:

  • so ist vielleicht eine Sorte ein guter Pollenspender, aber selbst auf einen solchen angewiesen.
  • oder ein guter Pollenspender passt ausgezeichnet zu einer bestimmten Sorte, so bedeutet das noch lange nicht, dass er auch zu der zweiten Sorte im Garten passen muss.
  • oder der Pollen der einen Sorte (Pollenspender) sorgt für eine gute Befruchtung bei der Nachbarsorte, so bedeutet das nicht, dass sich der Pollen der Nachbarsorte auch umgekehrt für die Befruchtung des Pollenspenders eignet.
  • es gibt keine Pollenspender, die sich für alle Sorten eignen.
  • Selbstfruchtbarkeit der Sorten (Selbstfertilität) finden wir, bis auf wenige Ausnahmen, überwiegend beim Steinobst. Das bedeutet der sorteneigene Pollen eignet sich für die Befruchtung.

Die Ursachen für das unterschiedliche Befruchtungsverhalten können in der Regel nur umgangen (Wahl des geeigneten Pollenspenders) aber nicht beseitigt werden. An dieser Stelle sollen einige dieser Ursachen angeführt werden:

  • Sterilität des Pollens (Pollenkorn keimt nicht oder nur sehr zögerlich)
  • Griffel der zu befruchtenden Blüte verhindert das Einwachsen des Pollenschlauches
  • Sorte ist triploid
  • Pollen enthält unvollständig geteilte Chromosomensätze
  • genetische Sperre in der Fruchtanlage, die die Befruchtung verhindert

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