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Tee aus dem eigenen Garten

Seit dem 18. Jahrhundert spricht man aber auch bei Verwendung anderer Pflanzenarten von Tee. Um Verwechslungen auszuschließen spricht man von Kräuter- und Früchtetee. Viele Kräuter und Früchte aus dem Garten können zu einem gesunden und wohlschmeckenden Tee zubereitet werden. Frisch gepflückt und direkt als Tee zubereitet ist der Geschmack meistens sogar besser. Auch der Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen ist höher, als bei vergleichbarem getrockneten Tee.

Trink- oder Heiltee

Viele Kräutertees sind Trink- und Heiltee zugleich. Sie schmecken gut und wirken vorbeugend gegen Krankheiten. Sie können den Körper sehr effektiv bei Erkrankungen in der Heilung unterstützen. Besonders bei Beschwerden der Verdauungs- und Atemorgane sollen Kräutertees hilfreich sein. Bei einigen Kräuterarten ist die Wirkung so stark, dass sie als reine Heiltees wie Medizin eingesetzt werden. Dabei sind auch Nebenwirkungen möglich. Richtige Dosierung und Dauer der Anwendung ist bei Heiltee sehr wichtig. Die Anwendung von Heiltee sollte nur nach ärztlicher Absprache vorgenommen werden. Obwohl die heilende Kraft einer Pflanze beeindruckend stark sein kann, darf man sich nicht allein auf diese Heilwirkung verlassen. Die Art der Lebensführung und die innere Einstellung sind für einen Heilerfolg mindestens genauso wichtig.

Grundregeln bei der Anwendung von Heiltee:

  • Die Verwendung von Heiltee setzt Wissen um die Wirkung und gute Pflanzenkenntnisse voraus.
  • Vorsicht vor Verwechslungen mit Giftpflanzen!
  • Selbstbehandlungsversuche bei ernsthaften Erkrankungen sind zu unterlassen!
  • Pflanzen können beim Menschen unterschiedlich wirken. Reaktionen wie z.B. Allergien sind möglich.
  • „Die Dosis macht das Gift“ – alles was im Übermaß konsumiert wird, ist schädlich.
  • Heiltees sollten nicht länger als 3 Monate regelmäßig konsumiert werden.

Kräuter anbauen

Für einen erfolgreichen Anbau von Kräutern ist die Standortwahl entscheidend. Die Standorte sollten auf die spezifischen Bedürfnisse der Kräuter im Bereich Belichtung, Temperatur und Bodenbeschaffenheit abgestimmt sein.

  • Kräuter aus dem mediterranen Raum benötigen in der Regel einen sonnigen, trockenen Standort und mageren Boden.
  • Kräuter aus Regionen mit sehr trockenen Wintern leiden oft an zu hoher Bodenfeuchte. Hier kann durch Drainageschichten für schnelles Abtrocknen gesorgt werden.
  • Mit einer Kräuterspirale wird es möglich, auf kleinstem Raum unterschiedliche Standortverhältnisse zu schaffen. Vom sonnenexponierten Gipfel über halbschattige Zonen bis zum kleinen Teich am Fuße der Spirale, erhalten viele Kräuter einen optimalen Standort.
  • Alternativ können die Kräuter auch an geeigneten Standorten im Garten mit anderen Zier- und Nutzpflanzen kombiniert werden. Die Blatt- und Blütenfarben, aber auch die Strukturen von Blättern und Formen lassen sich gut bei der Gestaltung integrieren.

Kräuter ernten

Der Wirkstoffgehalt der Kräuter ist abhängig vom Standort und der Blütezeit. Ein günstiger Zeitpunkt für die Ernte ist bei vielen kurz vor der Blüte. Kräuter, die auch in den Blüten Wirkstoffe enthalten, werden während der Hauptblüte geerntet. Geerntet werden nur gesunde Pflanzenteile. Die beste Tageszeit liegt am späten Vormittag. Die Ernte soll nur bei trockenem Wetter erfolgen. Der optimale Zeitpunkt ist für viele Kräuter drei Tage nach dem letzten Regen.

Kräuter und Früchte richtig trocknen

Die meisten Tees können aus frischen Pflanzenteilen zubereitet werden. Für eine Vorratshaltung ist das Trocknen die wichtigste Konservierungsmethode. Getrocknet wird am besten an einem warmen, schattigen Ort mit gutem Luftaustausch (z.B. Dachboden). Die Kräuter werden in Büscheln aufgehängt. Lassen sich die Kräuter schlecht bündeln, können sie auch ausgelegt und mehrmals gewendet werden. Dabei ist die Belüftung besonders wichtig. Zugluft muss unbedingt vermieden werden. Durch Zugluft oder direkte Sonneneinstrahlung, gehen viele Inhaltsstoffe verloren.

