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Ohne Torf gärtnern!

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Nach dem Torfabbau: Natur braucht viele Jahrzehnte, um sich etwas zu erholen.
© Florenske / Verband Wohneigentum

Jetzt ist Zeit, um den Garten fit zu machen und Erde in Balkonkästen oder bei Kübelpflanzen zu ersetzen. Im Handel findet Blumenerde derzeit reißenden Absatz. Das Sortiment ist riesig: von Universal-Blumenerde über spezielle Mischungen für Rosen oder Moorbeetpflanzen. Auch Bio-Erde gibt es inzwischen in jedem größeren Baumarkt oder Gartencenter. Doch was viele Verbraucher nicht wissen: Fast alle Blumenerden enthalten zum großen Teil Hochmoortorf. Auf ihn kann man gut und gern im Hausgarten verzichten. Der Umwelt zuliebe, wie Anna Florenske erklärt.

Ein trockener, lauer Nachmittag. Zeit zum Umtopfen der Kübelpflanzen. Irene Müller hat Zeitungspapier vor sich ausgebreitet und neue Terracotta-Töpfe und Blumenerde bereit gestellt. Dass ihre Blumenerde zum überwiegenden Teil aus Hochmoortorf besteht, überrascht die Hobbygärtnerin. „Handelsübliche Blumenerden enthalten bis zu 100 Prozent Hochmoortorf“, erklärt Felix Grützmacher, Referent für Moorschutz beim Naturschutzbund Nabu.

Kostbares Moor

Der Torf, der in der Blumenerde steckt, hat sich in tausenden von Jahren in Mooren gebildet. Pro Jahr wächst ein Moor nämlich nur einen Millimeter. Es ist also eine begrenzte und hochwertige Ressource. Der Torfabbau hat gravierende negative Folgen für die Umwelt. Ein wichtiger Aspekt: Der Torfabbau zerstört artenreiche und seltene Lebensräume und stört deren Wasserhaushalt, weiß der Nabu-Experte. Moore sind enorme Wasserspeicher und wirken in der Landschaft wie ein Schwamm. Seltene Tier- und Pflanzenarten sind durch den Torfabbau bedroht.

Noch schwerwiegender ist die Bedeutung der Moore für unser Klima. Ein Zusammenhang, der den wenigsten Menschen klar ist, meint der Naturschützer Grützmacher: Bauen wir Torf ab, entweicht der klimaschädliche Kohlenstoff in die Luft. Noch viel stärker als Wälder bindet der Torf in den Mooren Kohlenstoff und verhindert so die Entstehung des Klimakillers Kohlendioxid.

Mischung für den Hausgebrauch

Deshalb ruft der Naturschutzbund zum Gärtnern ohne Torf auf. Mit Erfolg: Etliche Kleingartenkolonien, Naturfreunde, Hobby-Gärtner und Urban Gardening Gruppen haben sich schon dem torffreien Gärtnern verschrieben. Aber wie? fragt sich Hobbygärtnerin Irene Müller.

„Natürlich kann man im Hausgarten problemlos ohne Torf auskommen!“, betont Sven Görlitz, Gartenberater beim Verband Wohneigentum. Wer in seinem Garten selbst die Grünabfälle kompostiert und sie als Kompost später wieder in die Beete einbringt, schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Er braucht für draußen gar keine Blumenerde mehr. Und verbessert zudem die Bodenqualität, ganz kostenlos.

Blumenerde ohne Torf ist an der Aufschrift „ohne Torf“ oder „torffrei“ zu erkennen. „Bioerde“ ist nicht immer torffrei – sie kann noch einen großen Anteil Torf enthalten. Torffreie Blumenerde ist meist etwas teurer als herkömmliche Substrate. Eine gute Alternative sind Erden von regionalen Kompostwerken oder Erdenherstellern. Um Geld zu sparen, mischt sich manch Gartenfreund die Blumenerde einfach selbst. Mit einer Mischung aus eigener Gartenerde, gesiebtem Kompost und etwas Sand kommen die meisten Kübelpflanzen im Freien sehr gut klar.


Fl / Gö


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