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Der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus)

Kirschlorbeer

Seit 8 Jahren wird vom Botanischen Sondergarten in Hamburg-Wandsbek die Giftpflanze des Jahres gewählt. Mit dieser alljährlichen Wahl sollen die Menschen sensibilisiert werden, sich kritisch mit Giftpflanzen auseinanderzusetzen. Giftpflanzen sind keine „bösen Pflanzen“ und können auch nicht aus unseren Gärten verbannt werden. Dazu sind sie viel zu zahlreich und erfüllen oft wichtige ökologische Funktionen. Eine echte Sicherheit gibt es nur für Menschen, die sich auskennen und selbstbewusst mit Gefahren umgehen können. Kinder können den Umgang mit so genannten „gefährlichen“ Pflanzen nur lernen, wenn sie diese auch erkennen.

Die Pflanze

Die Heimat des Kirschlorbeers ist Südosteuropa und Kleinasien. Dieser immergrüne Strauch erhielt seinen Namen aufgrund seiner an Lorbeer erinnernden Blätter und seiner kirschenartig aussehenden Früchte. In manchen Gegenden wird er deshalb auch als Lorbeer-Kirsche bezeichnet.

Im Gartenhandel werden mittlerweile über 20 verschiedenen Sorten angeboten. Sie finden überwiegend als bodendeckende oder aufrecht wachsende Sträucher Verwendung. Beim Einsatz als Heckenpflanze ist zu bedenken, dass aufgrund der großen Blätter auch große Wunden durch Heckenscheren hervorgerufen werden. Der Kirschlorbeer gehört zu den wenigen Gehölzen die auch im Schatten gut gedeihen. Er wächst auf jedem guten Gartenboden, sollte aber nicht zu trocken stehen.

In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass einige Sorten nicht verlässlich frosthart sind. Besonders bei Kahlfrösten leiden die Pflanzen. Zurückgefrorene Pflanzen erholen sich in den meisten Fällen durch ihre Regenerationskraft wieder gut. Aufgrund dieser Eigenschaft ist Kirschlorbeer eine gut schnittverträgliche Pflanzenart. Auch das „auf Stock setzen“ wird von den meisten Sorten gut vertragen. Beim Rückschnitt dieser Gehölze muss man bedenken, dass die duftenden, weißen Blüten nur am einjährigen Holz erscheinen. Als sehr winterharte Sorten gelten „Herbergii“ und Otto Luyken“.

Die Giftigkeit

Als Giftpflanze wird der Kirschlorbeer aufgrund seines Prunasin-Gehaltes eingestuft. Es ist ein cyanogenes Glykosid, das sich in Blättern und Samen befindet. Blätter und Samen können beim Zerkauen blausäurehaltige Stoffe freisetzen und im schlimmsten Fall zum Tode führen. Vergiftungserscheinungen äußern sich durch Erregungszustände, rotes Gesicht, verstärkte Atmung, Kratzen im Hals und Kopfschmerzen. Weiter kommt es zu Atemstillstand und Herzstillstand. Bei Verdacht auf eine Vergiftung sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. In Bereichen, wo sich Kinder oft oder meistens unbeaufsichtigt aufhalten, sollte Kirschlorbeer nicht gepflanzt werden.

Was tun bei Vergiftungen?

  • Überprüfen Sie Bewusstsein und Atmung des Vergifteten und führen Sie, falls notwendig, lebensrettende Sofortmaßnahmen durch (stabile Seitenlage, Herzdruckmassage, Beatmung).
  • Alarmieren Sie möglichst schnell einen Notarzt oder die Giftinformationszentrale.
  • Decken Sie den Betroffenen zu.
  • Ohne Anweisung einer kompetenten Person (Arzt etc.), sollten Sie dem Betroffenen nichts zu trinken geben, insbesondere keine Milch.
  • Auch das Herbeiführen von Erbrechen ist nicht immer nützlich und sollte nur auf Anweisung vorgenommen werden. Erbricht der Vergiftete von sich aus, leisten Sie ihm entsprechende Hilfeleistung.
  • Eine weitere Behandlung sollte grundsätzlich nicht durch Laien erfolgen.

So alarmieren Sie Hilfe:

Notruf (bundesweit): 112 oder

die Giftinformationszentralen in den Bundesländern, die rund um die Uhr erreichbar sind.

Im Rahmen des Notrufs sollten folgende Fragen geklärt werden:

  • Welche Pflanze wurde aufgenommen?
  • Welcher Pflanzenteil und wie viel?
  • Wer (Kind, Erwachsener, Allergiker, Gewichtsangabe)?
  • Wann?
  • Wo?
  • Welche Beschwerden hat der Betroffene?

Das geschulte Personal wird alle diese notwendigen Informationen abfragen. Wichtig ist, dass Sie nicht auflegen, bevor Ihnen der Gesprächspartner bestätigt, dass er alle notwendigen Angaben aufgenommen hat.


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