Früchte werden optimal bei Temperaturen von 30° – 60° C getrocknet. Damit die Früchte ohne Schwefelung haltbar sind, dürfen sie nur eine Restfeuchte von 13 – 14 % enthalten. Kleine Mengen können über Heizkörpern oder am Kachelofen getrocknet werden. Auch die Restwärme des Backofens kann genutzt werden. Am schnellsten erfolgt das Trocknen im Backofen (bei 40 – 50° C) oder in einem Dörrgerät.

Fermentieren

Wer einen aromatischen und würzigen Tee herstellen möchte, kann eine Fermentation (bzw. Oxidation) durchführen. Dazu werden die Blätter gequetscht, dass die Pflanzenzellen teilweise zerstört werden. Auf diese Weise kommen Enzyme und andere Inhaltsstoffe der Pflanze miteinander in Berührung und reagieren mit Sauerstoff.
Die Fermentation ist besonders für die Blätter von Brombeere, Erdbeere, Himbeere, schwarze Johannisbeere, Melisse, Pfefferminze und Brennnessel geeignet.

Vorgehensweise:

  • Blätter einen Tag anwelken.
  • Quetschen der Blätter durch Rollen mit der Hand oder mit dem Nudelholz.
  • Blätter leicht mit Wasser befeuchten.
  • Danach in einen Steinguttopf einfüllen. Bei ca. 30°C wird der Fermentationsprozess in Gang gesetzt.
  • Nach 3 Tagen werden die Blätter aus dem Steinguttopf entnommen und getrocknet. Die Blätter nehmen dabei eine dunkle Färbung an (wie „Schwarzer Tee“).

Lagerung

Die getrockneten Kräuter müssen sorgfältig gelagert werden. Wichtig ist eine trockene, dunkle und kühle Lagerung. Geeignete Behältnisse sind Kunststoffdosen, braune Papiertüten, Pappschachteln oder braune Apothekergläser.
Mit Beginn der Lagerung verflüchtigen sich die Inhaltsstoffe. Deshalb sollten Kräutertees nicht länger als ein Jahr gelagert werden. Nach einem Jahr sind so viele Inhaltsstoffe verloren, dass die Qualität unzureichend ist. Außerdem hat die neue Erntezeit begonnen.

Tee zubereiten

Kaum etwas ist so einfach, wie einen Tee zu bereiten. Heißes Wasser auf das Kraut gießen, kurz warten – trinken. Trotzdem sollten ein paar Feinheiten beachtet werden:

  • Weiches Wasser ist für den Geschmack vorteilhafter.
  • Als Behälter möglichst keine Metallkanne verwenden.
  • Kannen aus unglasiertem Keramik/Ton sollten nicht mit Spülmittel gereinigt werden. Die Reinigungsrückstände können sich in den Poren absetzen.
  • Porzellan- oder Glaskannen dürfen mit Spülmittel gereinigt werden.
  • Am besten entfalten sich Aroma und Wirkstoffe, wenn die Kräuter freischwimmend in einer Kanne aufgebrüht werden. Der Tee wird anschließend in eine zweite Kanne abgegossen.
  • Besonders wenn Tee ätherische Öle enthält, den Tee abgedeckt ziehen zu lassen. Dadurch bleiben wertvolle ätherische Öle weitgehend im Tee erhalten.
  • Die optimale Zeitspanne um Tee ziehen zu lassen ist abhängig von der Kräuter- oder Früchteart. Faustregel:
    Kräutertee muss mit kochendem Wasser aufgebrüht werden. Den Tee mindestens 5 Minuten ziehen lassen.
    Früchtetee wird mit kochendem Wasser aufgebrüht und nach ca. 10 Minuten abgegossen.
  • Lässt man Tee zu lange ziehen, kann er bitter werden oder sich verfärben.

Süßen

Wer seinen Tee gern süß trinkt, hat die Wahl zwischen verschiedenen Produkten.

  • Honig hat einen relativ kräftigen Eigengeschmack, was jedoch kein Nachteil sein muss. Damit die wertvollen Inhaltsstoffe des Honigs erhalten bleiben, diesen erst bei Trinktemperatur hinzugeben.
  • Weißer Zucker und Süßstoff haben weniger Eigengeschmack. Dabei ist zu beachten, dass allein die Süße an sich schon viele Geschmacksnuancen überdecken kann.
  • Kandiszucker hat einen karamellartigen Geschmack und eignet sich besonders für fermentierten Tee.
  • Weiterhin eignet sich auch das Süß- oder Honigkraut (Stevia rebaudiana). Diese südamerikanische Pflanzenart wird in Asien und Südamerika schon lange zum Süßen von Getränken verwandt. Das Süßkraut enthält keinen Zucker und ist in Deutschland als getrocknetes Kraut (in Apotheken) oder als Pflanze (nicht winterhart) für den Garten erhältlich. Wer es gerne süß mag und beim Teegenuss Figur und Zähne schonen möchte, sollte diese Pflanze ausprobieren.

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