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Unkrautgift Glyphosat

Verband Wohneigentum: weitere Zulassung verantwortungslos

Löwenzahn_pixabay CCO_Bild 1

Bonn, 27. November 2017 – Wo Glyphosat ausgebracht wird, wächst kein Gras mehr. Und auch sonst nichts. Das EU-Parlament hat erneut über die Zukunft des weltweit am häufigsten verwendeten Wirkstoffs zur Unkrautbekämpfung abgestimmt. Da eine qualifizierte Mehrheit zustande kam, verlängerte die EU-Kommission die Zulassung von Glyphosat erneut für fünf Jahre, ohne den Ausstieg von Glyphosat vorzubereiten. Der Verband Wohneigentum kritisiert diese Entscheidung aufs Schärfste. Glyphosat muss endlich verboten werden – zum Schutz von Natur und Gesundheit. 

Studien zeigen, dass eine große gesellschaftliche Mehrheit sich das Aus der Unkrautchemikalie wünscht. Vor allem, weil Glyphosat gravierend in das ökologische Gleichgewicht der Natur eingreift und so das Artensterben beschleunigt. Nicht zuletzt die aktuelle Studie zum Insektensterben ist alarmierend. Schon lange stehen die Chemikalie und ihre Zusatzstoffe zudem im Verdacht, die Gesundheit von Mensch und Tier zu gefährden. Untersuchungen weisen Spuren von Glyphosat in vielen konventionell erzeugten Lebensmitteln und im Urin von Menschen nach. Forscher vermuten negative Auswirkungen auf das menschliche Hormonsystem. Die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Glyphosat weiterhin als „wahrscheinlich krebserregend“ ein.

Glyphosat geht jeden an!

Ob im Hausgarten, im öffentlichen Grün oder flächendeckend in der Landwirtschaft: Glyphosat geht jeden etwas an. Unsere Position ist klar: Der nachhaltige Umgang mit dem Garten, die Sorge um Flora und Fauna und der für künftige Generationen gesunde Lebensraum ist ein Kernanliegen des Verbands Wohneigentum. Als bundesweit größter gemeinnütziger Verband, der sich für die Interessen der selbstnutzenden Wohneigentümer einsetzt, bieten wir seit den Anfängen vor fast 100 Jahren Fachberatung rund um den Garten an.

Weitere Zulassung findet Mehrheit

18 der 28 EU-Länder stimmten heute für den Vorschlag der EU-Kommission, dass Glyphosat für weitere fünf Jahre zugelassen wird. Eine überraschende Entwicklung – auch, weil andere Agrarländer wie Frankreich und Österreich sich inzwischen gegen das Herbizid positionierten. Deutschland hat bei dieser Abstimmung für eine weiter Zulassung votiert.

Forderung: Glyphosat-Verbot

Der Verband Wohneigentum kritisiert die weitere Zulassung von Glyphosat als verantwortungslos. „Das Mittel muss endlich per Gesetz verboten werden, zum Schutz der Natur und der Menschen“, fordert Manfred Jost, Präsident des Verbands Wohneigentum. Auch wenn die Politik schläft, muss jeder einzelne zumindest vor der eigenen Haustür aktiv werden.

Selbst aktiv werden: Glyphosat verbannen

So lautet unser Tipp an Haus- und Kleingärtner: Verzichten Sie am besten ganz auf chemische, vor allem auf glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel und fordern Sie das auch von Ihrer Kommune. Nicht zuletzt, weil gerade Unkrautbekämpfungsmittel mit diesem Wirkstoff häufig auf Flächen wie Wegen und Zufahrten angewendet werden, obwohl sie in Deutschland dort verboten sind. Denn von hier aus kann Glyphosat, das als schädlich für Wasserorganismen gilt, durch Abwaschung direkt in Gewässer gelangen.

Dass die Anwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln nicht nur in der konventionellen Landwirtschaft, sondern auch im privaten Garten weit verbreitet ist – sei es aus Unkenntnis, sei es aus Gewohnheit – zeigte eine bundesweite Umfrage unter Eigenheimbesitzern des Verbands zum Thema Pflanzenschutz. Dem gilt es durch ein klares Verbot des Einsatzes von glyphosathaltigen Mitteln und Information über alternative, naturverträgliche Methoden der Unkrautverminderung wie Mulchen, Unkrauthacken und Abflammen vorzubeugen.

Zum Hintergrund:

Glyphosat ist seit 1974 – zunächst unter dem Namen „Roundup“ auf dem Markt. Inzwischen ist der Wirkstoff Bestandteil von zahlreichen Unkrautvernichtungsmitteln und wird vielfältig eingesetzt: in der Landwirtschaft, im Forst, im Obstbau, auf industriell genutzten Flächen, auf Bahngleisen und auch in Hausgärten. Glyphosat wirkt über die Blätter: Es hemmt die Stoffwechselprozesse und lässt die Pflanzen verwelken. Nur resistente Pflanzen – gentechnisch manipulierte Nutzpflanzen, präpariertes Saatgut oder Pflanzen, die mittlerweile eine Resistenz entwickelt haben – überstehen die Behandlung mit der Chemikalie. Die Hersteller von glyphosathaltigen Mitteln bieten daher entsprechendes Saatgut an. Und dies fördert neben der ökologischen auch noch eine soziale Misere: Weltweit werden Landwirte abhängig von den Produkten der Großkonzerne, weil sie das gentechnisch veränderte Saatgut nicht mehr selbst vermehren können und auch das dazugehörige Spritzmittel immer wieder kaufen müssen.


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