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Der Wildapfel – Baum des Jahres 2013

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Wildapfel (Malus sylvestris)

Das Kuratorium der Dr.-Silvius-Wodarz-Stiftung hat den Wildapfel (Malus sylvestris) zum Baum des Jahres 2013 gekürt. Aufgrund seiner harten Früchte wird er auch „Holzapfel“ genannt. Der Sinn der Stiftung ist es, Menschen an Bäume heranzuführen und für das Kulturlebewesen „Baum“ zu sensibilisieren. Ganz nach dem Motto des Stiftungsgründers: “Man muss Bäume nicht neu erfinden, man muss sie nur neu entdecken“.

Jeder hat schon mal einen Apfelbaum gesehen, aber einen Wildapfelbaum kennen die wenigsten. In Deutschland gehört der Wildapfel inzwischen zu den seltenen Baumarten. Und wenn man meint einen entdeckt zu haben, könnte es sich auch um die verwilderte Form eines Kulturapfels handeln. Diese sind vom „Holzapfel“ nur schwer zu unterscheiden. Finden kann man den Holzapfel an Waldrändern, in Strauchgesellschaften oder in den Auenbereichen von Flüssen. Wildapfelbäume werden selten größer als 10 Meter. Sie sind oft auch mehrstämmig.

Die Früchte des Wildapfels sind klein und runder als beim Kulturapfel. Sie sind hart und gelblich-grün. In rohem Zustand sind sie kaum genießbar und haben einen herben Geschmack. Gedörrt oder gekocht sind sie aber schmackhaft und aromatisch. Die Früchte lassen sich auch zu Most oder getrocknet zu Tee verarbeiten. Kleine Säugetiere und Vögel naschen in jedem Fall gerne von diesem wilden Obst. Wenn der Baum im Frühjahr blüht, locken die zahllosen Blüten Bienen und Hummeln in Massen an. Sie sind erst rosafarben, später reinweiß.

Man könnte vermuten, dass unser Kulturapfel von unserem heimischen Wildapfel abstammt. Das ist aber nicht so. Unsere Apfelsorten stammen in erster Linie von den süßeren, asiatischen Wildäpfeln ab. Diese wurden schon vor über 2000 Jahren kultiviert. Da der heimische „Holzapfel“ aber Resistenzen gegenüber einigen Krankheiten besitzt, ist er für die aktuelle Sortenzüchtung interessant.

Da der Wildapfel keine wirtschaftliche Bedeutung hat, ist er in vielen Regionen Deutschlands verschwunden. Heute bemühen sich einige Umweltprojekte um seine Erhaltung. Eine Chance könnte der Baum auch im eigenen Garten bekommen. Er stellt keine hohen Anforderungen an den Boden und ist absolut frosthart. Er gedeiht sowohl in der Sonne, als auch im Halbschatten. Selbst als Heckenpflanze könnte er Verwendung finden, da er gut schnittverträglich ist. Seine dichte Verzweigung bietet einen guten Sichtschutz. Aufgrund all dieser Eigenschaften könnten wir den alten Luther-Spruch ruhig etwas modifizieren und sagen: „Selbst wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch ein Wild-Apfelbäumchen pflanzen."


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