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Die Traubeneiche – Baum des Jahres 2014

Traubeneiche
Traubeneiche (Quercus petraea)

Jedes Jahr kürt das Kuratorium der Dr.-Silvius-Wodarz-Stiftung ein Gehölz zum „Baum des Jahres“. Für 2014 wurde die Traubeneiche (Quercus petraea) ausgewählt. Das Kuratorium will auf diese Weise Menschen an Bäume heranführen und für das Kulturlebewesen „Baum“ sensibilisieren. Ganz nach dem Motto des Stiftungsgründers: “Man muss Bäume nicht neu erfinden, man muss sie nur neu entdecken“ .

In Geschichten und Erzählungen werden Eichen häufig als „mystische“ Wesen dargestellt. Gründe dafür sind sicherlich die im Alter knorrigen Strukturen und die hohe Lebenserwartung von bis zu 1000 Jahren. Aber auch die beeindruckenden Stammumfänge alter Eichen tragen zu manchem Aberglauben bei. Bei den keltischen Druiden war die Eiche so beliebt, dass sie ihre Berufsbezeichnung vom keltischen Wort für Eiche „duir“ ableiteten.

Die bekanntesten bei uns heimischen Eichenarten sind die Stieleiche (Quercus robur), auch Sommereiche genannt und die Traubeneiche (Quercus petraea), die oft auch als Wintereiche bezeichnet wird. Den Namen Wintereiche erhielt sie durch das lange bis in den Winter anhaftende Laub.

Beide Eichenarten sind auf den ersten Blick für den Laien nicht so leicht unterscheidbar. Doch bereits die deutschen Namen können zur Unterscheidung beitragen, wenn man sich merkt, dass sich die Namensgebung auf die Fruchtstände der Bäume bezieht. Die Unterscheidungs-Merkmale der beiden Arten:

  • Traubeneiche: Die Eicheln der Traubeneiche sind traubenähnlich an den Stielen angeordnet. Die Blätter sind langstielig (> 1cm). Die Hauptseitennerven (Hauptseiten-Blattadern) der Blätter enden nie in den Einbuchtungen der Blattspreite (Blattfläche). Blattunterseits sind Haarbüschel entlang der Hauptnerven zu sehen.
  • Stieleiche: Die Früchte (Eicheln) der Stieleiche befinden sich einzeln an relativ langen Fruchtstielen. Der Blattstiel der Stieleiche ist extrem kurz, meistens < 1cm. Die Blattnerven enden in den Einbuchtungen und den Blattlappen der Blattspreite. Haarbüschel sind nicht vorhanden.

In ihrer Jugend bildet die Traubeneiche zuerst eine Pfahlwurzel aus, die mitunter in Tiefen von bis zu 2m reicht. Nach Ausbildung der Pfahlwurzel entstehen kräftige Seitenwurzeln, die mit Senkwurzeln ausgestattet sind. Durch dieses ausgeprägte „Herz-Senker-Wurzelsystem“ ist sie später in der Lage ihr mächtiges Erscheinungsbild tragen zu können.

Im Alter von ca. 120 Jahren haben die meisten Traubeneichen ihre endgültige Höhe erreicht. Mit Höhen von ca. 35 m und aufgrund ihres tiefgehenden Wurzelsystems sind Eichen stark blitzgefährdet.

In den teilweise monumentalen, rundlichen Kronen finden bis zu 200 verschiedene Insektenarten Lebensraum und Futter. Seit einigen Jahren macht jedoch der Eichenprozessionsspinner nicht nur den Eichen, sondern auch den Menschen zu schaffen.

Eichen wurden in früheren Zeiten als „Hofbäume“ angepflanzt, vermutlich auch aus Wind- und Blitzschutzgründen. In Zeiten in denen es noch keine Blitzschutzleiter aus Metall gab, wurde es eher in Kauf genommen, dass ein Blitz in eine Eiche einschlug und nicht in ein Gebäude.

Neben der Verwendung als imposanten Hofbaum findet man die Eiche in Parks als Solitärgehölz wieder. Auch als Straßenbaum und Rekultivierungsgehölz wird die Traubeneiche aufgrund ihrer Trockenheitstoleranz und ihren geringen Bodenansprüchen gerne eingesetzt.


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